…oder kurz davor, nach Deutschland zurückzukehren. Wir sprechen hier von Gänse- und Bartgeier, Wisent und Elch, Braunbär, Wolf, Luchs und Gold-schakal.

Gänsegeier Gyps fulvus: Rund 300 Exemplare wurden im Alpenraum gezählt. In Deutschland tauchen oft Gruppen von Dutzenden Gänsegeiern auf.

● weg: um 1900 ● Gründe: vergiftet (durch Giftköder und Bleimunition), wenig Nahrung – wegen des EU-Verbots, tote Weichtiere liegen zu lassen ● wieder da: 2006 ● Bestand: noch keine Dauergäste ● Feinde: Stromerzeuger (Gefahr durch Windräder und Hochspannungsleitungen).
Bartgeier Gypaetus barbatus: Seit 1996 wird er in den Alpen angesiedelt; seit 2021 auch im N.P. Berchtesgaden. Rund 220 Tiere leben in Österreich, Italien, Frankreich und der Schweiz – temporär drehten einige schon Kreise über deutschem Gebiet.
Bartgeier in deutschen Alpen: Nach mehr als 100 Jahren sollen wieder wilde Bartgeier in Deutschland heimisch werden. Zusammen mit dem Nationalpark Berchtesgaden will der Landesbund für Vogelschutz in Bayern ‚LBV‘ im Mai drei junge Tiere in dem Gebiet um den Watzmann im Südosten Bayerns auswildern. Einer der Jungvögel solle aus dem Tiergarten Nürnberg kommen, der Teil des europäischen Bartgeier-Zuchtnetzwerks ist. „Da das Bartgeier-Paar in Nürnberg auf mehrere erfolgreiche Bruten zurückblicken kann, ist unsere Hoffnung groß, dass zukünftig auch einmal junge fränkische Bartgeier ihre Kreise um den Watzmann ziehen werden“, sagt der LBV-Vorsitzende Norbert Schäffer. Die Chancen auf Nachwuchs stehen gut: Das Nürnberger Paar habe mit der Balz begonnen, so der LBV. In Zuchtprojekten in Österreich und Spanien, woher die anderen Bartgeier stammen könnten, seien die ersten Eier gelegt worden.

Eine Studie hatte ergeben, dass sich das Gebiet um den Watzmann gut für die Wiederansiedlung der Vögel eig-net. Bartgeier sind mit einer Spannweite von bis zu drei Metern die größten heimischen Vögel. Für Menschen sind sie nicht gefährlich: Geier sind reine Aasfresser. Das allerdings setzt voraus, dass Aas für die Tiere liegenbleibt. Und Jäger müssen bleifreie Munition verwenden. Denn an Bleivergiftungen durch Munitionsreste in Wild könnten die Vögel qualvoll verenden. Im N.P., aber auch in Wäldern der Bayerischen Staatsforsten im Al-penraum, sei bleifreie Munition bereits vorgeschrieben, sagt ein LBV-Sprecher. 1986 waren erste Bartgeier in den Alpen ausgewildert worden. In den West- und Zentralalpen vermehren sie sich seit 1997 selbstständig. Auch im österr. Lech-tal ist inzwischen ein Brutpaar heimisch geworden. Von dort kommen immer wieder Tiere auf die bayerische Seite im Allgäu. Mit der Auswilderung bei Berchtesgaden solle nun diese Entwicklung unterstützt werden. (SWP/ MENSCH UND NATUR/dpa 2.1.21)
● weg: spätestens seit 1900 ● Gründe: vergiftet, wenig Nahrung ● wieder da: 20021 (1997/2016 zu Besuch) ● Bestand: 0 ● Feinde: früher die Bauern (als sie noch dachten, er jage Lämmer).

