Singvögel um Haus und Hof; in Gärten, Friedhöfen und Parkanlagen; Laub-, Nadel- und Mischwäldern (Teil I)

Die Ahnen der Vögel kennen wir bisher nur aus Deutschland. Sie lebten vor 140 Mio. Jahren und waren sicher weiter verbreitet; aber nicht mehr als 3 Abgüsse dieser Urvögel sind uns aus jener Epoche überliefert, alle aus dem Fränkischen Jura in Bayern. Die bei uns nistenden Vogelarten haben sich erst im Laufe der letzten 12.000 Jahre unter dem Einfluss des Klimas, der Vegetation und der Tätigkeit des Menschen in Mitteleuropa angesiedelt.

Bei den meisten Menschen beginnt das Interesse an der Vogelwelt mit der Freu-de an ihrem Gesang und die es macht, den richtigen Namen für einen Vogel zu finden – ganz gleich, ob man ihn in Ruhe um Haus und Hof, in Gärten, Friedhö-fen und Parkanlagen beobachtet, ihn bei einem Ausflug in Laub-, Nadel- und Mischwäldern (Teil I) oder auf Wiesen, Feldern und in Feldgehölzen rasch vor-beifliegen sieht oder den Vogel in Heide, Busch- und Ödland entdeckt, oder ihm am Wasser, im Sumpf und Moor begegnet (Teil II). Die Fotoserie beschreibt die heimischen Singvögel, um sie leichter zu bestimmen oder, wie der Ornithologe sagt, anzusprechen; außerdem werden die Frühaufsteher unter den Singvögeln benannt. Die Vögel wurden entsprechend ihrer bevorzugten Lebensräume geordnet. (u.a. „Das Reader’s Digest Buch der Vogelwelt Mitteleuropas“, DAS BESTE GmbH, ISBN: 3 87070 044 0). Anm.: Die beispielhaften Lebensraum-fotos wurden aufgrund eigener Beobachtungen in diesen Gebieten ausgewählt.

Rauchschwalben Hirundo rustica – li. juv., re. adult (F: LIFE+ Vogelschutz in Streuobstwiesen des Mittleren Albvorlandes, Schlat)

Die Rauchschwalbe ist die einzige heimische Schwalbe mit langen Schwanz-spießen, gewandter Flieger; erjagt in schnellem, anmutigen Flug – oft niedrig über den Boden – ihre Beute. Zugvogel. Brütet im Innern von Gebäuden, v.a. in Viehställen und benutzt eine Lehmschale als Nest.

Lebensraum/Brutrevier (Hof Glaser, Schlat).

Gesang: Frühaufsteher unter den Singvögeln: 60 Min. vor Sonnenaufgang. Ist laut und schnell zwitschernd. (Rubrik: Um Haus und Hof).

Tipp: Rauch- und Mehlschwalben sind auf ein üppiges Angebot an Insekten angewiesen, so dass sie überwiegend in größeren Feuchtgebieten oder in Gebieten mit Viehhaltung anzutreffen sind. Doch auch in solch ländlichen Gebieten finden die Schwalben in den oft nach städtischem Muster angelegten Ziergärten kein Baumaterial mehr für ihr Nester. Man kann daher durch eine stets feucht gehalten Lehmpfütze helfen. Auch kann es sinnvoll sein, künstliche Schwalbennester anzubringen. Da sie Kolonienbrüter sind, sollten dies stets mehrere nebeneinander sein. 30 cm Bretter, die etwa 50 cm unter den Nestern angebracht werden, schützen vor herabfallenden Kot.

Mehlschwalbe Delichon urbica (F: Unterdorf Schlat).

Die Mehlschwalbe ist ein geselliger, häufig in großem Schwärmen auftretender Vogel mit gegabeltem Schwanz, aber ohne -spieße; guter Flieger; jagt meist in höheren Luftschichten als die Rauchschwalbe. Zugvogel.

Ursprünglich ein Brutvogel an steilen Felsen der Gebirge und an Küstenklippen. Brütet fast immer außen an Gebäuden; kugelförmiges, bis auf das Einflugloch geschlossenes Nest aus Lehmklümpchen. Sie zwitschert weniger melodiös, aber eifrig schwatzend. (Rubrik: Um Haus und Hof).

Mauersegler Apus apus – Selten sieht man diesen ausgesprochenen Flugkünst-ler am Boden, denn er verbringt einen Großteil seines Lebens in der Luft. Zum Brüten und zur Aufzucht der Jungen muss allerdings auch der Mauersegler mal landen. Seine Nester baut er Kolonieweise sehr nah am Menschen in Mauer-spalten oder unter Dachziegel (östlich der Elbe auch in Baumhöhlen). Mit Neu-bauten und der Sanierung von Häusern schwinden allerdings die Möglichkei-ten, geeignete Nistplätze zu finden. Glücklicherweise nimmt er aber auch spezielle Nistkästen an.

Lebensraum/Brutquartier (F: „St. Peter und Paul“ Wissembourg/Vogesen/Frankreich).

Kennzeichen: Auf den ersten Blick erinnert er an eine Schwalbe, seine Flügel sind aber spitzer und sichelförmig, und sein Flug ist reißender (im Flug stets gestreckt im Unterschied zu den Schwalben). Betrachtet man ihn aus der Nähe, so erkennt man, dass eine Füße sehr kurz sind und vier nach vorne gerichtete, krallenbewehrte Zehen aufweisen. Der kurze Schwanz ist flach gegabelt. Häufig fliegt er im Verband hoch oben am Himmel. Dieser Flugkünstler erbeutet fliegende Insekten geschickt in der Luft. Er transportiert runde Nahrungsballen aus gefangenen Insekten in seinem Kehlsack zu den Juv. Außerhalb der Brutzeit verbringt er sein Leben fast ausschließlich in der Luft. Langstreckenzieher. Gesang: Seine schrillen Rufe klingen wie „Sriiiii, Sriiiii“. Diese kann man häufig an Sommerabenden hören. (NABU-Porträt; Wiki; Rubrik: Um Haus und Hof).

Jungvögel können Schlechtwetterperioden durch energiesparenden „Hunger-schlaf“ überstehen. – Die Tollkühnen Luftakrobaten legen jedes Jahr geschätzte 190.000 km (!) am Himmel zurück. Bevor sie sich zum 1. Mal zum Eierlegen in eine Mauer- oder Felsspalte verkriechen, waren sie 3 Jahre ohne Unterbrechung in der Luft. Schlafen im Flug und Sex in der Luft inklusive… Nachtflug im Schlaf: Um 10 Mon. ununterbrochen in der Luft bleiben zu können, müssen sie im Flug schlafen. Morgens und abends steigen sie weit auf und verweilen im Gleitflug in der Höhe. Vermutlich schläft bei ihnen in der Nacht nur eine Hirnhälfte, die andere steuert derweil den Flug.

