Elegant im Wasser -Seehunde, Robben & Seelöwen

Wer an der Nordsee Urlaub macht, für den sind sie ein großes Highlight: Seehunde. Hier erfährst du mehr über die Meeressäuger, die auch an deutschen Küsten leben.

Die biologische Einordnung: Alle Seehunde sind Robben Pinnipedia (= gesamte Ordnung der im Meer lebenden Raubtiere), aber nicht alle Robben sind Seehunde. Weltweit gibt es rund 35 verschiedene Robbenarten. Diese teilen sich wiederum in 3 große Familien auf: Ohrenrobben (wie Seelöwen), Hundsrobben (ohne sichtbare Ohren. Seehunde gehören zur Familie der Hundsrobben und sind somit lediglich eine einzelne Art innerhalb der großen Robbenfamilie) und Walrosse. An deutschen Küsten ist neben dem Seehund auch die Kegelrobbe Halichoerus grypus heimisch. 

Lebensraum Nordsee (F: Dunsum/Insel Föhr – Standort Treppeneinstieg Wattenweg)
Seehunde (F: …auf der Fahrt von Föhr nach Hallig Hooge) © Rita Leitow

Wie ein dunkler Ball, der auf den Wellen tanzt, so sieht ein Seehund-Kopf im Wasser aus. Seehunde haben einen eher rundlichen Kopf, auch als Erwachse-ne. Darum sehen sie mit ihren schwarzen runden Augen immer besonders knuddelig aus. Ihr Fell ist grau meliert und gepunktet – damit sind sie gut ge-tarnt, wenn sie auf den Seebänken des Wattenmeers ein Schläfchen machen. Die ♂♂ können bis zu 180 cm lang werden. Gut 120 Kilo bringen sie dann auf die Waage. Seehunde sind Säugetiere – sie brauchen also Luft zum Atmen, säugen ihre Jungtiere mit Milch und erzeugen ihre eigene Körperwärme. Gleichzeitig sind Robben perfekt an das Wasserleben angepasst. Durch ihre Körperform sind sie wendige und schnelle Schwimmer – auch bei niedrigen Temperaturen.

Leichte Beute: Eigentlich sind Seehunde an den deutschen Küsten das Ende der Nahrungskette. Sie besitzen keine natürlichen Feinde – außer den Menschen. Im 19. & 20. Jh. wurden die Tiere nahezu ausgerottet, weil man sie als Konkurrenz beim Fischfang sah. In den 1970er Jahren wurde die Seehund-Jagd verboten. Inzwischen leben wieder einige Tiere im Wattenmeer. Die Gesamtzahl der Seehunde wird auf rund 35.000 geschätzt. Seehunde sind aber weiterhin bedroht. Probleme bereiten ihnen Fischernetze und die Umweltverschmut-zung: Über die Flüsse geraten immer noch giftige Chemikalien ins Meer. Auch ungestörte Rückzugsgebiete für die Paarungszeit und die Aufzucht der Jungtiere gibt es nicht immer genug. Zusätzlich machen Krankheiten den Seehunden zu schaffen.

Augen: Ihre runde Linse hilft Seehunden auch bei schlechten Licht-verhältnissen unter Wasser gut zu sehen. Testhaare: Ihre Schnurrbarthaare helfen den Tieren bei der Orientierung im Wasser. Sie können aber auch Strömungen und Erschütterungen wahrnehmen.

Seehund (F: Westküstenpark & Robbarium St. Peter-Ording/SH)

Nase: Beim Tauchen verschließen sich die Nasenlöcher automatisch, damit kein Wasser reinkommt. Ohren: Ihre Ohren können können sie per Muskel unter Wasser öffnen und hören dadurch vermutlich ganz gut. Ohrmuscheln haben sie nicht. Fell: Seehunde haben ein besonders echtes Fell. Bis zu 50.000 Haare pro cm² sind da zu finden. Zähne: Klein und spitz und alle gleich, ein typisches Fischfressergebiss. Kein Feinschmecker: Seehunde sind Räuber.