Bartgeier erobern die Alpen: Zwei weitere Bartgeier, Alosa und Zierli. sind im N.P. Berchtesgaden ausgewildert worden. „140 Jahre, nachdem der Mensch sie ausgerottet hatte, fliegen die gefährdeten Giganten nun wieder durch die Lüfte der deutschen Alpen“, freuten sich der Landesbund für Vogel- und Naturschutz ‚LBV‘ und der N.P. Berchtesgaden. „Mit nun zwölf erfolgreich ausgewilderten Bartgeiern sind wir auf einem guten dieşen wichtigen Aasfresser endgültig in unsere heimische Gebirgswelt zurückzubringen“, betonte Nationalparkleiter Roland Baier. „Schon jetzt kehrt ein Großteil der Vögel bei den weiten Wanderungen durch den Alpenraum immer wieder in den N.P. zurück.“ Deshalb ist auch damit zu rechnen, dass die Neuankömmlinge über kurz oder lang auf ihre Vorgänger treffen. Zunächst aber werden die zunächst flugunfähigen Vögel in einer Felsnische ihre Muskulatur trainieren. Dabei werden sie gefüttert und genau beobachtet, ohne selbst Kontakt zu Menschen zu haben. „Nach den Erfahrungen der letzten Jahre ist in etwa drei Wochen mit dem ersten selbst-ständigen Ausflug der beiden Geier aus der Nische zu rechnen“, erläuterte der Projektleiter Ulrich Brendel. Über den Sommer hinweg würden sie alle nötigen Fähigkeiten erlernen. Wahrscheinlich schauten auch ältere Bartgeier vorbei, die ihnen wichtige Fähigkeiten im Luftraum oder an den Futterplätzen vermitteln könnten. Seit ’21 wurden jedes Jahr 2 junge Bartgeier im N.P. ausgewildert, um die ausgerottete Art in den Ostalpen wieder anzusiedeln. Die Tiere kamen aus Spanien, Finnland und Österreich. Das Weibchen Alosa stammt hingegen aus dem französischen Zuchtzentrum Asters. Zierli schlüpfte im belgischen Tierpark Pairi Daiza und wurde an den französischen Zoo Beauval weitergegeben. Das Geschlecht dieses Vogels ist noch unbekannt. Wer die Neuankömmlinge in der Nische bis zum ersten Ausflug beobachten will, kann das wie in der Vergangenheit über eine Webcam tun. Und auch die weiteren Reisen der Vögel mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,90 Metern können dank GPS-Sender auf der Website des LBV verfolgt werden. (SWP/HEIMAT/dpa 4.7.26).
Wisent Bison bonasus: Europaweit gibt es wieder mehr als 6.000 Exemplare, v.a. in Osteuropa. 8 wurden im Rothaargebirge/NW ausgewildert – sie verbreiten sich langsam. Auch weiden dank des Vereins Wisent im Naturpark Thal wieder Tiere in der Schweiz.

● weg: um 1700 ● Grund: Jagd ● wieder da: 2013 ● Bestand: 26 ● Feinde: Wald-bauern und Förster.
Elch Alces alces: Der größte Hirsch der Welt verirrt sich wieder ab und an nach Deutschland. Vor 13 Jahren kam Elch Knutschi, vor drei Jahren Bert.

● weg: spätestens um 1940 ● Gründe: Jagd und Landwirtschaft ● wieder da: 2008/2018 ● Bestand: vermutlich 3 – 5 Exemplare in Brandenburg, einzelne mitunter in Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern oder Bayern ● Feinde: Auto-fahrer, Wölfe, Bären.


Oft passiert gar nichts – Entschleunigung: Jedes Jahr im Frühling läuft im schwedischen Fernsehen „Die große Elchwanderung„: Natur live rund um die Uhr. Die Zuschauer lieben es. Auszug von Miriam Arndts, dpa. Unspektakuläre TV-Sendungen sind sehr beliebt: Es gibt keinen Erzähler, keine Musik, keine Dramaturgie, oft passiert stundenlang nichts. Das ist „Slow TV“ vom Feinsten. Dieses entschleunigte Fernsehen ist in Skandinavien äußerst beliebt. Schon im Jahr 2009 strahlte der norwegische Sender NRK erstmals solch einen eher unspektakulären Fernseh-Marathon aus, nämlich eine siebenstündige Zugfahrt von Bergen nach Oslo. Darauf folgten zahlreiche ähnliche Sendungen, u.a. die Nonstop-Übertragung einer mehr als 100 Stunden dauernden Schifffahrt auf der berühmten Hurtigruten entlang der norwegischen Westküste. (SWP/BLICK IN DIE WELT 5.5.26).
Siehe JÄGER NEWS 11.6.26: „Elche in Brandenburg gesichtet: Bald wieder heimisch?“

Siehe auch Hartmut Felgner „Die Rückkehr der Großraubtiere“ pdf + F-Serie!
Europäischer Braunbär Ursus arctos: 2006 wanderte ein Bär durch Bayern – ein Einzelgänger, der Siedlungen gefährlich nahe kam. Er wurde Problembär „Bruno“ genannt – und abgeschossen. 2019 tauchte erneut einer auf – zottelte aber wieder von dannen.

