Für immer verschwunden – Dodo, Auerochse u.a.

Nachrichtlich: Biologische Vielfalt. Schafft der Mensch ein sechstes großes Massenaussterben? Vor etwa 540 Mio. Jahren entwickelte sich die artenreiche Tier- und Pflanzenwelt auf der Erde. Seitdem hat es mehrere Massenaussterben gegeben, von denen fünf als besonders einschneidend angesehen werden. Unter ihnen ist jenes vor 66 Mio. Jahren sicher das bekannteste, da als Folge die Dinosaurier schlagartig von der Bildfläche verschwanden.

…aus „Biologische Vielfalt in Gefahr“ SWP/WISSEN/-woblick-infografiken 18.3.23

Bisherige Massenaussterben waren Ergebnisse von katastrophalen Umwelt-ereignissen, an die sich die Pflanzen- & Tierwelt nicht schnell genug anpassen konnte. Stimmen aus der Wissenschaft warnen seit einige Jahren, dass eine sechste Aussterbewelle bereits im Gange sein könnte – dieses Mal jedoch ausgelöst durch den Menschen und seinen Umgang mit der Natur. Vor rd. 65 Mio. Jahren sind die Dinosaurier ausgestorben. Das bedeutet, seitdem gibt es keine Dinosaurier mehr auf der Erde.

F: Badlands Dinosaur P.P. – UNESCO-Weltkulturerbe in Alberta/CDN, ist eine bedeutende Fossilienfundstätte im Herzen der Badlands. Hier befindet sich die weltweit größte Konzentration an Dinosaurierfossilien aus der späten Kreidezeit, mit über 50 entdeckten Arten und mehr als 150 vollständigen Skeletten, von denen viele im Royal Tyrrell Museum ausgestellt sind.

Forscher vermuten, dass ein riesiger Meteorit auf die Erde gestürzt war und der aufgewirbelte Staub jahrelang die Sonne verdunkelte. Dadurch änderte sich das Klima auf der Erde sehr stark und die Dinosaurier schafften es nicht, sich daran anzupassen. Auch nach den Dinosauriern sind immer wieder Tier- und Pflanzenarten ausgestorben. Das passiert bis heute. Oft ist daran der Mensch schuld. Wissenschaftler schätzen, dass etwa eine Million Arten weltweit kurz davor ist, auszusterben.

Warum sterben Tiere aus? Tiere sterben au, wenn ihre Lebensbedingungen so schlecht werden, dass sie sich nicht mehr vermehren können. Dafür gibt es viele Gründe. In der Vergangenheit hat der Mensch bestimmte Tierarten etwa so stark bejagt, dass es sie irgendwann nicht mehr gab. Die Jagd auf seltene Arten ist heute zwar verboten, doch noch immer sind Tiere durch s.g. Wilderer bedroht. Auch die Zerstörung ihrer Lebensräume bringt Tiere in Schwierig-keiten, z.B. das Fällen von Bäumen, die Verschmutzung von Flüssen und Meeren oder der Bau von Städten und Straßen. Durch den Klimawandel ändern sich die Temperaturen. Eis schmilzt oder Regenwälder werden immer trockener (Anm.: …wenn sie nicht schon zuvor im großen Stil abgeholzt wurden) – manche Arten kommen mit den veränderten Bedingungen nicht zurecht und können sich nicht schnell genug anpassen. Den fortschreitenden Rückgang von Lebensraum für Flora und Fauna kann man auch in Deutschland über die Jahre mit eigenen Augen beobachten. Wohn- und Gewerbegebiete expandieren und erfordern einen ständigen Ausbau der Infrastruktur, Neben dem reinen Raumverlust ist auch häufig die Zerstückelung zusammenhängender, naturbelassener Landstriche, z.B. durch Ackerbau, ein Problem.

Schon gewusst? Tiere und Pflanzen in einem Lebensraum sind oft stark voneinander abhängig. Deshalb kann es sich auch auf andere auswirken, wenn eine Tier- oder Pflanzenart ausstirbt. Etwa weil ihre Futterpflanze oder ein Beutetier verschwindet.

