Nachttieren auf der Spur…

Wir nehmen dich mit auf Pirsch durch den nächtlichen Wald, garantiert ohne Grusel (F: Wasser-berg – Collage Gertrud Buning)!

Oben in den Bäumen ertönt dieser Ruf: „Hu-huu-huuu“, gefolgt von einem „Kuwitt, Kuwitt“. Der Klang des Waldkauzes (siehe Tiere mit Vorliebe für die Dunkelheit) wird gerne in Gruselfilmen verwendet, um die unheimliche Nacht-stimmung zu unterstreichen.

Du musst aber keine Angst vor ihm haben, es sei denn, du bist eine Waldmaus! Denn mit ihren großen Augen und ihrem sehr guten Gehör orten die Eulen zielsicher die kleinen Nager am Waldboden. Ihre Spezialfähigkeit – absolut lautlos fliegen zu können – sichert ihnen dann den Beuteschlag. Vor allem während der Balzzeit ab Mitte Februar sind die Rufe des Käuzchens gut zu hören.

Das Zirpen des Grünen Heupferds ist ein lauter, schlagartig einsetzender Schwirrgesang, der besonders an warmen Sommerabenden und in der Nacht bis zu 100 m weit zu hören ist. Nachts ist es allgemein ruhiger, so können sie paarungsbereite Weibchen anlocken und der männlichen Konkurrenz ihre Reviergrenzen klarmachen.

Du bleibst ganz ruhig stehen, denn seitlich am Boden hast du etwas Rascheln gehört. Da ist es wieder! Gefolgt von einem hellen Quieken. Wenn du jetzt die Taschenlampe darauf richtest, würdest du wahrscheinlich eine Waldmaus entdecken, die auf der Suche nach Futter über den Boden streift. Samen, Früchte, Knospen aber auch Würmer und Schnecken stehen auf ihrem Speiseplan.

Die meisten Vögel schlafen nachts. Doch am Waldrand hörst du kunstvollen Vogelgesang. Du hast Glück: Hier singt eine Nachtigall Luscinia megarhynchos zarte Liebesweisen. Das ist schlau, denn nachts ist es schön still, und die Nachtigall sehr weit zu hören. Und zu hören gibt es einiges: Der unscheinbare, bräunliche Vögel hat 120 bis 260 verschiedene Strophen im Repertoire!

Idealer Mückenpfuhl im Revier der Landeswaldoberförsterei Reiersdorf/Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin /BB.

Similititiiii – schnell klatschst du dir ans Ohr! Mücken sind gerne im Dunkeln unterwegs. Da ist es schön windstill. Und: Viele ihrer Beutetiere schlafen jetzt, so können sie gefahrloser Blut saugen. Staunässe und Waldpfützen sind ideale Brutstätten für Stechmücken Culicidae, da sie stehendes Wasser ohne natürliche Fressfeinde wie Fische bieten (siehe Foto).

Du kommst auf eine Lichtung und siehst gegen den Nachthimmel immer wieder kleine Gestalten durch die Luft zischen. Nahezu lautlos fliegen sie, und machen dabei waghalsige Manöver durch die Bäume hindurch. Fledermäuse! Die Luftakrobaten orten mit ihren Schreien zielsicher Insekten in der Luft und fangen sie dann blitzschnell. Wer braucht schon Augen, wenn man mit den Ohren sehen kann?

Während du da so stehst und lauschst, steigt auf einmal ein kräftiger Geruch in deine Nase. Er erinnert dich an das Maggi-Gewürz. Hier im Wald ist aber keine Küche. Was du riechst, sind Wildschweine!

Die waren wohl gerade hier und haben eine Duftwolke hinterlassen. Wild-schweine stromern in kleinen Gruppen durch den Wald, immer auf der Suche nach etwas Essbarem. Dabei sind sie alles andere als leise und mit ihrem Gegrunze und Geschmatze weithin zu hören.

Oh, was flattert da rund um deine Taschenlampe? Ein Nachtfalter! Denn jetzt schlägt die Stunde der Nachtschmetterlinge. Sie sind deutlich unscheinbarer als ihre sonnenliebenden Verwandten, aber durchaus zahlreich. Licht lockt sie an. Eigentlich sind sie auf der Suche nach einem Partner oder nach etwas zu fressen. Nachtschattengewächse wie die Nachtkerze blühen extra nachts, um sich von nächtlichen Insekten bestäuben zu lassen.

Quellen: SWP / PAULS KINDERWISSEN / Luise Heine 23.5.26; Wikipedia, KI)