Tipp: Für Mauersegler gibt es fertige Niststeine, die man bereits beim Bau von Gebäuden in die Fassade einlassen kann. Darüber hinaus stehen auch Spezial-nistkästen zur Verfügung, die man nachträglich an der Fassade anbringen kann; da sie Kolonienbrüter sind, sollte man stets mehrere Nisthilfen vorsehen. Außerdem benötigen sie einen freien Anflug zum Nistplatz (Himmelsrichtung spielt eine untergeordnete Rolle), der mindestens 5 m zum nächsten Haus oder Baum betragen sollte. Da der Kot der Juv. von einem Häutchen umhüllt ist, gehen von Mauersegler-Kästen keine Verschmutzung der Fassade aus. Beim Anflug sind sie nur schwer zu beobachten. Kurz vor dem Einschlüpfen in ihre Höhle legen sie die Flügel an u. gleiten mit Schwung in die Eingangsröhre, ohne an der „Pforte“ einen Moment anzuhalten. Sie füttern den Nachwuchs auch nicht alle paar Minuten, wie es die Mehl- u. Rauchschwalben machen, sondern in 3-Stunden-Abständen. Dann aber gibt es nicht einzelne Insekten sondern ein Futterpäckchen mit bis zu 10.000 Mücken auf eimal!

Der Hausrotschwanz ist ein lebhafter, ruheloser Vogel, der fortwährend knickst oder mit dem Schwanz zittert. War als Felsbewohner ursprünglich im Hochgebirge beheimatet, hat sich heute aber an die „Ersatzfelsen“ der Dörfer und Städte angepaßt. Teilzieher. Nistet an gestützten Stellen in Gebäuden und Halbhöhlen.

Lebensraum/Brutrevier/Halbhöhlenkasten (F: Obstbaumgrundstück, Schlat-Unterdorf).

Gesang: Frühaufsteher unter den Singvögeln: 70 Min. vor Sonnenaufgang. Der unverwechselbare laute Gesang besteht aus klappernden, knirschenden, pfei-fenden und fauchenden Elementen. Sie werden in wechselnder Reihenfolge wiederholt. (Rubrik: Um Haus und Hof).

Die Amsel bzw. Schwarzdrossel ist in Europa der am weitesten verbreitete Vertreter dieser Familie u. zugleich einer der bekanntesten Vögel überhaupt. Stimmbegabter Vogel mit langem Schwanz und kurzen, abgerundeten Flügeln; hüpft und trippelt bei der Nahrungssuche am Boden mit gespreizten Flügeln und gestelztem Schwanz. Der ursprünglich scheue Waldvogel hat sich dem Leben in Städten und Dörfern stark angepasst.

Lebensraum/Brutrevier/Brombeerbewuchs im Graben: (F: LIFE+ Vogelschutz in Streuobstwiesen des Mittleren Albvorlandes, Schlat).

Kennzeichen: ♂ einfarbig schwarzes Gefieder, orangegelber Schnabel und einem Augenring. ♀ dunkelbraunes Gefieder mit verwaschen gefleckter Brust, dunkelbrauner Schnabel. In städt. Anlagen und Gärten kommen gelegentlich teilalbinotische Expl. mit weißen Flecken im Gefieder vor. Jahresvogel. Nistet meist in dichten Hecken, Büschen u. Bäumen. Gesang: Frühaufsteher unter den Singvögeln: 45 Min. vor Sonnenaufgang. Der ♥-Gesang des ♂ ist volltönend, sehr melodisch und abwechslungsreich. Amsel, Drossel, Fink und Star… kennt mancher noch aus dem Kinderlied, doch unterscheiden können viele eher den Mercedes vom BMW. Dabei bieten Städte und Dörfer, Parks und Kleingärten vielen Vogelarten Lebensraum und uns die Möglichkeit, sie kennen zu lernen. (Eigentlich Gärten, Friedhöfe, Parkanlagen, zwischenzeitlich Vorkommen Rubrik: Um Haus und Hof).

Seitdem das Usutu-Virus 2010 zum ersten Mal aufgetreten ist, gefährdet es unsere heimischen Amseln. Seit 2018 treten glücklicherweise weniger Fälle auf. – Amseln können aufgrund erhöhter Alkohol-dehydrogenase-Produktion etwa 1 – 2  in der Stunde verarbeiten. Für manchen bekommt dann der Name „Wacholderdrossel“ einen ganz neuen Klang; der Mensch schafft dagegen ledig-lich ca. 0,l  pro Stunde. Vielleicht daher der Name „Schnapsdrossel“…

Haussperling / Spatz Passer domesticus (F: Hausgarten in Dürnau © Sonja Felgner).

Der Haussperling ist mit den afrikanischen Webervögeln verwandt sowie die häufigste Vogelart und in seinem Verhalten ein „frecher Spatz„; hat sich ganz an die Umgebung des menschen angeschlossen. Kennzeichen: ♂ graue Kopfplatte, weißgraue Wangen, schwarzer Kehlfleck, brauner Nacken, graue Unterseite, dunkelgestreifte Flügel. Jahresvogel. Anm.: Bildet gerne Schlafgemeinschaften in dichten Hecken oder Bäumen.

Lebensraum/Brutrevier/Stallungen (F: „Forsthof“ Leśniczówka Łośki/Polen).

Brütet meist in Hohlräumen von Gebäuden. Gesang: Das typische „tschilp“ des Haussperlings dürfte den meisten bekannt sein, da es häufig aus der Hecke heraus oder vom Dach herunterschallt. Nur bei Erregung schlägt das Tschilpen auch mal in Gezeter um. (Rubrik: Um Haus und Hof).

Tipp: Viele Vogelarten sind zur Gefiederpflege auf Sandbadeplätze angewiesen. An einem sonnigen Platz kann man dazu einfach ein wenig Humus oder Gras-narbe entfernen und die Mulde dann mit feinem Sand auffüllen. Um die Aus-breitung von Krankheiten zu vermeiden, sollte der Sand regelmäßig ausge-tauscht werden.

Star ♂♥ Sturnus vulgaris (F: Streuobstgebiet Schlat).

Der Star ist ein geselliger, nach der Brutzeit in riesigen Schwärmen (F: Über-nachtungsschwärme fallen ins Röhricht ein – Narew-Ufer) auftretender Vogel mit spitzem Schnabel und relativ kurzem Schwanz. Kommt heute dank der „Starenkästen“ nahezu überall vor.

Lebensraum/Brutrevier/Spechthöhle im Apfelbaum (F: Pferdekoppeln, Schlat-Unterdorf).

Kennzeichen: ♂ schwarzes, im Herbst / Winter weiß- bis bräunlich getüpfeltes Gefieder (Foto) mit blau-grünem, metallischem Glanz. Teilzieher. Gesang: Früh-aufsteher unter den Singvögeln: 15 Min. vor Sonnenaufgang. Sie haben ein reiches Repertoire an Lauten, verfügen über verschiedene melodisch bis mechanisch klingende Gesangsmotive und können sogar andere Vögel imitieren. (Rubrik: Um Haus und Hof).