Mehrere internationale Übereinkünfte wie das Londoner Artenschutz-abkommen (1933), da Washingtoner Artenschutzabkommen (1973) und das Übereinkommen der UN-Konferenz in Rio (1993) hatten den Schutz und Erhalt der weltweiten Biodiversität zum Ziel, trotzdem hat sich die Lage vieler Arten seither verschlechtert. Mehr als 150.300 Pflanzen-, Tier- und Pilzarten sind von der International Union for Conservation of Nature ‚IUCN‘ gelistet. 42.100 von ihnen sind gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Hier eine Auswahl der Weltnaturschutzunion von Arten weltweit aus den Kategorien CR = vom Aussterben bedroht, EN = stark gefährdet oder VU = gefährdet der Roten Liste: Säugetiere 27 %, Vögel 13 %, Pilze 46 %, Nadelhölzer 34 %, Palmfarne 69 %, Krebstiere 28 %, Korallen 36 %, Haie und Rochen 37 %, Amphibien 41 %,Reptilien 27 %.

Die gute Nachricht ist: Man kann etwas dagegen tun, dass Tiere aussterben. Forschende beobachten bedrohte Arten, bspw. Tiger, Eisbär und Elefant. hier ausgewählte Beispiele (IUCN-Rote Liste):

Zu Beginn des 19. Jh. gab es etwa 100.000 Tiger in Asien. 2009 wurden nur noch 3.200 gezahlt. In einer daraufhin anberaumten Konferenz der Staaten mit Tigerpopulationen wurde beschlossen, die Zahl der Großkatzen durch Schutz-maßnahmen bis 2022 zu verdoppeln. Das Vorhaben gelang nur zum Teil, der Bestand der Tiere wird aber immerhin nun mit etwa 4.500 beziffert.

In der Heimat der Amur-Tiger, im Grenzgebiet zwischen dem Fernen Osten Russlands und dem Nordosten Chinas, sind die Sommer heiß und die Winter bitterkalt. Doch nicht die raue Natur macht den Tigern am meisten zu schaffen – es ist der Mensch. Jahrzehntelang wurden die Wälder wegen ihres wertvollen Holzes ausgebeutet. Mit den Bäumen verschwanden auch zahlreiche Huftiere, die wichtigste Nahrungsquelle der Tiger. Wenig Nahrung bedeutet wenig Nachwuchs. Heute leben im Nordosten Chinas nur noch etwa 70 Amur-Tiger. Gemeinsam mit lokalen Partnern unterstützt der WWF die Schutzgebiets-verwaltungen beim Schutz der Tiger, bei der Renaturierung der Wälder und beim Bestimmen von Wildtierkorridoren, die große Lebensräume wieder miteinander verbinden. (WWF-News 19.2.26)

Auch wenn es heute noch rund 25.000 Eisbären gibt, lassen Klimaprognosen auf einen starken Rückgang der Population in der Zukunft schließen, da sein Verbreitungsgebiet voraussichtlich immer weiter schrumpfen wird.

Das größte Landlebewesen ist der Afrikanische Savannenelefant. Sein Bestand ist in den vergangenen 50 Jahren um 60 % gesunken. Durch Schutzmaßnahmen gibt es mittlerweile aber einige stabile und sogar wachsende Populationen.

NWZ/KRUSCHEL 18.3.23

Nur noch 130 Grauwale leben im Nordwestzpazifik.

7 von 8 in Europa vorkommenden Störarten gelten als gefährdet, die achte ist sogar konkret vom Aussterben bedroht.

Millionen Feldhamster * bevölkerten früher Europa., heute sind es nur wenige Tiere. Als Gründe für die Dezimierung gelten u.a. Monokulturen im Ackerbau, Industrialisierung und Lichtverschmutzung.

Gestreifte Quelljungfer ♀ Cordulegaster bidentata (FFHIV/§/BArtSch-b/RL2 NSG Vilsalpsee/A)

Auch Insekten sind betroffen. Lt. Bundesamt für Naturschutz ‚BfN‘ sind in Deutschland von 14.000 Unterwuchten Arten 29,6 % in Gefahr oder bedroht, auszusterben.

Manche Arten, die fast verschwunden wären, konnten sich durch Schutz-maßnahmen bereits erholen. So war etwa der Biber in Deutschland bereits fast ausgerottet und verbreitet sich heute wieder. Nationalparks und Schutzgebiete z.B. sorgen dafür, dass die Tiere dort in Ruhe leben können. Anmerkung: Gerade an Wolf und Biber zeigt sich aber besonders auch der Mensch-Tier-Konflikt; siehe auch Theo Westermann „Biberposse“ SWP/SÜDWEST-UMSCHAU 4.1.25 und Stefan Willeke „Wie bei der Mafia“ DIE ZEIT No.1 27.12.18)