● weg: 1835 ● Gründe: Wilderei, gezielte Ausrottung ● wieder da: 2006/2019 ● Bestand: 0 ● Feinde: Tierzüchter, wer Angst vor ihm hat.
Eurasischer Wolf/Grauwolf Canis lupus: Seit die Grenzzäune zwischen Ost und West abgebaut sind, weitet er seinen Lebensraum aus. Ob er geschützt bleiben soll, ist in der Bevölkerung umstritten (Anmerkung: Laut Umfrage des Allens-bach-Institus 11/2020 freuen sich die Bundesbürger darüber, dass Wolf (75 %) & Luchs (90 %) wieder Bestandteil von Natur & Landschaft sind.

● weg: um 1750 (Vereinzelt später noch gesichtet: 1904 wurde der letzte frei lebende Wolf erschossen). Anmerkung: Dass wir > 150 Jahre keine Wölfe hatten, trifft nur auf die BRD zu. Von 1945 – 1990 wurden allein in Brandenburg rd. 50 Expl., die den Grenzfluss „Neiße“ überquerten, geschossen! ● Grund: systematische Ausrottung ● Wieder da: um 2000, vereinzelt allerdings schon Jahrzehnte früher ● Bestand: 184 Rudel (BfN) ● Feinde: Bauern (Weidetier-halter)
Eurasischer Luchs/Nordluchs Lynx lynx: Durch Wiederansiedlung kehrte er zurück in den Bayerischen Wald, den Harz, den Schwarzwald („natürliche Rückwanderung“ der Kuder ♂ ; Auswilderung ♀ „Finja“ SWP 2.12.23 + 1.2.25) und in den Pfälzerwald. Trotz steigender Zahlen: Er bleibt gefährdet.

● weg: um1850 ● Gründe: Jagd, gezielte Ausrottung ● wieder da: um 2000 ● Bestand: 59 Jungtiere, 125 – 135 Erwachsene ● Feinde: Autofahrer.
i Das Luchsprojekt: Das Land BW fördert die Auswilderung von Luchsen im Rahmen des Luchsprojektes. Geplant ist bis zum Jahr 2027 bis zu 10 vorrangig ♀ ♀ auszuwildern, um mit den vorhandenen ♂♂ Luchsen das Vorkommen der Art im Land zu sichern und zu erweitern. ImSchweizer Jura, im Pfälzer Wald und in den Vogesen sind entsprechende Projekte zur Wiederansiedlung nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums bereits erfolgreich gewesen. Tieren aus diesen Gebieten sollen sich perspektivisch mit der Population im Schwarz-wald verbinden. Einst ausgerottet, gibt es in Deutschland wieder rund 125 – 135 ausgewachsene Luchse, dazu Jungtiere, heißt es vom WWF. (Auszug Susanne Kupke „Auf ein Leben in Freiheit“ SWP/HEIMAT/dpa 1.2.25; Yasemin Gürtanyel „Kein Platz für Konkurrenten?“ SWP/MENSCH UND NATUR 5.12.20: Prof. Dr. Marco Heurich & Dr. Joseph Premier „Illegale Tötung…“ Universität Freiburg 12.2.25). Durch das Landesprojekt sollen bis zu 10, insbes. weibliche Luchse bis 2027 im Schwarzwald ausgewildert werden. Die Luchse, die in BW ausgewildert werden, stammen aus dem Europ. Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für den Karpatenluchs der European Association for Zoos and Auqaria (EAZA). Neben Bestandsstützungen in BW können weitere Projekte in Deutschland und Europa mit Luchsen aus Karlsruhe versorgt werden Aktuell gibt es mehr als 20 Zuchtpaare in Tiergärten des Europäischen Zooverbands EAZA (Quelle: Petra Walheim „Auf der Suche nach Verena“ SWP/ SÜDWEST-UMSCHAU 19.4.25).

