Erfrischung für Vögel

In dieser Tränke können Vögel an heißen Tagen ihren Durst stillen und baden

Freibad oder Badesee: Schwimmen im Sommer macht spaß. Aber nicht nur Menschen freuen sich in der warmen Jahreszeit über ein Bad oder eine Erfrischung, auch große Tiere und kleine Vögel genießen die Abkühlung.

Sie nutzen jede Gelegenheit, um zu trinken oder zu baden. Stelle eine Vogel-tränke in deinen Garten auf und du kannst Vögel beim Planschen beobachten.

Was Du brauchst: ● größeren Blumentopf-Untersetzer oder flache Schale (max. 5 cm hoch) ● ein paar Steine (bei gekauften Keramik-Vogeltränken ist die „Insel“ häufig schon getöpfert – es werden dann keine Steine mehr benötigt (ff. Foto links) ● frisches Wasser.

Und los geht’s: ● Reinige den Untersetzer oder deine Schale gründlich. Auch die Steine sollten sauber sein. ● Lege die Steine so in die Schale, dass ein Vogel gut darf landen kann. Die Steine sollten später einige Zentimeter aus dem Wasser ragen. ● Fülle deine Schale mit Wasser. Das Wasser sollte nicht tiefer als dein kleiner Finger sein. ● Finde den richtigen Platz: Deine Vogeltränke sollte etwas erhöht auf einen Baumstumpf, Stein oder Hocker im Garten stehen.

Du kannst sie auch auf dem Balkon aufstellen. Wichtig ist, dass die Vögel Katzen oder andere Feinde gut sehen können. ● Wechsle von nun an jeden zweiten Tag das „Wasser der Tränke. Dann haben die Vögel immer frisches Wasser und kommen gerne wieder. Ab und zu ist auch mal eine Grundreinigung von Schale und Steinen ratsam. Siehe auch zu „Tigermücken„!

Falls noch ein Gartenteich vorhanden ist, sollte für die Vögel ein Zugang zum Wasser ermöglicht werden. Auch ein „Sprudelstein“ (mit geringer Fontäne-wirkung) eignet sich für die Vögel zum Baden und Trinken (siehe auch Foto oben). Viel Spaß beim Beobachten!

Sauberes Wasser für Vögel – Vogeltränke als Winterhilfe: Auch im Winter müssen die gefiederten Gartengäste ihren Durst stillen können: „Trinkwasser ist genauso wichtig, wird jedoch häufig vergessen“, sagt Biologin Ursula Bauer von der Organisation Aktion Tier. In Not geratene Vögel, wenn natürliche Wasserstellen zufrieren un kein Neuschnee mehr fällt, den sie bei Wasser-mangel im Winter fressen. Und manche sind besonders auf zusätzliche Hilfe angewiesen: Finken und Spatzen sind Körnerfresser – das heißt, ihre Nahrung enthält kaum Feuchtigkeit. Garten- und Balkonbesitzer können den Vögeln eine Tränke spendieren. Dafür eigenen sich etwa Blumenuntersetzer oder auch eine flache Schale. Sie sollte aber nicht zu flach sein. Darin platzierte kleine Steine können den Vögeln als Sitzplätze dienen. Die Vogeltränke wir mit lauwarmen Wasser befüllt. Die Biologie empfiehlt, darauf zu achten, dass das Wasser sauber bleibt. Das ist wichtig, damit sich keine Krankheitserreger vermehren können. Also täglich das Wasser wechseln und das Gefäß vorher mit heißem Wasser und einer Bürste säubern. Der NABU Hamburg schlägt alternativ vor, zwei Wasserschalen abwechselnd zu nutzen. Dann kann eine Tränke in der Sonne trocknen – die UV-Strahlung kann helfen, Krankheitserreger abzutöten. Bildet sich bei Frost Eis, entfernt man das.

Vogeltränke an einem erhöhten Platz (F: Schlat, Fränkelstraße)

Als Standorte eignen sich leicht erhöhte Plätze, etwa auf einen Tisch oder einem großen Stein auf dem Rasen. Alternativ kann man die Tränke auch aufhängen – etwa an der Decke des Balkons oder an einem Ast. Auf diese Weise sind die Vögel beim Wassertrinken auch vor Katzen oder anderen Fressfeinden sicherer. Auch Obst liefert Waser: Einigen heimischen Vogelarten wie etwa Amseln und Rotkehlchen kann man auch Obst wie Äpfel anbieten – so können sie Flüssigkeit über die Nahrung aufnehmen. Das bringt auch einen andere Vorteil mit sich: „Der im Obst enthaltene Fruchtzucker liefert außerdem in der kräftezehrenden kalten Jahreszeit schnell verfügbare Energie“, so die Biologin.