Gefährdet! Diese Tier sind in Deutschland vom Aussterben bedroht: Der süße Feldhamster *, der sich durch die Natur knabbert. Der Luchs mit seinen sprichwörtlichen spitzen Ohren. Die an den Küsten fliegenden Schwalben mit ihren schwarzen Federn am Kopf (Küstenseeschwalbe). Einige Fledermaus-arten sind gefährdet, die Große Hufeisennase und das Graue Langohr sogar vom Aussterben bedroht. Weil es immer weniger von den Menschen unberührte Natur gibt, sind Kreuzotter und Würfelnatter – genauso wie viele andere Schlangen, Schildkröten, Unken und Eidechsen – besonders gefährdet. Das alles sind Tiere, die bei uns heimisch sind die wie selbstverständlich durch die Landschaften laufen und flattern – und die es vielleicht bald nicht mehr gibt. Mehr als 7.000 Tierarten gelten bei uns als gefährdet oder sind sogar vom _Aussterben bedroht. Es gibt eine „Rote Liste“, auf der diese gefährdeten Tier- und Pflanzenarten in Deutschland stehen. Nur jedes 3. Säugetier gilt als ungefährdet. Ein weiteres Drittel ist stark gefährdet oder schon ausgestorben. Das weiß man, weil Behörden und Verbände immer wieder nachzählen. Und leider werden es immer weniger Tiere zum Zählen.

* Der Feldhamster ist eine unter Millionen Tier- & Pflanzenarten, die in den kommenden Jz. von der Erde verschwinden könnten. Der Nager wird etwa 30 cm lang und rd. ein halbes Kilo schwer. Ein Vielfaches dieses Gewichts an Körnern kann er in den Backentaschen in seinen Bau schleppen und dort „hamstern“. Unter der Erde baut er sich Wohnungen mit Gängen und Kammern. Auf den Feldern findet er immer schwieriger Schutz und Nahrung, außerdem rauben Baugebiete ihm Lebensraum. Früher wurden Feldhamster gejagt, weil sie machen Mal Felder leer gefressen und so die Ernste ruiniert haben. Siehe auch Rebekka Wiese „Hamster in höchster Gefahr“ SWP/HINTERGRUND 4.12.25.

Dodo, Auerochse, Tasmanischer Beutelwolf sind berühmte ausgestorbene Tiere – aber warum sterben Tiere eigentlich aus? Vier globale Entwicklungen werden häufig als die wesentlichen Grunde für den Rückgang der Arten verantwortlich gemacht: Klimawandel, Umweltverschmutzung, Mensch-Tier-Konflikt, Lebensraumverlust.

Lebendrekonstruktion eines Wollhaarmammuts im kanadischen Royal British Columbia Museum (F: Wikipedia).

Die Mammute, auch Mammuts Mammuthus, bilden eine ausgestorbene Gattung der Elefanten. Sie entstand im Übergang vom Miozän zum Pliozän in Afrika und besiedelte in der darauf folgenden Zeit sowohl Europa als auch Asien und Nordamerika. Die letzten Vertreter der Mammute, die der weitaus bekanntesten Art, dem Wollhaarmammut Mammuthus primigenius angehören, starben erst vor rund 4.000 Jahren auf der nordsibirischen Wrangelinsel aus. Im Nov. 2008 wurde in der Fachzeitschrift Nature die Genomsequenz des Wollhaarmammuts veröffentlicht. Circa 70 Prozent der Erbinformation konnten entschlüsselt werden. Das Mammutgenom ist das erste Genom eines ausgestorbenen Tieres, das sequenziert wurde.

Lebendrekonstruktion von Smilodon fatalis (aus Wikipedia)

Smilodon ist eine Gattung der ausgestorbenen Säbelzahnkatzen/-tiger Machairodontinae, die während des Pleistozäns in Amerika weit verbreitet war. Innerhalb der Gattung werden mit Smilodon gracilisSmilodon populator und Smilodon fatalis drei Arten unterschieden, die sich in ihrer Größe und anderen Merkmalen deutlich unterschieden. Der Smilodon starb vor etwa 12.000 Jahren an der Wende vom Pleistozän zum Holozän aus.