Mönchgrasmücke ♀ Sylvia atricapilla (F: Gartenanlage in Laichingen).

Die Mönchsgrasmücke ist ein unscheinbarer, aber äußerst sangesfreudiger Vogel; hält sich vorwiegend im Gebüsch bzw. Unterholz auf, meidet trockene Nadelwälder und macht sich v.a. durch ihren melodischen Gesang bemerkbar.

Die dunkle Kopfplatte erklärt ihren Namen. Kennzeichen: graubraune Ober-seite. ♂ schwarze Kopfplatte, graue Wangen, aschgraue Unterseite. ♀ u. Juv.: Rotbraune Kopfplatte, braungraue Unterseite. Teilzieher. Gesang: Frühauf-steher unter den Singvögeln: 45 Min. vor Sonnenaufgang. Ein melodisches, lautes Flöten, das mit einem leisen, „schwätzenden“ Vorgesang beginnt. Der häufigste Ruf ist ein kurzes, hartes „täk“, was an das Zusammenschlagen zweier Kieselsteine erinnert. (Rubrik: In Gärten, Friedhöfen und Parkanlagen).

Gartenrotschwanz ♂ juv. Phoenicurus phoenicurus (Fotos: Streuobstgebiet Schlat-Unterdorf).
Lebensraum/Brutrevier/Scheune (F: Streuobstgebiet Schlat).

Der Gartenrotschwanz ist ein lebhafter, anmutig wirkender Vogel zittert un-unterbrochen mit dem Schwanz und macht aber oftmals knicksende Verbeu-gungen. Seltener als Hausrotschwanz. Zugvogel. Höhlenbrüter, der auch gerne Nistkästen annimmt. Gesang: Frühaufsteher unter den Singvögeln: 80 Min. vor Sonnenaufgang. In den frühen Morgenstunden singt das ♂ weich u. wehmütig, beginnend mit einem „hüit“, gefolgt von einem tieferen „tick-tick-tick“. Insges. ist der Gesang schwatzend und variationsreich. (Rubrik: In Gärten, Friedhöfen und Parkanlagen).

Heckenbraunelle Prunella modularis – li. Feldspatz (F: Gartenanlage Schlat).
Lebensraum (Symbolfoto: Rote Heckenberberitze „Gemeindegärten“, Schulstraße in Schlat).

Die unscheinbare Heckenbraunelle wird manchmal mit einem Sperling ver-wechselt; sie hat aber einen dünnen Insektenfresserschnabel. Kennzeichen: Auf dem Boden rutscht sie förmlich dahin und zuckt dabei ständig mit den Flügeln und dem Schwanz. Teilzieher. Das Nest ist versteckt im Pflanzendickicht auf einer Unterlage aus zarten Reisern überwiegend aus Moos gebaut. Ihren recht melodischen Gesang läßt sie von einer erhöhten Warte aus erschallen. Er ist sehr fein u. klingt etwas wie ein klirrender Schlüsselbund. (Rubrik: In Gärten, Friedhöfen und Parkanlagen – Anm.: mittlerweile ein typischer Stadtvogel).

Blaumeise Cyanistes caeruleus (F: Gartenanlage Schlat).

Die Blaumeise ist ein relativ klein und lebhaft, hält sich vorwiegend in Laub-bäumen auf und meidet gewöhnlich reine Fichten- und Kiefernbestände. Einzi-ger mitteleurop. Kleinvogel mit gelber Unterseite. Kennzeichen: Scheitel, Flügel und Schwanz blau gefärbt; weiße Wangen; dunkler Augen-, Kinn- und Hals-streifen; grünliche Ober-, gelbe Unterseite mit schwarzem Bauchfleck. Jahres-vogel. Häufiger Gast an Futterhäuschen und „Meisenknödeln“.

Lebensraum/Brutrevier/Nistkasten (F: Wohn-Parkanlage in Laichingen).

Höhlenbrüter in Bäumen, Mauern und Nistkästen. Gesang: Frühaufsteher unter den Singvögeln: 35 Min. vor Sonnenaufgang. Ist sehr abwechslungsreich: meist beginnt er mit einem hohen „tii-tii“ und endet mit einem hübschen Triller. (Rubrik: In Gärten, Friedhöfen und Parkanlagen).

Tipp: Der Nistkasten ist die klassische Hilfe, mit der viele Vogelfreunde dem Bruterfolg von Meisen, Staren u.a. Gartenvögeln auf die Sprünge helfen wollen. Gerade in Gärten ohne Bäume oder älteren Baumbestand siedeln sich höhlen-brütende Vogelarten wie Blau- und Kohlmeise oder Star gern in Nistkästen an. Solche Nisthöhlen kann man heute fertig z.B. in Baumärkten kaufen. Sie sollten im Herbst angebracht werden – so können die Vögel den Kasten schon im Win-ter als Schlafplatz nutzen.

Kohlmeise Parus major (F: Garten in Schlat).

Die Kohlmeise ist die größte und anpassungsfähigste einheimische Meisen-Art; ist überall anzutreffen, wo Bäume stehen, jedoch selten in reinen Nadelwäldern; turnt häufig kopfüber und Kopfunter an Ästen und Zweigen; besucht gerne die winterlichen Futterhäuschen. Kennzeichen: schwarzer Kopf mit weißen Wangen; grünlicher Rücken; schwarzer Längsstreifen auf gelber Unterseite; Flügel und Schwanz blaugrau. Jahresvogel.

Lebensraum/Brutrevier/Nistkasten (F: Wohn-Parkanlage in Laichingen).

Höhlenbrüter in Baumhöhlen, aber auch in Mauerlöchern, Briefkästen und sonstigen Hohlräumen. Gesang: Frühaufsteher unter den Singvögeln: 30 Min. vor Sonnenaufgang. Die Rufe ähneln denen von anderen Meisenarten und klingen z.B. wie „zi tuhi“. (Rubrik: In Gärten, Friedhöfen und Parkanlagen).

Tipp: Gegen ein maßvolles und richtiges Füttern von Gartenvögeln ist nichts einzuwenden Es schafft Kontakt zur Natur und ist oftmals ein Einstieg, sich mit Tieren und der Umwelt auseinander zu setzen. Für viele Menschen ist es ein Erlebnis, die Futtersäule und das -häuschen it Körnern zu füllen und dann vom Fenster aus die hungrigen Vögel beim Picken zu beobachten.

Sumpfmeise Parus palustris (F: Wohn-Parkanlage in Laichingen © Sonja Felgner).
Lebensraum (F: Parkanlage in Neuhausel / Réserve naturelle du Delta de la Sauer/Elsass/F).

Der Name der Sumpfmeise erscheint irreführend, da sie nicht in Sümpfen, son-dern in Laub- und Mischwäldern sowie in größeren Parkanlagen u. Gärten bzw. Obstanlagen anzutreffen ist. Jahresvogel. Reine Nadelbestände gehören jedoch nicht zu ihrem Lebensraum. Besucht gerne den winterlichen Futterplatz. Brütet in bodennahen Baumhöhlen mit engem Einschlupf, nur selten auch in Nist-kästen. (Rubrik: In Laub, Nadel- und Mischwäldern).