Dabei sind sie aber nicht unbedingt wählerisch. Ob Kleinkrebse, Schnecken, Tintenfische, Muscheln oder verschiedene Fische. Gefressen wird, was erwischt wird. Machmal stibitzen sie sogar Fische aus Fischernetzen. Insbesondere junge Seehunde ernähren sich nach der Entwöhnung von der Muttermilch ernähren intensiv von leicht erreichbaren Weichtieren, Krebsen, Garnelen und eben Muscheln, da sie größere, schnelle Fische noch nicht optimal jagen können.

Seehund (F: Westküstenpark & Robbarium St. Peter-Ording/SH) – Direkt unter der Haut sitzt eine dicke Speckschicht: der „Blubber“. Der isoliert das Tier und hilft beim Tauchen.

Tauchprofis: Normalerweise bleiben Seehunde 5 – 6 Min. unter Wasser. Wenn nötig, können sie die Luft aber bis zu 30 Min. lang anhalten. Um das zu schaffen, sind sie z.B. in der Lage, mehr Sauerstoff im Blut zu binden, als wir Menschen. Außerdem schlägt ihr Herz beim Tauchen besonders langsam, sodass sie weniger Sauerstoff brauchen. Die Hinterbeine sind nach hinten gerichtet und ermöglichen so einen prima Antrieb unter Wasser. Geschwindigkeiten bis zu 35 km/h erreichen sie so. An Land kommen sie allerdings nicht sehr schnell voran. Die Vorderbein sind kurz, aber sehr stark. An den Enden befinden sich Flossen mit scharfen Krallen (siehe Foto oben) und Schwimmhäuten. Mit den Krallen können sie Fische zerteilen und sich im Sand festhalten. Die Vorderbeine helfen beim Lenken im Wasser.

Zum Heulen! Seehunde bringen von Juni bis Mitte Juli ihre Jungtiere auf einer trockenen Sandbank im Watt zur Welt. Die Jungtiere sind praktisch sofort in der Lage zu schwimmen. Um dafür die nötige Kraft zu haben, tanken sie bei ihrer Mutter besonders fette Milch. So schaffen sie es innerhalb von einem Monat ihr Geburtsgewicht zu verdoppeln! Ihr Spitzname „Heuler“ ist Programm, wenn sie den Kontakt zur Mutter verlieren. Gründe für eine Trennung kann es viele geben, etwa, weil Menschen oder Geräusche die Mutter erschrecken und sie’vom Ruheplatz an Land schnell ins Wasser flüchtet. Normalerweise kehrt sie zügig zurück, aber nicht immer. Findet man einen solchen Heuler, darf man ihn auf keinen Fall anfassen. Es gibt aber Fachleute, die man informieren kann. Diese kümmern sich um alles Weitere.

Quellen: SWP/Paul’s KINDERWISSEN; Wikipedia/KI; HF „Lebensraum Wattenmeer“, siehe auch „Wildnis in Deutschland“.

Robben gedeihen prächtig – Deutschland größte Raubtiere fühlen sich an der Nordseeküste offenbar wohl. Die Kegelrobben-Population wächst beständig. Eine Entwicklung im östlichen Wattenmeer verfolgen Experten aufmerksam. Dle Zahl der im Wattenmeer und auf Helgoland lebenden Kegelrobben nimmt weiter zu. Das geht aus neuen Zählungen von Experten der Anrainerstaaten aus Deutschland, Dänemark und der Niederlande hervor, wie das Wattenmeer-sekretariat in Wilhelmshaven mitteilte. Demnach wurden während des Fellwechsels im März und April 2026 insgesamt 12.497 Tiere gezählt – das sind 3,6 % mehr Kegelrobben als im Jahr zuvor. Einen deutlichen Anstieg beobachteten die Wissenschaftler zuletzt im schleswig-holsteinischen Teil des Wattenmeers. Dort habe sich die Zahl der Kegelrobben im Vergleich zum Vorjahr auf 957 Tiere fast verdoppelt. Im Wattenmeer von Niedersachsen waren es 1.222 Tiere und auf Helgoland 989.

Kegelrobben sind die größten Raubtiere Deutschlands. Neben den kleineren Seehunden sind sie die zweite Robbenart im Wattenmeer. Lange Zeit waren sie aus dem Wattenmeer fast verschwunden. Um die Bestände zu erheben, gibt es im Winter und Frühjahr Zählflüge. Erneut wurden auch deutlich mehr Jungtiere gesichtet. Der Nachwuchs der Kegelrobben kommt von Nov. bis Jan. zur Welt. Im Vergleich zu der Zählung in der Vorsaison stieg die Zahl der Kegelrobben-Babys um knapp 11 % auf 3.385 Welpen.