Aus der Wissenschaft: Ein massiger Körperbau, riesige Pranken und v.a. die gewaltigen Eckzähne, die fast 30 cm lang werden konnten – der Säbelzahntiger ist nicht umsonst das Symbol für urzeitlichen Schrecken. Die vor etwa 12. 000 J. ausgestorbenen Großkatzen besaßen aber offenbar auch ihre kuscheligen Seiten, wie Wissenschaftler des kanadischen Royal Ontario Museum und der University of Toronto herausgefunden haben: Die Jungtiere der imposanten Katzen waren demnach regelrechte Mama-Tigerchen, die noch lange am Rockzipfel ihrer Mutter hingen, statt schnell zu unabhängigen Kriegern zu werden. Veröffentlicht haben die Forscher ihre Befunde in der Fachzeitschrift iScience. Das Forscherteam hatte Fossilien der vor 10.000den J. in Südamerika und dem südlichen Nordamerika heimischen Säbelkatzenart Smilodon fatalıs untersucht, die eigentlich schon in den 1960er J. im heutigen Ecuador gefunden worden waren. Allerdings war ihnen ein bislang unbemerktes Detail aufgefallen: In den Unterkiefern steckten Zahnvarianten, die äußerst selten unter den Säbelzahntigern waren. Daraus schlossen die Forscher, dass die drei gefundenen Individuen verwandt gewesen sein müssen. »Das Sozialleben dieser berühmten Raubkatzen ist immer noch zu einem großen Teil geheimnis-voll“, wird Kevin Seymour, der Co-Autor der Studie, zitiert. Auch sonst ist das Leben der großen Katzen aber alles andere als klar. Das betrifft auch ihre furchterregenden Eckzähne. Wissenschaftler sind sich alles andere als einig, ob die Tiere damit tatsachlich ihre Beute, etwa die riesigen Mastodone oder Mammuts erlegt haben. Das Risıko, dass die Zähne im Kampf abbrechen, ist groß. Womöglich, so wırd vermutet, war bei den Säbelzahntigern vieles nur Schau, und sie machten sich eher über junge Riesenfaultiere oder Aas her, vermuten manche Forscher. Für zartere Tiere wie Hirsche waren die Säbel-zahntiger wiederum zu schwerfällig. (Auszug Yasemin Gürtanyel „Kleine Mama-Tiger“ SWP/magazin AM WOCHENENDE/WISSEN 30.1.2).

Der Auerochse, das Ur-Rind Europas, war ein riesiges Wildring, das in Europa, Asien und Nordamerika lebte. Die ♂♂ konnten bis zu 1,80 m Schulterhöhe erreichen und hatten lange, gebogene Hörner. Schon auf Höhlenmalereien von Steinzeitmenschen sieht man den Auerochsen.

Die steinzeitlichen Felszeichnungen von Hossa/FIN stammen aus der Zeit 2500 – 1500 v.Chr. – nörd-lichster derartiger Fund.

Später hat der Mensch Auerochsen gezähmt. Von ihnen stammt unser heutiges Hausrind ab. Doch die wilden Auerochsen selbst verschwanden nach und nach. Menschen jagten sie, zerstörten ihre Wälder und Wiesen, und die Zahl der Tiere wurde immer kleiner. Das letzte bekannte Auerochsen-Weibchen starb 1627 in Polen. Siehe auch Nachzüchtungen!

Der Dodo lebte vor vor vielen 100 Jahren auf der Insel Mauritius im Indischen Ozean. Er war ein etwa 1 m großer flugunfähiger Vogel. Statt zu fliegen, lief er mit kräftigen Beinen durch den Wald. Als im 16. und 17. Jh. Seefahrer nach Mauritius kamen, war der Dodo für sie eine leichte Beute. Außerdem brachten die Menschen Tiere wie Ratten, Schweine und Affen mit auf die Insel. Diese fraßen die Eier der Dodos. So starb der Dodo innerhalb von nur wenige Jzu. aus – um das Jahr 1700 gab es keinen einzigen mehr. Durch Knochenfunde und Zeichnungen weiß man heute, wie der Vogel wahrscheinlich ausgesehen hat.

i Mini-Dino entdeckt: Wenn du an Dinosaurier denkst, dann hast du sicherlich gleich riesige Tiere vor Augen, mindestens so groß wie ein Haus. In Spanien haben Forschende jetzt aber Knochen entdeckt, die zu einer bisher unbekannten Dinosaurierart gehören und vergleichsweise winzig sind. Der Mini-Dino bekam den Namen „Foskeia pelendonum„. Aufgerichtet würde er einem erwachsenen Menschen nur bis ans Knie reichen. Er lebte vor etwa 120 Mio. Jahren auf unserer Erde und gehört zu den Vogelfußdinosauriern. Das sind kleinere, zweibeinige Dinos, die Pflanzen fraßen. (NWZ/KRUSCHEL/dpa/nij 12.3.26).