Haubenmeise Parus cristatus (F: Wohn-Parkanlage in Laichingen © Sonja Felgner)

In Mitteleuropa ist die Haubenmeise recht weit verbreitet. Sie bewohnt hier v.a. Nadelwälder, ist jedoch auch in Mischwäldern zu beobachten. Außerhalb der Brutzeit taucht sie überdies in Gartengelände auf. Mit Vorliebe sucht sie ihre Nahrung an Baumstämmen und -stümpfen.

Lebensraum (F: Birkental/Tannheimer Tal/Tirol/A).

Kennzeichen: Die spitze, schwarz und weiß geschuppte Haube ist für diese Art charakteristisch. Vorwiegend Jahresvogel (streift nur wenig umher). Höhlen-brüter, auch in Nistkästen; außerdem zimmert sie sich zuweilen selbst eine Nisthöhle in morschen Stämmen oder Ästen. (Rubrik: In Laub-, Nadel- und Mischwäldern).

Schwanzmeise Aegithalos caudatus (F: Wohn-Parkanlage in Laichingen © Sonja Felgner).

Auch die Schwanzmeise ist keine echte Meise, sondern gehört zu einer beson-deren Familie. Sie kommt in ganz Mitteleuropa vor, ist aber örtlich selten, oder sie fehlt ganz. Sie bewohnt Misch- und Laubwälder, Parkanlagen, Obstgärten, Feldgehölze und Aufwallungen und dringt auch in die unteren Lagen des Berg-waldes vor. Kennzeichen: Kopf ist entweder ganz weiß, oder er besitzt an beiden Seiten einen mehr oder weniger deutlichen schwarzen Streif (in Polen weiß-köpfig, in Mitteldeutschland teils weiß-, teils streifenköpfig). Am fliegenden Vogel fällt der extrem lange gestufte Schwanz besonders auf; die dünnen u. langen schwarzweißen Schwanzfedern machen 60 % der Körperlänge aus. Außerhalb der Brutzeit streifen sie in Trupps umher. Zur Ruhe drängen sie sich oft sehr dicht zusammen, um sich gegenseitig zu wärmen. Vorwiegend Jahres-vogel (überwintert in Mittel- und Südeuropa).

Lebensraum (F: Národný park Nízke Tatry/Slowakei).

Das Nest ist ein ovaler Bau aus Moos, Pflanzenwolle u. Insektengespinsten (das Innere wird mit vielen weichen Federn ausgepolstert), der in Astgabeln oder im Gezweig gut versteckt angebracht wird. Der Eingang befindet sich an der Seite. (Rubrik: In Laub-, Nadel- und Mischwäldern).

Tannenmeise Parus ater (F: Wohn-Parkanlage in Laichingen © Sonja Felgner).

Die Tannenmeise ähnelt etwas der Kohlmeise, ist aber deutlich kleiner und auf der Unterseite nicht gelb gefärbt; auch fehlt ihr der schwarze Längsstreif auf der Brust. Sie ist weit verbreitet und bewohnt vorwiegend Tannen- u. Fichten-wälder, kommt aber auch in Mischwäldern, Parks und größeren Gartenanlagen vor, sofern einige Nadelbäume vorhanden sind; im Gebirge bis zur Baumgrenze.

Lebensraum (F: Birkental/Tannheimer Tal/Tirol/A).

Überwiegend Jahresvogel, der nur wenig umherstreift. Sie vermögen einen strengen Winter zu überleben, da sie Insekten und ihre Larven unter der Rinde hervorholen können, wo diese Tiere vor Kälte geschützt sind. Brüten in Baum-höhlen sowie in Spalten. (Rubrik: In Laub-, Nadel- und Mischwäldern).

Der Buchfink ist einer typischer Finken-Vogel von kräftiger Statur; fliegt in einer wellenförmigen Flugbahn und läuft bei der Nahrungssuche hüpfend und trippelnd auf dem Boden. Kennzeichen: Länge: 15 cm; je zwei weiße Flügelbin-den. ♂ Nacken und Scheitel graublau; brauner Rücken; rotbraune Unterseite; grünlicher Bürzel. Jahresvogel.

Lebensraum/Brutrevier (F: NSG „Lauheide“/Emsauen/NRW).

Baumbrüter. Gesang: Frühaufsteher unter den Singvögeln: 10 Min. vor Sonnen-aufgang. Sie verfügen über ein vielfältiges Repertoire. Am häufigsten hört man ihren namensgebenden Ruf „Fink“. Auch für den s.g. Regenruf „rrhü“ oder „trüb“ sind sie bekannt. Ihren Gesang tragen sie konstant und strukturiert mit einem Endschnörkel vor (unterscheidet sich je nach Region durch unterschied-liche Strophenenden); sie singen gern laut und schmetternd. (Rubrik: In Gärten, Friedhöfen und Parkanlagen).

Grünfink♂ Chloris chloris (F: Streuobstgebiet Schlat).

Der Grünfink o. Grünling ist ein plump wirkender Finkenvogel mit kräftigem Schnabel; fliegt in einer wellenförmigen Flugbahn, hüpft meist auf dem Boden. Häufiger Gast an den winterlichen Futterstellen. Kennzeichen: ♂ gelbgrünes Gefieder; gelbe Flügelspiegel und gelbe, im Flug sichtbare Seitenflecken an der Schwanzbasis. Häufig an Futterhäuschen anzutreffen. Jahresvogel.

Lebensraum (F: Wigierski Park Narodowy/PL).

Nistet meist am äußersten Astende von Laubbäumen. Gesang: Frühaufsteher unter den Singvögeln: 15 Min. vor Sonnenaufgang. Im Repertoire hat er sowohl ein kräftiges „jüpp-jüpp-jüpp grüüü“ als auch kanarienvogelgleichen, zwitschernden Gesang mit vielen Pfiffen und Trillern. (Rubrik: In Gärten, Friedhöfen und Parkanlagen).

Tipp: Wer keinen oder nur einen sehr kleinen Garten besitzt, kann durch heimi-sche Kletterpflanzen an der Hauswand einen Beitrag zum Vogelschutz leisten. Jede öde Betonmauer lässt sich mit Efeu, Jelänger-jelieber, Waldrebe oder Wil-dem Wein beleben und zum Brutplatz für Amsel, Gründfink, Hänfling oder Haussperling umgestalten.

Stieglitz Carduelis carduelis (LIFE+ Vogelschutz in Streuobstwiesen des Mittleren Albvorlandes).

Der Stieglitz ist ein anmutiger, farbenprächtiger Vogel mit relativ langem, zuge-spitztem Schnabel. Seine Vorliebe für die Samen von Disteln u.a. Staudensamen hat ihm auch den Namen Distelfink eingebracht.