Bitte einmal Zähne zeigen (klein und spitz und alle gleich: ein typisches Fischfressergebiss) – schließlich gehöre ich zu den Hundeartigen…und bin das größte frei lebende Raubtier Deutschlands! (F: Robbenstation der Uni Danzig in Hel /Półwysep Helski/PL).

Damit sei die Zahl der Jungtiere in den vergangenen 5 Jahren im Schnitt jedes Jahr um 12 % gewachsen; in Helgoland 1.077 und Niedersachsen 575. Im östlichen Teil des Wattenmeers wurden dem Bericht zufolge dagegen nur wenige Welpen beobachtet – jeweils einer im schleswig-holsteinischen und einer im dänischen Teil des Wattenmeers.

Die Kegelrobben im Wattenmeer sind nach Angaben der Experten Teil einer größeren Population in der Nordsee. „Kegelrobben der Nordsee bewegen sich frei und ausgiebig, daher erfassen unsere Zählungen nicht nur lokale Kegelrobben, sondern auch Besucher aus anderen Regionen“ sagte Jessica Schop, Hauptautorin des aktuellen Zählberichts der urilateralen Experten-gruppe für Meeressäuger . Daher sei es wichtig, die Dynamik der Population in einem gröBeren Maßstab zu betrachten und die Trends aus benachbarten Kolonien stets mit einzubeziehen. Dazu zählten etwa Bestände im Kattegat vor Dänemark und in der niederländischen Deltaregion im Westen.

Bis zu 2,50 m lang; Die Kegelrobbe ist mit einer Körperlänge von bis zu 2,50 m Deutschland größes Raubtier. Vor 100 Jahren wurde sie gnadenlos gejagt und deshalb fast ausgerottet: seit einigen Jz. erholen sich die Bestände wieder. An Land wirkt das bis zu 300 kg schwere Tier eher schwerfällig.

Kegelrobbe (F: Westküstenpark & Robbarium St. Peter-Ording/SH)

Unter Wasser aber ist sie in ihrem Element und zeigt ihr großes Geschick bei der Jagd auf Heringe, Dorsche und Plattfische. Dabei hat sie einen ausgesprochen langen Atem: Tauchgänge bis zu 20 Min. sind keine Seltenheit. Benannt ist die Robbe nach ihrem kegelförmigen Kopf. (Auszug SWP/BLICK IN DIE WELT/dpa 2.7.26; Wikipedia/KI).


Ihr löwenartiges Gebrüll hat den Seelöwen ihren Namen gegeben. Die mächtigen Raubtiere leben im Meer und sind perfekt an ein Leben im Wasser angepasst.

Australischer Seelöwe ♂ („See Lion Charters“ Jurien Bay – F: Essex Rocks Nature Reserve/Idian Ocean/AUS). Die Bullen werden bis zu 2,5 m lang und 300 kg schwer. Kühe (re. im Foto) sind mit 1,8 m und 100 kg sehr viel kleiner. Auch in der Farbe unterscheiden sich die Geschlechter stark: ♂♂ sind dunkelbraun gefärbt, ♀♀ dagegen silbergrau oder hellbraun und an der Unterseite heller als an der Oberseite.

Der Australische Seelöwe Neophoca cinerea ist eine große Ohrenrobbe australischer Küsten. Die Kolonien finden sich entlang der Küsten West- und Südaustraliens meistens auf kleinen unbewohnten Inseln, die der Küste vorgelagert sind.

Lebensraum: …z.B. Fisherman Islands Nature Reserve / Jurien Bay Marine Park.
Lebensraum (F: Essex Rocks Nature Reserve/Indian Ocean) © Jerzy Jan Lipiński

Sie wandern wenig umher und bleiben meistens auch außerhalb der Fortpflanzungszeit in der Nähe ihrer Kolonien. Verglichen mit den zwei anderen Robben australischer Küsten, dem Neuseeländischen Seebären und dem Südafrikanischen Seebären, ist der Australische Seelöwe eine seltene Robbe. Der Gesamtbestand wird auf höchstens 12.000 Tiere geschätzt. Obwohl er nie so häufig wie die v.g. Arten war, war er dennoch einst weiter verbreitet und zahlreicher als heute. Die IUCN listet den Australischen Seelöwen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten als endangered (stark gefährdet).