Der Beutelwolf, auch Tasmanischer Wolf oder Beuteltiger genannt, lebte in Australien und auf der Insel Tasmanien. Er war ein Raubtier mit gestreiftem Rklücken und sah ein bisschen aus wie eine Mischung aus Hund und Känguru. Wie alle Beuteltiere trug das Weibchen seine Jungen im Beutel. Der Beutelwolf jagte kleine Kängurus, Vögel u.a. Tiere. Als europäische Siedler nach Tasmanien kamen, hielten sie ihn für eine Gefahr für ihre Schafe. Deshalb wurde er stark bejagt, und es gab sogar Belohnungen für jedes erlegte Exemplar. Bislang nahm man an, der letzte Beutelwolf sei 1936 gestorben. Eine neue Studie der Uni-versity of Tasmania, veröffentlicht im Magazin Science of The Total Environment, stellt nun die Hypothese auf, dass das Beuteltier viel länger überlebt haben könnte. Heute arbeiten Forschende daran, ihn wieder zurück zu züchten.

Glyptodon – die Gattung gehörte zu den größten Vertretern innerhalb der Glyptodonten Glyptodontidae. Der kuppelförmige Rückenpanzer bestand wie bei den anderen Gattungen aus miteinander verwachsenen vieleckigen Haut-verknöcherungen. Während Glyptodon einen vollständig in bewegliche Ringe gegliederten Schwanzpanzer besaß, hatten andere Gattungen eine starre Röhre am Schwanzende. Glyptodon konnte ein Gewicht von bis zu 1.400 kg bei einer Größe von mehr als 3 m erreichen; damit entsprach es etwa einem Spitzmaulnashorn. Am Ende der letzten Kaltzeit verschwand es im Zuge der Quartären Aussterbewelle. Die jüngsten Funde stammen aus Brasilien und sind etwa 12.000 Jahre alt.

Vor zwei Mio. Jahren spazierten und Nord-Grönland Urzeit-Elefanten: Wie sah die Erde vor Millionen von Jahren aus und von welchen Tieren und Pflanzen wurde sie bevölkert? Um das herauszufinden, analysierten Wissen-schaftler u.a. das genetische Material, das von den früheren Erdbewohnern hinterlassen wurde. Allerdings ist die DNA nur allzuoft dem Zahn der Zeit zum Opfer gefallen und zu schlecht erhalten, als dass man ihre Botschaft noch entschlüsseln konnte. Umso erfreuter waren jetzt Forscher der Universitäten Cambridge/GB und Kopenhagen/DK lt. der Fachzeitschrift „Nature“, als sie auf intakte DNA stießen, die stolze 2 Mio. Jahre alt ist – das ist doppelt so alt wie die bisherigen ältesten Funde. Geborgen wurde die Erbinformation in eiszeitlichen Sedimenten Nord-Grönlands, wo sie unberührt von menschlichen Einfluss schlummerten. Die Wissenschaftler verglichen die erhaltene DNA mit der DNA heute lebender Tiere und Pflanzen. Nicht für jede DNA gab es allerdings die entsprechenden heute lebenden Arten – denn immer wieder starben Zweige im Laufe der Evolution komplett aus. Anderes Erbgut ließ sich relativ gut abgleichen. Das damalig Grönland muss demzufolge mit Bäumen wie Birken bewachsen gewesen sein, es lebten dort u.a. Rentiere, Hasen, Lemminge – und Mastodone. Diese urzeitlichen Elefanten hatte man zuvor nicht so weit nördlich und v.a. nur in Nord- und Mittelamerika vermutet. (Auszug „Zwei Millionen alte DNA“ SWP/WISSEN/yel 31.12.22; siehe auch Terra X-Doku „Vor der Eiszeit – Jagd nach dem ältesten Erbgut der Welt“ ZDF 2.11.25)

😜 SWP 10.11.25
😜 NWZ 19.1.26
NWZ/KRUSCHEL 29.1.26

Quellen: Torben Schröder „Gefährdet“ NWZ/KRUSCHEL 21.9.21 und Assata Frauhammer „Für immer verschwunden“ 30.10.25; HF „Die Rückkehr der Großraubtiere“ Anlage I; Wikipedia; „Biologische Vielfalt in Gefahr“ SWP/ WISSEN/IUCN, BfN, Greenpeace, WWF, BUND, NABU, Spektrum der Wissenschaft, ARD Alpha 18.3.23.