Lebensraum: (F: NP Niederlausitzer Heidelandschaft/BB).

Kennzeichen: schwarzweißer Kopf mit roter Gesichtsmaske; brauner Rücken; schwarze Flügel mit breitem, gelbem Flügelband; weißer Bürzel; schwarzer Schwanz. Jahresvogel. Nistet meist am äußersten Astende von Laubbäumen. Gesang: Frühaufsteher unter den Singvögeln: 20 Min. vor Sonnenaufgang. Der muntere, zwitschernde Gesang wird aus vielfach wiederholten und variierten Lockrufen gebildet. (Rubrik: In Gärten, Friedhöfen und Parkanlagen).

Girlitz ♂ Serinus serinus (LIFE+ Vogelschutz in Streuobstwiesen des Mittleren Albvorlandes).

Der Girlitz ist ein naher Verwandter des Kanarienvogels. Das ♂ singt häufig während seines fledermausartig flatternden ♥-Fluges, im Sitzen beweg sich der Schwanz hin und her. Heute ein typischer Stadtrandbewohner. Teilzieher.

Lebensraum (F: Schlosspark „Graues Schloss“, Mihla-Buchenau/N.P. Hainich/Thüringen).

Das kleine Nest wird auf Bäumen oder in höheren Büschen gebaut. Sie füttern die Juv. mit einem Brei aus vorverdautem Samen, den sie aus dem Kropf aus-würgen. Sie setzen ihren Kot auf dem Nestrand ab, der auf diese Weise leicht erhöht wird. (Rubrik: In Gärten, Friedhöfen und Parkanlagen; Anm.: heute ein typischer Stadtrandbewohner).

Gimpel / Dompfaff ♂ Pyrrhula pyrrhulam (F: Wohn-Parkanlage in Laichingen © Sonja Felgner).

Der Gimpel bzw. Dompfaff ist ein großer gedrungener erscheinender Finken-vogel mit großem Kopf und kurzem, kräftigen Schnabel. Wirkt im Sitzen eher bedächtig, sein wellenförmiger Flug ist aber rasch und energisch. Tritt im Sommer meist paarweise und im Winter in kleineren Schwärmen auf (auch an Futterstellen). Kennzeichen: Kopfplatte, Gesicht, Flügel und Schwanz schwarz; weiße Flügelbinde; weißer Bürzel. ♂ Wangen und Unterseite leuchtend rot; blaugraue Oberseite. Am fliegenden Vogel fallen der schwarze Oberkopf, der weiße Bürzel und der weiße Flügelstreif auf. Jahresvogel. Er bewohnt Nadel- und Mischwälder, Parkanlagen, gebietsweise auf Gärten und Auwälder. (Rubrik: In Laub-, Nadel- und Mischwäldern).

Der ♂ Halsbandschnäpper fliegt mögliche Bruthöhlen an und „zeigt“ sie so umherstreifenden ♀♀ . Kennzeichen: Länge: ♂ ist anhand des breiten weißen Halsbandes und des weißen Bürzelflecks gut zu erkennen; die strahlend weiße Unter- steht im Kontrast zur schwarzen Oberseite. Der weiße Handschwingen-fleck ist größer als beim sehr ähnlichen Trauerschnäpper. Gerne sitzt der kleine Vogel hoch oben in Laubbäumen und startet von dort aus seinen Beuteflug auf Insekten; seltener ist er am Boden zur Futtersuche unterwegs. Zugvogel. In Süd-deutschland bewohnt er Laubwälder, Parks, Gärten und Streuobstwiesen. Im Alpenvorland trifft man sie nicht an. (Rubrik: In Gärten, Friedhöfen und Park-anlagen).

Lebensraum/Brutrevier/Nistkasten rechts (F: WILHELMA, Stuttgart).

Tipp: Viele Vogelarten benötigen einen erhöhten Sitzplatz wie eine Baumkrone oder einen Dachfirst. Hausrotschwanz, Trauerschnäpper und Rotkehlchen nutzen einen solchen Ansitz, um sich von dort aus auf Insekten zu stürzen. Gleichzeitig verschaffen Sitzwarten den Vögeln eine gute Rundumsicht und schützen sie dadurch vor möglichen Feinden. In Gärten ohne höhere Bäume und Sträucher kann man den Vögeln mit ein paar Bohnenstangen einen Gefallen tun.

Singdrossel Turdus philomelos (BArtSchV-b – Réserve naturelle des rochers et tourbières du pays de bitche/Frankreich)

Unter den europäischen Drosseln läßt die Singdrossel den abwechslungsreich- sten Gesang hören. Fliegende Singdrosseln sind durch das ockerfarbene Achselgefieder von Rotdrosseln unterschieden. Kennzeichen: Oberseite der Altvögel einfarbig braun, Unterseite weißlich mit rahmfarbener Tönung auf der Brust, schwarze Fleckung ist feiner und weniger dicht als bei der größeren Misteldrossel, brauner Schwanz. Läuft am Boden mit raschen, ruckartigen Bewegungen, fliegt schnell und geradlinig. Weniger verstädtert als die Amsel. Teilzieher.

Lebensraum (F: Parkanlage Chapelle Notre-Dame-des-bois/Domaine d’Erbsenthal Voges du Nord).

Nest 2-4 m über den Boden in Büschen und Bäumen; fester Bau aus Halmen, Moos, Laub, dessen Mulde mit feuchtem Holzmulm glatt „ausgeschmiert“, aber nicht gepolstert ist. Gesang: Frühaufsteher unter den Singvögeln: 55 Min. vor Sonnenaufgang. Der Gesang ist sehr laut u. abwechslungsreich. Er besteht aus unterschiedlichen Motiven, die meist 2-4 Mal wiederholt werden. Ist sie in der Luft oder fliegt auf, hört man häufig ein spitzes „ziit“. (Rubrik: In Laub, Nadel- und Mischwäldern).

An „Drosselschmieden“ schlägt die Singdrossel kleinere Gehäuseschnecken, z.B. Schnirkelschnecken, so lange gegen einen Stein, bis die Gehäuse zersprin-gen.

Misteldrossel Turdus viscivorus (F: Burgruine Reußenstein, Neidlingen / BSG Schwäbische Alb © Sonja Felgner).

Die Misteldrossel ähnelt der Singdrossel; sie ist aber größer und hat auf der Unterseite eine gröbere Zeichnung. Kennzeichen: Von der Singdrossel unter-scheidet sie sich durch ihre graubraune Oberseite, die weißlichen Spitzen der Außenfahnen der äußersten Schwanzfedern sowie die grobe Fleckung auf der Unterseite. Im Flug fällt das weiße Achselgefieder auf, das diese Art von der Singdrossel unterscheidet. Beim kraftvollen Flug werden beide Flügel in regel-mäßigen Abständen geschlossen. Kurzstreckenzieher, besonders im Westen u. Süden Deutschlands aber auch Standvogel.