Kuh mit Jungtier: Wenn die ♀♀ Junge haben, verteidigen sie diese aber heftig. © Jerzy Jan Lipiński

Zu den Fotos: ♂ und Jungtier (Fotos: Essex Rocks Nature Reserve/Indian Ocean): Das erste Fell ist dunkelbraun. Bereits im dritten Lebensmonat wechseln sie in ein subadultes Fell, bei dem die Jungtiere dem silbergrauen Look der ♂♂ ähneln.

Das Fortpflanzungsverhalten gleicht dem anderer Ohrenrobben: Die Bullen erreichen die Küste vor den Kühen und versuchen dort, in oftmals blutigen Kämpfen die besten Territorien für sich zu erstreiten. Dadurch werden schwächere ♂♂ an den Rand der Kolonie gedrängt. Wenn die ♀♀ eintreffen, entscheidet der Ort ihres Landgangs, zu welchem Harem sie gehören werden. In den Kolonien herrscht eine erhebliche Unruhe durch jüngere ♂♂, die Momente der Unaufmerksamkeit eines alten Bullen zu nutzen versuchen, um sich mit einem der ♀♀ seines Territoriums zu paaren.

Zudem sind die Bullen unentwegt dabei, ♀♀ am Verlassen des Territoriums zu hindern. Hierzu folgen sie einer Kuh auch in Nachbarreviere, was zu neuen Kämpfen mit den dortigen Bullen führen kann. Ein ähnlich hoher Aggressionsgrad der Bullen kann nur noch bei der Mähnenrobbe beobachtet werden.

Seelöwen fressen hauptsächlich Tintenfische, Krebse und Fische wie Hering, Lachs, Heilbutt und Dorsch. Nur selten greifen sie andere Meeressäugetiere an. Eine Ausnahme sind Australische Seelöwen: Sie jagen Pinguine. (F: Indian Ocean/AUS)
Zwergpinguin / Little Penguin / Eudyptula minor (Discovery Station – Penguin Island Conservation Park/AUS)

Seelöwen sind hervorragend an das Leben in kalten Meeren angepasst: Mit ihrem stromlinienförmigen Körper und den zu Flossen umgewandelten Beinen können sie sehr wendig und elegant schwimmen und erreichen im Wasser eine Geschwindigkeit von bis zu 40 km/h.

Orcas und Haie sind ihre Feinde; aber auch die Fischerei sieht sie als Konkurrenz um die begehrten Fische.

Der Schwertwal und seine einzigartige Kommunikation: Er ist der einzige natürliche Feind des Weißen Hais – der Orca oder auch großer Schwertwal genannt. Orcas sind die größte Delfinart und können bis zu 7 m lang werden. Die schwarzen Tiere mit dem weißen Bauch und den weißen Flecken über den Augen heben sich optisch stark von anderen Walarten ab. Auf dem Foto sieht man mehrere Orcas, denn die Tiere leben in Familiengruppen, die auch „Schule“ oder „Pod“ genannt werden. Angeführt wird so eine Gruppe, die aus bis zu 50 Tieren bestehen kann, von dem ältesten, ♀ Wal. Jede Gruppe kommuniziert auf ihre eigene Weise. Die Sprache der Schwertwale erfolgt über Pfeiftöne, Klicklaute oder Klatschgeräusche. Auch mit ihrem Blasrohr können die Orcas Töne erzeugen. Wale und Delfine orientieren sich fast ausschließlich über ihr Gehör. Doch Schiffsverkehr, Bohrungen und industrielle Nutzung erzeugen einen Lärmpegel in den Ozeanen, der sich in den letzten Jahrzehnten immer wieder verdoppelt hat. Inmitten des Lärms der Menschen verlieren die Tiere buchstäblich ihre Stimme. (WWF-Info 4.7.26).

Fischereihafen in Nesseby (F: …am Nordufer des Varangerfjords/Finnmark/N)

Quellen: Wikipedia/KI; Kindernetz.de; siehe auch HF „Traumreise Western Australia“!