Die häufigsten Besucher an einer Vogeltränke im Garten:

Stadttaube an der Vogeltränke (Abstammung von Felsentaube Columba livia)

Siehe auch „Extremhitze bringt Wildvögel in Not“ NABU 1.7.26!

Wasser und Sand für Vögel: Vögel lassen sich aber auch im eigenen Garten oder auf dem Balkon beobachten. Wer sie aber nicht nur bestaunen möchte oder etwas zur Wissenschaft beitragen will, kann auch schon im Kleinen helfen. Denn an heißen Tagen sehnen nicht nur wir uns nach kühlem Nass, sondern auch unsere gefiederten Gäste. Vögel nutzen Wasserstellen zum Trinken und Baden. Manche Arten brauchen Wasser zudem für den Nestbau. Eine Tränke kann den Tieren durch den Sommer helfen und die muss man nicht extra kaufen. Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern ‚LBV‘ rät, dafür einfach eine flache Schale oder einen Blumentopf-Untersetzer zu nutzen. Am besten hat die Tränke einen flachen Rand, damit die Tiere gut an das Wasser gelangen und einen rauen Boden, der den Vögeln sicheren Halt bietet. Wasser täglich wechseln: Manche Vögel pflegen ihr Gefieder zudem mit Sandbädern und entfernen so Parasiten. Dafür eignen sich offene Sandstellen im Garten. Wer keine hat, kann mit einer flachen Schale und etwas Sand leicht ein Sandbad anlegen. Für eine sichere Wasserstelle ist Hygiene entscheidend. Der NABU Hessen empfiehlt, vor allem bei Hitze täglich das Wasser zu wechseln und die Tränke zu reinigen. Andernfalls können sich gefährliche Krankheitserreger schnell vermehren. Fensterscheiben – So retten sie Vögel vor dem Tod: Ein dumpfer Schlag und schon ist es passiert: Ein Vogelleben hat ein jähes Ende gefunden. Todesursache: Glas. Laut der DeWiSt sterben nach Hochrechnungen jährlich bis zu 100 Mio. Vögel an Glasscheiben. Das liege daran, dass die Tiere Hindernisse in Form von Fenstern nicht gut genug erkennen und nicht mehr rechtzeitig ausweichen können, wenn sie mit flotten 30 – 60 km/h darauf zufliegen. Die geläufigen schwarzen Greifvogel-Aufkleber sind aber nicht das beste Mittel. Denn Vögel sehen drumherum immer noch Lücken zum Vorbeifliegen; sagt Christine Rückmann von der DeWiSt. Effektiver ist: Selbstklebende Vogelschutzfolie, die mit vielen kleinen Punkten bedruckt ist – idealerweise ist es ein Raster aus 9 mm großen Punkten im Abstand von jeweils neun Zentimetern. (Auszug „Vögel in Gärten und Natur“ SWP/RATGEBER GARTEN/dpa/Christine Bachmann 18.7.26).

Harte Zeiten auch für Wildvögel: Temperaturen bis zu 40° bringen nicht nur Menschen ans Limit. Wildvögel sind besonders gefährdet – und die Pflegesta-tionen, die sich um sie kümmern, arbeiten an ihrer Kapazitätsgrenze. Viele Vogelarten ziehen nach Angaben des NABU inzwischen ihre zweite oder sogar dritte Brut groß. Dadurch trifft die aktuelle Hitzewelle besonders viele Jung-vögel. Besonders betroffen sind nach Angaben des NABU Gebäudebrüter wie Mauersegler, Schwalben und Haussperlinge. Ihre Nistplätze unter Dächern und in Gebäudenischen heizen sich auf bis zu 60° auf und werden im schlimmsten Fall zur Todesfalle für Jungvögel. Mobile Tiere können in naturnaher Umgebung kühlere Orte aufsuchen – Gebäudebrüter sitzen buchstäblich fest. Allein an einem Tag wurden zuletzt im NABU-Vogelschutzzentrum Mössingen 60 hilfsbedürftige Vögel abgegeben. Im eigenen Garten lasse sich dabei mit wenig Aufwand dauerhaft helfen. Eine flache Schale mit frischem Wasser im Halbschatten aufgestellt, mit einem kleinen Stein als Ausstiegshilfe für Insekten reiche schon. Dass sich darin Mücken vermehren könnten, sollte laut BUND niemanden davon abhalten. (Anm.: Eine tägliche Reinigung und frisches Wasser geben Mücken erst gar keine Chance)! SWP/SÜDWESTUMSCHAU/dpa 31.7.26).

Quelle: Lina Petry „Erfrischung für Vögel“ NWZ/KRUSCHEL 21.7.22 und SWP/ RATGEBER GARTEN/dpa 7.2.26 + 18.7.26; siehe auch Beitrag „Gute Laune in der Sonne“.