Die ♂♂ füttern die ♀♀ während der Brut und lösen sie manchmal sogar ab. Das stabile Napfnest liegt häufig in Nadelbäumen und besteht aus Lehm, Moos und Flechten und enthält im Unterschied zum Amselnest kaum Erde. Außer-halb der Brutsaison sammeln sie sich oft in Trupps zur Nahrungssuche auf Wiesen. In Mitteleuropa bewohnen sie v.a. bewaldete Gegenden. Gebietsweise kommen sie auch in Parks, städtischen Anlagen und Hausgärten vor.

Lebensraum (F: Bodensee – Region Untersee).

Gesang: Das beste Erkennungsmerkmal ist der schnarrende, lang gezogene Ruf „zerr’r’r’r“. Der Gesang ist melodisch und dem der Amsel ähnlich, jedoch etwas schneller und wehmütiger. (Rubrik: In Laub, Nadel- und Mischwäldern).

Durch das Auskoten der Beeren trägt die Misteldrossel stark zur Verbreitung der Pflanze bei u. verteidigt „ihre Mistelbäume“ aggressiv gegenüber Nahrungs-konkurrenten.

Ringdrossel ♀ Juv. Turdus torquatus (F: NP Tiroler Lechtal/Österreich).

Die Ringdrossel ähnelt etwas der Amsel, hat aber auf der Brust einen weißen, halbmondförmigen Fleck. Brutvögel Mitteleuropas haben an den Handschwin-gen weißliche Säume. Juv. ähneln dem ♀ ; sind aber stärker gefleckt und haben kein helles Brustband (Foto). Weitere Kennzeichen: das adulte ♀ ist grau-brauner als das ♂ , und das Brutband ist bei ihm weniger ausgeprägt. Adulte ♂♂ im Flug unterscheiden sich durch die hellen Schwingensäume und das weiße Brustband von Amseln. Sommervogel. Auf dem Herbtzug sind sie oft gesellig und besuchen in Trupps Beerenbüsche. In Mitteleuropa bewohnt der Vogel höhere Gebirge, z.B. Alpen, Vogesen, den Schwarzwald, Bayerischen und Böhmerwald. Brütet in Bergwäldern und in der Krummholzzone.

Lebensraum: (F: Revier Vlčí kámen / Wolfstein 883 m n.m. – Národní přírodní rezervaci Kladské rašeliny / „ChKO Slavkovský les“).

Das Nest wird meist in geringer Höhe über dem Boden, dicht am Stamm von Nadelbäumen, aber auch in Felsnischen oder in Latschen u. Alpenrosenbüschen angelegt (ein verhältnismäßig umfangreicher Bau; Rand häufig mit Flechten verkleidet). Das ♂ zeigt das besetzte Revier durch intensiven Gesang von expo-nierten Punkten aus an. (Eigentlich Hochgebirge, aber bei uns Rubrik: In Laub, Nadel- und Mischwäldern).

Wacholderdrossel Turdus pilaris (F: NS-Großprojekt Teichgebiete Niederspree-Hammerstadt/SN).

Die Wacholderdrossel ist ein sehr temperamentvoller und geselliger Vogel; hält sich vorwiegend am Boden auf, achtet aber auf große Fluchtdistanz. Kennzei-chen: Kopf und Bürzel grau (fällt besonders beim Auffliegen auf); gelber Schnabel; kastanienbrauner Rücken, dunkler Schwanz; gelblichbraune Brust und helle Unterseite dunkel gefleckt (kräftiger wie bei anderen Drosseln); weiße, im Flug sichtbare Unterflügeldecken. Teilzieher; überwintert Vielorts in Mitteleuropa. Bewohnt Randbezirke verschiedener Waldtpen, Parkland-schaften, Auwälder, Feldgehölze und Gärten.

Lebensraum/Brutrevier/Klosterparkanlage (F: „Ave Maria“, Deggingen).

Brütet in lockeren Kolonien in Büschen und Bäumen. Das Nest ähnelt dem der Amsel; es wird oft in eine kräftige Astgabel hineingebaut und mit Erde verstärkt. Tierische Nestplünderer, die in das Brutrevier eindringen, werden von den Vögeln im Verband angegriffen und häufig vertrieben. Gesang: Der Ruf ist ein auffälliges, schackerndes „tschäck“, was oft einige Male wiederholt wird. Der Gesang besteht aus schwätzenden Elementen mit kurzen Pausen. (Eigent-lich Felder, Wiesen und Feldge-hölze; zwischenzeitlich Vorkommen Rubrik: In Laub, Nadel- und Mischwäldern).

Kommt ein Greifvogel der brütenden Kolonie zu nah, attackieren die Drosseln den Feind und bespritzen ihn mit Kot, sodass er sogar kurzzeitig nicht mehr fliegen kann.

Fitis/-Laubsänger ♂ Phylloscopus trochilus (F: Biebrzański Park Narodowy/Polen).

Der Fitis ähnelt stark dem Zilpzalp und in etwas geringerem Maße auch dem Waldlaubsänger. Er ist ein Charaktervogel der Auwälder, lebt aber auch in lich-ten Laub- und Mischwäldern, Parkanlagen, Feldgehölzen und Gärten.

Lebensraum: (F: Rezerwat przyrody Czerwone Bagno/“Rote Sümpfe“ im Biebrzański Park Narodo-wy/PL – LNV-Exk. ’09 © Dr. Gerhard Bronner).

Kennzeichen: olivbräunliche Ober-, gelbliche Unterseite (gelblicher als Zilpzalp und hat helle Beine). Der Flug des Fitis führt meist nur von einem Baum zu einem anderen in der Nähe; auf der Nahrungssuche turnt der rastlos durchs Gezweig. Zugvogel. Das Nest wird am Boden gebaut, hat wie alle Laubsänger-arten einen seitlichen Eingang und ist stets gut versteckt angelegt. Gesang: Frühaufsteher unter den Singvögeln; 20 Min. vor Sonnenaufgang. Sehr melodisch und besteht aus hellen, abfallenden Tönen und einem Überschlag am Ende. (Rubrik: In Laub, Nadel- und Mischwäldern).

Der Fitis mag es gerne schick. Er mausert als einzige europäische Vogelart sein Großgefieder gleich zwei Mal im Jahr. Anm.: Er und seine Zwillingsart, der Zilp-zalp, stammen von einer Ursprungsart ab, deren Verbreitungsgebiet während der Eiszeiten getrennt wurde.