Auf dem Weg nach Westen: Weitgehend unbemerkt breitet sich der dämmerungs- und nachtaktive Goldschakal Canis aureus in Deutschland aus. Bislang erstreckte sich sein Verbreitungsgebiet von Südostasien bis nach

Ost- und Südeuropa. Jetzt erweitert es sich auf natürliche Weise Richtung Norden und Westen. Der Goldschakal ist etwas größer als ein Fuchs und lebt meist in kleinen Familienverbänden. Als sehr anpassungsfähiges Raubtier mit einem breiten Nahrungsspektrum kommt er in vielen unterschiedlichen Lebensräumen zurecht. In Deutschland wurde der erste Goldschakal 1997 in Brandenburg nachgewiesen. 2021 zeigte sich in BW, dass sich Goldschakale hierzulande fortpflanzen, und ein Jahr später wurden Jungtiere auch in der Lüneburger Heide in Niedersachsen gesichtet.
Das Wichtigste zum kleinen Wolfsbruder: Der Goldschakal breitet sich zunehmend aus; auch in BW. Scheu, nachtaktiv und längst keine Seltenheit mehr: Der Goldschakal hat sich in BW etabliert. Aus vielen Landkreisen liegen Nachweise vor, in einigen Gebieten pflanzt er sich fort. Zum Internationalen Tag der Schakale (19. April) Antworten zu dem Tier und seinem Leben im Südwesten. (Auszug SWP/SÜDWESTUMSCHAU/dpa 17.4.26; siehe auch Goldschakal in der Schweiz).

Schakal – Kleiner Wildhund: Schakale gehören zur Familie der Hunde – aber nach der Jagd sind sie keine wilden Raubtiere mehr. Dann werden sie zu Kuscheltieren, die sich gerne gegenseitig beknabbern. Begleite die Schakalfamilie auf ihrer aufregenden Reise durch Afrika. Der Wüstenflitzer: Wüstendurchquerung OHNE TRINKPAUSE? Das ist für einen Schakal kein Problem! Der Schabrackenschakal lebt in Afrika und ist an heißen Orten wie Wüsten und Savannen zu Hause. Sein Name kommt vom dunklen Fleck auf seinem Rücken, der wie eine Satteldecke aussieht – eine s.g. Schabracke. Auch bei starker Sonne kann er lange Strecken zurücklegen, ohne schlappzumachen.

Wer gehört noch dazu? Neben dem Schabrackenschakal gibt es noch zwei andere Arten. Der Goldschakal lebt u.a. in Europa und wurde sogar schon in Deutschland gesichtet. Der Streifenschakal hat eine auffällige weiße Schwanzspitze. Familienbande: Schabrackenschakale leben in Familien, und die Paare bleiben oft ein Leben lang zusammen. Sie kümmern sich liebevoll um ihre Jungen. Im Winter bekommt die Mutter bis zu 8 Babys. Koffer packen, Nachwuchs einladen, weiterziehen: Damit die Jungen sicher sind, zieht die Familie alle zwei Wochen in eine neue Höhle um. Allesfresser mit guten Tricks: Die Tiere sind nicht wählerisch, wenn es ums Essen geht. Sie fressen fast alles: Beeren, kleine Nagetiere, Vögel, Insekten und Aas.





Manchmal folgt das Rudel auch Löwen und Hyänen, um die Reste ihres Festmahls zu stibitzen. Warum selbst jagen, wenn andere die Arbeit machen?Lautstark in der Wildnis Schakale bellen, winseln, kreischen, jaulen und heulen. Ihr Heulen ist ein typisches Nachtgeräusch in der afrikanischen Wildnis. Doch Schakale hören nur auf die Rufe ihrer eigenen Familie – alle anderen Geräusche beachten sie nicht.
Quellen: Urs Willmann „Comeback“ DIE ZEIT N° 613 / Bundesamt für Natur-schutz, WWF, Deutsche Wildtierstiftung, NABU, Wikipedia, Süddeutsche Zeitung, Tagesspiegel, Spektrum.de, Galileo.tv.; Markus Wanzeck „Er ist wieder da“ SÜDWEST PRESSE/magazin 21.8.21; JUNIOR 7/2026; NABU-„Vogelporträts“; LNV BW Hartmut Felgner… „Die Rückkehr der Großraubtiere“ pdf; siehe „Wildtiere in Europa“ HF; „Goldschakal“ DeWiSt und IDUR-Schnellbrief Nr. 252!
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