Info-Veranstaltung zum Wolf (SchwabenKitz Göppingen)

Junge Wölfin im Šumava N.P./CZ (Beim Verstoß gegen europäische Schutzvorschriften droht Gefängnis bis zu fünf Jahren).

Keine Angst vor dem Wolf: Wolf, Luchs und Bär sind streng geschützt. Zu Begegnungen mit Menschen. kommt es äußerst selten. Das Interesse an den Raubtieren ist indes groß. Angst vor bösen Raubtieren b rauche in unserer Gegend niemand zu haben. Da sind sich Hans-Jörg Andonovic-Wagner vom Verein SchwabenKitz und Hartmut Felgner vom Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg ‚LNV‘ sicher. Sie hatten gemeinsam in den Landgasthof Heldenberg in Nenningen eingeladen (Anm.: Anlass war die NWZ-Meldung über einen vermuteten Wolfsriss in Ottenbach, was sich aber durch die DNA-Analyse nicht bestätigte) um über den aktuellen Stand der Wolf-, Luchs- und Bärenpopulation in der Region zu informieren. Wie sehr das Thema die Menschen bewegt, zeigt die Zahl von über 80 Besucherinnen und Besucher. Diese ließen sich von Naturschützer (Referent für Großraubtiere beim LNV BW

in Stuttgart) und Wildfotograf Hartmut Felgner in die spannende Lebenswelten der großen Raubtiere mitnehmen. Er machte klar, dass „sie keine Wildnis brauchen, wie wir sie uns vorstellen“. Wölfe seien extrem scheu, berichtete Felgner von seinen Erfahrungen – er habe 21 Jahre intensiven Beobachten gebraucht, „bis ich das erste gute Foto machen konnte“, erklärte Felgner, der als Experte auf dem Gebiet der Wiederansiedlung von Wölfen gilt. Angst, von Wölfen angefallen zu werden, „brauchen Menschen nicht zu haben“, sagt er. Seit 1996, als die ersten Wölfe in der Lausitz gesichtet worden waren, „ist kein einziger Mensch von einem Wolf angefallen worden“.

Die Zahl von 650 „Verkehrsopfern“ unter den Wölfen sprechendes für sich. Gefährlich könnte es für nicht angeleinte Hunde werden. „Gegen sie wird das Revier verteidigt – bis zum Tod.“ Dies gelte auch für Luchse. Die Wölfe, die bislang in unserer Region gesichtet worden seien, waren nicht sesshaft geworden, sondern auf dem Durchzug auf der Suche nach einem Revier oder einer Partnerin. Ob gesichtete Tiere aber tatsächlich immer Wölfe waren, sei fraglich. Schaf- und Ziegenherden seien willkommene Beute – und gingen doch zu bis 80 % auf das Konto von Hunden. Gegen Angriffe von Wölfen oder Luchsen „helfen Elektrozäune, Herdenschutzhunde, Esel, die früh und lautstark Alarm geben und Lamas, mit denen in den USA gute Erfahrungen gemacht wurden“. Und: „Das Land bezuschusst unter gewissen Umständen entsprechende Maßnahmen .“ Aus einem Fond würden Schäden ersetzt (siehe unten). Ein spanisches Sprichwort sage: „Wo die Wölfe heulen, ist der Wald gesund“. In Wolfsrevieren entwickle sich „eine größere Biodiversität, und die Bestände der Wölfe regulieren sich durch die Zahl der Beutetiere“. An die zahlreichen Jäger gerichtet, betonte der Referent: „Sie als Jäger werden nicht beute- u. arbeitslos werden“. Noch kein Thema seien in unseren Breitengraden Bären. „Sie sind überwiegend Vegetarier, außer im Frühjahr nach dem Winter-schlaf.“ Im Gegensatz zum Wolf, der durch verschiedene Märchen einen schlechten Ruf habe, sei der Bär „positiv besetzt. Dabei ist er weitaus gefährlicher.“ (NWZ/Margit Haas 25.1.23 – mehr zum Wolf >>>). Wolfsschäden werden finanziell ausgeglichen: Der LNV BW übernimmt die Verwaltung des Ausgleichsfonds für Wolfsschäden für 2023 und 2024, Ansprechpartner ist Dr. Anke Trube (anke.trube@lnv-bw.de). Der Fons war 2013 von Naturschutz und Jagdverbänden gegründet worden und will zur Akzeptanz des Wolfs beitragen. Ausgeglichen werden Schäden durch den Verlust von Weidetieren, Wild in Gehegen und Hütehunden. Weitere Infos unter https://lnv.bw/ausgleichsfond-fuer-wolfschaeden/.