Tiere im Winter – so halten sie sich warm

Für uns Menschen, die den Großteil des Winters in gut gewärmten Zimmern bzw. Innenräumen oder warm -häufig top Outdoor bekleidet- verbringen, ist es oft erstaunlich zu sehen, wie wenig die Kälte den hier heimischen Tieren anhaben kann. Hier ein Blick auf ihren natürlichen Kälteschutz:

Bezüglich ihrer Überlebensstrategie im Winter lassen sich viele Tiere zwei großen Gruppen zuordnen – gleich- und wechselwarme Tiere: wechselwarm poikilotherm, bspw. Fische (Foto), Amphibien und Reptilien. Herzschlag und Körpertemperatur sinken bei niedriger Umgebungstemperatur stark ab. Durch Verlangsamung der Herzfrequenz verfallen viele Amphibien in eine monate-lange Winterstarre. Siehe auch Blog „Im Winterwald“!

Gleichwarm homoiotherm, z.B. Säugetiere (Foto) und Vögel. Die Kerntemperatur des Körpers wird auch bei wechselnden Außeneinflüssen weitgehend gleich hoch gehalten.

Pferde sind ein typisches Beispiel für gleichwarme Tiere. Als ursprüngliche Steppenbewohner sind sie auf Temperaturen zwischen etwa -15° bis +35°C eingestellt. Wie die meisten homoiothermen Säugetiere haben sie mehrere körperliche Eigenschaften, die helfen, die Kälte zu überstehen.

Dazu gehört ihr isolierendes Winterfell (bei felltragenden Säugetieren ist der Wechsel von einem Sommer- zu einem Winterfell eine häufige Methode, der Kälte standzuhalten: das Sommerfell besteht oft lediglich aus geraden oder leicht gekrümmten Deckhaaren; beim Winterfell wachsen zusätzlich gekräu-selte Wollhaare zwischen den Deckhaaren, die ihrerseits oft länger sind als im Sommer; die Wollhaare halten nicht nur die durch den Körper gewärmte Luft nahe an derHaut, sondern hindern auch den kalten Wind daran, das warme Luftpolster wegzuwehen), ihre dicke Hautschicht und ihre Fähigkeit, den Blutfluss in die Gliedmaßen zu reduzieren, sodass die Köperkerntemperatur hoch gehalten werden kann.

Bei Wärme (Foto oberer Hälfte) ist der Pferdekörper bis zu den Hufen gut durchblutet und warm. Bei Kälte (F: untere Hälfte) verengen sich die Arterien zu den äußeren Körperregionen. Diese kühlen dadurch ab. Der überwiegende Teil des Blutes zirkuliert nun hauptsächlich in den lebenswichtigen Bereichen und sorgt dort für die benötigte gleichbleibend hohe Temperatur.

Das Gefieder der Vögel: Im Winter verbringen einige Vogelarten (Auswahl wie Amsel, Blaumeise, Buchfink, Buntspecht, Elster, Feldsperling, Rabenkrähe, Ringeltaube, Rotkehlchen, Sperber – siehe in nachfolgender Fotoreihe) viel Zeit im aufgeplusterten Zustand (Foto oben). Damit schaffen sie luftige Hohlräume zwischen den Federschichten, in denen die Körperwärme besonders gut gespeichert werden kann. Auch fein verästelte Dauenenfedern haben die Aufgabe, isolierende Luftpolster um den Körper des Vogels zu schaffen.

Die kalten Füße der Schwäne (F: Höckerschwan Cygnus olor – „Czarna Hańcza“ / Wigierski N.P./PL), Gänse (F: Graugans Anser anser – Gesamtanlage Deutsches Schifffahrtsmuseum Bremerhaven), Enten (Stockente Anas platyrhynchos – Donau-Staustufe bei Oberelchingen). Um Energie zu sparen und um bspw. auf Eis besser laufen zu können, halten Entenvögel ihre Füße im Winter durch eine vermindert Durchblutung in etwa bei 0°C.

Die Blutgefäße in den Beinen der Tiere sind eng miteinander verschlungen, sie bilden ein s.g. Wundernetz (Venen in Richtung Herz; Arterien in Richtung Fuß). Hier wird das zurückströmende kalte Blut durch die Arterien wieder erwärmt. So kühlen sie nicht aus.

Quellen: „Tiere im Winter“ SÜDWEST-PRESSE/WISSEN/NABU/SWR/vet-tom.de/tierarzt-online-verzeichnis.de 30.10.21. Siehe auch Urs Willmann „Comeback“ DIE ZEIT N° 613!