Der Kernbeißer Coccothraustes coccotraustes ist der größte Finkenvogel Euro-pas u. hat von allen Vertretern dieser Familie den mächtigsten Schnabel. Kenn-zeichen: Das adulte ♂ ist kontrastreich gefärbt. Zur Brutzeit ist der Schnabel bläulichschwarz, im Herbst und Winter gelblich hornfarben; Kopf gelbbraun mit grauem Nackenband; Brust beige; Flügel sind dunkelbraun, die Schwung-federn glänzen metallisch. Im Flug erscheinen die Vögel großköpfig und kurz-schwänzig; Flügel- und Schwanzzeichnungen sind charakteristisch. Bei der Nahrungssuche kommt es unter ihnen oft zu Streitereien. Sie sind scheu und halten sich überwiegend in den Baumkronen auf. Im Winter kommen sie auch gern ans Futtterhäuschen (Foto), wo sie sich energisch Zugang verschaffen. Jahresvogel. Sie leben in Laub- und Mischwäldern mit altem hohem Baum-bestand. Eichen, Hainbuchen, Ulmen und Buchen sind sehr beliebt. Aber auch Obstbäume mag er.

Lebensraum (F: Projektgebiet „Hutewald Nordalb“, Deggingen).

Das Nest bauen sie hoch oben in Laubbäumen oder in dichtem Buschwerk, besteht aus Reisern, Halmen und Würzelchen und ist mit weichen Pflanzen-stoffen gepolstert. Außerhalb der Brutzeit sieht man sie meist in kleinen Trupps. Sie besuchen auch Gemüsegärten, um halbreife Ersten zu verzehren. (Rubrik: In Laub, Nadel- und Mischwäldern).

Der Kleiber klettert hüpfend, ohne sich mit dem Schwanz aufzustützen, an Bäu-men hinauf und als einziger Vogel mit dem Kopf voran auch hinab. Sein Name kommt daher, daß er den Eingang seiner Bruthöhle (Foto) bis auf ein kleines Schlupfloch mit Lehm „verklebt“ (Kleber = Kleiber). Er wird auch Spechtmeise genannt, da seine Lebensweise und sein Aussehen an beide Vögel – Spechte und Meisen – erinnert. V.a. verlassene Spechthöhlen dienen als Brutstätte; aber auch Nistkästen und manchmal sogar Mauerlöcher. Kennzeichen: gedrungen erscheinender Vogel mit kräftigem, zugespitztem Schnabel; blaugraue Ober-seite; weiße Wangen; langer, schwarzer Augenstreifen; ocker- bzw. rostfarbene Unterseite. Jahresvogel. Er bewohnt Laub, Misch- u. Nadelwälder mit Altholz-beständen, Parks und Obstgärten mit alte Bäumen Im Gebirge geht er bis zur Waldgrenze.

Lebensraum (F: Hartholzauen LRT 91F0 aus Schwarzpappeln Populus nigra bei Schenkenschanz/ Niederrhein/NRW).

Höhlenbrüter. Kleiber sind sehr lautfreudig. Am auffallendsten ist ein metalli-sches „Tut-tuit-tuit…“, das sie v.a. bei Erregung hören lassen. Der Reviergesang besteht aus einem pfeifenden, weithin hörbaren „Wie-wihe-wihe“. Außerdem lässt er häufig ein trillerndes „Trürrr“ hören. (Rubrik: In Laub, Nadel- und Mischwäldern).

Rotkehlchen Erithacus rubecula (F: N.P. Bayrischer Wald) © Piotr Malczewski.

Das Rotkehlchen ist ein runder, zutraulicher Vogel und an der roten Brust gut zu erkennen; schlüpfen nicht selten mit knicksenden Bewegungen wie Mäuse durch dichtes Gebüsch. Auf dem Boden bewegen sie sich mit großen Sprüngen. Tritt meist einzeln auf (sehr aggressiv und duldet keine Rivalen in der Nähe). Kennzeichen: olivbraune Oberseite; Stirn, Kehle und Brust orange- bis rostrot; Flanken und Bauch grau bis weißgrau. Teilzieher (viele, die man im Winter beobachtet sind nordische Gäste). Bewohnt Wälder aller Art, v.a feuchte Waldungen und Auwälder, ferner Parkanlagen, Gärten und Feldgehölze.

Lebensraum/Brutrevier (F: Streuobstgelände Schlat-Unterdorf).

Brut: häufig Wirtsvögel des Kuckucks. Das Nest wird gut versteckt in einer Bodenvertiefung und allen möglichen Schlupfwinkeln, wie auch in weggewor-fenen Gefäßen gebaut, meist im Schutz umgebender Vegetation. Manchmal dienen auch etwas höher gelegene Nischen als Brutplätze. Gesang: Frühauf-steher unter den Singvögeln; 50 Min. vor Sonnenaufgang. Ein kurzes und hartes „tick“ oder ein hohes „siiip“ geben sie besonders bei Beunruhigung von sich. Schwieriger zu beschreiben ist ihr Gesang: Er startet mit einer Reihe hoher, feiner Töne und endet in einer Folge „tröpfelnder“, „perlender“ Elemente. Das klingt etwas traurig oder wehmütig und ist auch im Herbst, Winter sowie nachts zu hören. Das ♂ singt das ganze Jahr über. Außerhalb der Brutzeit singen auch ♀♀, allerdings weniger intensiv. (Rubrik: In Laub, Nadel- und Mischwäldern).

Tipp: Im Herbst sollte man das Laub liegen lassen oder unter die Büsche fegen, denn unter den Blätter suchen Rotkehlchen, Amseln und Singdrossel nach Insekten, Spinnen, Asseln und Würmern. In einem Haufen abgestorbener und abgeschnittener Äste brüten z.B. Zaunkönig oder Rotkehlchen gern. Zudem finden sich im toten Holz viele Kleintiere, die mit der Zersetzung des Holzes beschäftigt sind. Sie bieten den Vögeln einen reich gedeckten Tisch. Ein schatti-ger Platz ist optimal für einen Komposthaufen. Dort kann man Rotkehlchen, Heckenbraunellen u. Drosseln auf der Suche nach Kleinlebewesen beobachten.

Waldbaumläufer Certhia familiaris (F: Parc animalier de Sainte-Croix, Frankreich).

Beim Klettern rutsch der Waldbaumläufer in Spiralen in die Höhe. Im Gegen-satz zum Gartenbaumläufer hat er weißliche Flanken; sein Schwanz ist ein Stützschwanz. Kennzeichen: langer, abwärts gebogener Schnabel; lange Hinter-zehe. Der Flug ist leicht wellenförmig: er führt meist nur von einem Baum zum anderen. In kalten Wintern übernachten sie zu mehreren. Jahresvogel. Er bewohnt Wälder aller Art, v.a. solche im Gebirge; örtlich kommt er auch in Parks vor.

Lebensraum/Brutrevier = Blitzfurche (F: Wildgehege „Eichert“, Göppingen).

Sein Nest aus feinen Reisern. Moos und Holzstücken baut er in Spalten an Baumstämmen (häufig nur hinter der losen Rinde), Ritzen an Waldhütten, künstlichen Nistkästen und ähnlichen Örtlichkeiten. (Rubrik: In Laub, Nadel- u. Mischwäldern).

Tipp: In Gärten mit alten Baumbestand kann man mit einem speziellen Schlitz-kasten dem Baumläufer einen künstlichen Nistplatz anbieten. Der Kasten wird so am Stamm befestigt, dass der „Klettermaxe“ direkt hineinmarschierten kann.

