Amphibien sind die weltweit am stärksten gefährdeten Wirbeltiere. In den milden Nächten zwischen Mitte Februar und Ende März beginnt eines der beeindruckendsten Naturschauspiele in vielen Regionen:

Sobald die Nächte milder werden und Regenfälle einsetzen, erwachen Millionen Amphibien (Frösche, Kröten, Molche) aus ihrer Winterstarre im Wald. Einem inneren Kompass folgend wandern die geschlechtsreifen Tiere meistens genau dorthin, wo sie einst selbst geschlüpft sind (Laichgewässer). Das ist heute oft ein Wettlauf ums Überleben: Zahlreiche dieser Wanderrouten werden von Strassen durchschnitten. Trotz Kleintierunterführungen und dem unermüdlichen Einsatz tausender freiwilliger Helfer*innen bleiben Strassenüberquerungen für Amphibien eine der häufigsten Todesursachen; und die Ziele sind vielerorts verschwunden.



Lebensraumverlust bedroht ganze Populationen: Der Verkehr ist jedoch nicht das grösste Problem. Dramatischer wirkt sich der Verlust geeigneter Lebens-räume aus: In der Vergangenheit wurden unglaublich viele der Feuchtgebiete trockengelegt oder überbaut. Die Folgen sind gravierend: In jedem Amphibien-laichgebiet ist heute im Durchschnitt eine Art lokal verschwunden, rd. 80 % der einheimischen Arten sind auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

Vernetzte Feuchtgebiete als Schlüssel für den Fortbestand – es gibt auch positive Signale: In den letzten zehn Jahren konnte der Rückgang in gewissen Gebieten gebremst oder gestoppt werden. Eine Studie von WSL und Eawag zeigt, dass der Bau von neuen Tümpeln ein wirksames Instrument gegen das Amphibiensterben ist.



Um die Verluste aus der Vergangenheit wettzumachen, sind neue, gut vernetzte Feuchtgebiete und funktionierende Wanderkorridore entscheidend. Nur wenn genügend Laichgewässer vorhanden und miteinander verbunden sind, können stabile Amphibienpopulationen überleben. Vom Bau neuer Weiher bis hin zu Mini-Tümpeln profitieren auch Geburtshelferkröte und Gelbbauchunke.




i Elf Arten sind bedroht: Von 21 in Deutschland heimischen Amphibienarten leben 19 in BW, 11 stehen auf der Roten Liste und sind gefährdet. Für den Erhalt und Schutz von Feuersalamander, Bergmolch, Teichmolch und Springfrosch trägt BW eine hohe Verantwortung, für die Gelbbauchunke sogar eine besonders hohe, denn diese Art hat ihren Verbreitungsschwerpunkt im Südwesten.



Amphibienleben im eigenen Garten: Lebensräume für Frösche und Kröten im eigenen Garten zu schaffen, ist gar nicht so schwer: Ein kleiner naturnaher und sonniger Gartenteich ohne Fische aber mit Pflanzen und flachem Uferbereich lockt meist schnell Bergmolch, Erdkröte oder Grasfrosch (Fotos ff.) an.



Sie nutzen auch im Sommer giftfreie und vielfältige Gärten als Lebensraum. „Je naturnaher die Umgebung, desto eher finden Amphibien den Weg in ihren Garten“, sagt NABU-Fachbeauftragter Bek. Wichtig ist, Fallen wie Rohre, Abflüsse, Schächte, Brunnen und Kellerfenster abzusichern und Verstecke wie Büsche, wilde Ecken und Totholzhaufen anzubieten. Hier finden die Tiere auch genügend Nahrung.
(Quelle: NATURSCHUTZ.ch 13.2.26; NABU-PM „Bahn frei für die Amphibien“ 24.2.26; siehe auch „Froschkonzert und gesetzlichem Schutz“ NABU und den preisgekrönten Kurzfilm „Risky Routes“ – er nimmt uns mit auf die gefährliche Reise einer Erdkröte, mitten hinein in eine alljährliche Tragödie vor unserer Haustür. Das Film- und Bildungsprojekt macht den bedrohlichen Alltag unserer Amphibien hautnah erlebbar und zeigt, warum ihr Weg zu den Laichgewässern oft ein Weg ohne Rückkehr ist, und was dagegen getan werden kann!)