Wiedehopf Upupa epops mit Maulwurfsgrille (F: Gestüt in Maćkowa Ruda/PL © Piotr Malczewski).

Der Wiedehopf ist an der aufrichtbaren orangen Federhaube, dem orangefar-benen Gefieder und den breiten schwarzen und weißen Bändern auf Schwingen und Schwanz leicht zu erkennen und wirkt wie ein exotischer Vogel. Dazu kommt der Reiz der Seltenheit, denn der einst bei uns weit verbreitete Vogel brütet nur noch in geringer Zahl und fehlt schon auf weiten Strecken. Wo Vieh weidet, hält er sich gern auf, denn dort kann er mit seinem langen Schnabel (mit schwarzer Spitze) in Kuhfladen nach Käfern und deren Larven stochern. Er fliegt keinesfalls so ungeschickt, wie es scheint, und kann in der Luft besser manövrieren als ein Falke. Nur rd. 500 Paare brüten gegenwärtig regelmäßig in Deutschland (der Vogel, der die Winterzeit in Afrika und Vorderasien verbringt, gilt bei uns als gefährdet). Es wird aber davon ausgegangen, dass sich die Population durch die Klimaveränderungen wieder erholt.

Im Fluge gleicht er einem riesigen schwarzweißen Schmetterling. Beim Balzen richtet das ♂ immer wieder den Schopf auf und verneigt sich, die Schnabel-spitze gegen einen Ast gedrückt, vor dem ♀ , das es übrigens während der Brut- zeit füttert. Zugvogel. Brütet in Höhlen von Bäumen und Mauern oder in Nist-kästen; meist kein Nistmaterial; nur Kot sammelt sich in der Nisthöhle an. Nähert sich ein Feind der Bruthöhle, dann spritzen die Jungen ihren Darmin-halt, der nicht riecht, bis 60 cm weit. Gleichzeitig fließt aus der Bürzeldrüse ein Tropfen eines furchtbar stinkenden Sekrets aus, das die Nestlinge nur bis zum Alter von 30 Tagen produzieren können. Auch das brütende ♀ „stinkt wie ein Wiedehopf“, wie man volkstümlich sagt. Schnell und weit hörbar ruft er in gleicher Tonlage wie der Kuckuck „upupup“, dem er seinen wissenschaftlichen Namen verdankt. (Eigentlich Heide, Busch- und Ödland; aber vorkommend Rubrik: In Gärten, Friedhöfen und Parkanlagen).

Der Zaunkönig Troglodytes troglodytes ist ein kleiner, rundlicher, ruheloser Vogel mit kurzem, häufig nach oben gestelztem Schwanz und großem Kopf; fliegt gradlinig schwirrend niedrig von einer Deckung zur anderen, aber selten über lange Strecken; huscht in hastigen Bewegungen, wie eine Maus, über den Boden. Tritt meist einzeln auf (bildet im Winter aber Schlafgemeinschaften). Kennzeichen: durchgehend braunes Gefieder mit dichter, dunkler Querbände-rung vom Kopf bis zum Schwanz; hellere, kaum gestreifte Unterseite; heller, weißlicher Überaugenstreif. Bewohnt Waldungen aller Art, v.a. Auwälder, feuchte Schluchten mit Gestrüpp, Parkanlagen mit Unterholz oder Büschen sowie Gartengelände mit ausreichender Deckung; besiedelt oft auch Gebiete in der Nähe von Gewässern. Jahresvogel (bleibt meist ständig in seinem Revier).

Lebensraum (F: Endmoränenlandschaft bei Ringenwalde / BSR Schorfheide-Chorin/BB)

Nicht selten hat das ♂ mehrere ♀♀. Das ♂ beginnt mehrere Nester zu bauen, s.g. Spielnester. Das ♀ richtet eines davon als Brutnest her (ein relativ großer Bau aus Moors Laub und Halmen mit seitlichem Einschlupfloch) und polstert es aus. Mit Vorliebe werden die Nester an Überhängen an Böschungen angelegt. Aber auch in Mauerlöchern, in Nischen mit Efeugerank u. an ähnlichen Örtlich-keiten kann man sie finden; manchmal werden sie auch in oder an Garten-hütten gebaut. Gesang: Frühaufsteher unter den Singvögeln: 40 Min. vor Sonnenaufgang. Lässt seinen lauten Gesang von erhöhten Warten aus erschallen. Im Frühling ist der auffällige Gesang zu hören: ein lautes, hohes Zwitschern, was sich mehrere Male überschlägt und wie ein Schmettern wirkt. (Rubrik: In Laub, Nadel- und Mischwäldern).

Der Zaunkönig hat im Verhältnis zu seiner Körpergröße die lauteste Stimme. Er kommt auf bis zu 90 Dezibel und ist damit fast 500 Meter weit zu hören. Anm.: …übertönt sogar einen Presslufthammer!

Der Zeisig kommt in Mitteleuropa nur örtlich als Brutvogel vor. Er bewohnt dann v.a. Nadelwälder der höheren Gebirge. Außerhalb der Brutzeit kann man ihn auch anderenorts, v.a. an samentragenden Erlen (deshalb auch Erlenzeisig genannt) und Birken, beobachten. Sie turnen im Winter in Schwärmen im Gezweig herum und vergesellschaften sich manchmal mit Birkenzeisigen.

Lebensraum (F: Birkental/Tirol/A – Gemeine Fichte Picea abies – wird wegen ihrer schuppigen, rot-braunen Rinde fälschlich als „Rottanne“ bezeichnet).

Kennzeichen: wegen seines gelblichgrünen Gefieders ähnelt er etwa dem Girlitz, hat aber einen schlankeren Schnabel und eine auffallende gelbe Flügel-zeichnung. Das adulte ♂ hat einen gelbgrünen Bürzel und eine gelbliche Schwanzzeichnung (ähnelt der des Grünfinks). Der Oberkopf ist schwarz, und in der Kinngegend befindet sich häufig ein schwarzer Fleck. Teilzieher (im Winter kommen nordische Vögel zu uns). Das Nest wird im allg. mehrere Meter über dem Boden und gut versteckt in Nadelbäumen angelegt; ein kunstvoller Bau aus Moos, Halmen und Reisern; häufig wird er mit Flechten verkleidet. (Rubrik: In Laub, Nadel- und Mischwäldern).

Quellen: „Singvögel der Gärten, Wälder und Felder“ LJV BW; „Das Reader’s Digest Buch der Vogelwelt Mitteleuropa“ Das Beste (ISBN 3 87070 044-0); „Wegweiser durch die Natur – Vögel Mitteleuropas“ Das Beste (3 87070 180 3); „Vögel im Garten“ NABU aktiv (3-925815-05-8); Vogelporträt NABU.de; „Früh-aufsteher und Nachteulen“ Südwest Presse/WISSEN 27.5.23 und „Profiteure des Klimawandels“ 13.1.24; tina; Wiki.