Jetzt im Frühjahr sprießt sie wieder: Oha! Autsch! Hast du schon mal versehentlich in Brennnesseln gefasst? Dann machst du das vermutlich nie wieder, denn das brennt und juckt ziemlich heftig. * Im Garten ist diese Pflanze daher bei den meisten Menschen unerwünscht. Doch zu Unrecht! Denn Urtica dioica, so heißt die Große Brennnessel mit wissenschaftlichem Namen, ist eine superwichtige Futterpflanze für zahllose Insekten (z.B. als Raupenfutter) u.a. Tiere im Garten und bietet ihnen gleichzeitig Unterschlupf. Auch für uns Menschen hat sie einiges an Nährstoffen zu bieten. Daher gilt: Brennnesseln einfach mal wachsen lassen. Das machen diese gerne überall, denn sie sind recht anspruchslos. Wer unangenehme Berührungen vermeiden möchte, lässt sie am Rand des Gartens wachsen. Wer einen Kompost für Biomüll im Garten hat: Perfekt! Der nährstoffreiche Boden drumherum ist für Brennnesseln ideal.


Ein Heim für Tiere: Einige Insekten haben die grünen gezackten Blätter zum Fressen gern: Für mehr als 30 – 50 Schmetterlingsarten ist die Brennnessel eine lebenswichtige Futterpflanze. Für Schmetterlinge, wie bspw. das





Tagpfauenauge, das Landkärtchen, den Kleinen Fuchs, den C-Falter oder den Admiral, sind Brennnesseln sogar überlebenswichtig: Sie legen darauf ihre Eier ab. Die Larven, die dann schlüpfen, ernähren sich von der Pflanze. Weil sie so klein sind, können die Larven einfach um die Brennhaare herum fressen und tun sich nicht weh. Und wo es viele Insekten gibt, leben auch viele Vögel. Weil diese eben die Insekten zum Fressen gern haben.
Leckere Heilkräfte: Falls die Brennnesseln im Garten doch einmal zu viel werden, kann man sie zu Pesto, Tee oder auch zu Pflanzenschutzmittel und Dünger verarbeiten. Brennnesseln besitzen besonders viel Vitamin C. Das ist u.a. wichtig für dein Immunsystem, damit du nicht so schnell krank wirst. Zudem haben die Pflanzen große Mengen an Vitamin B1. Das ist ganz wichtig für unsere Nerven und Muskeln zur Energiegewinnung. Auch viele andere Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe, die gut sind für den Körper, verbergen sich in den Pflanzen: Brennnesseln sind richtig gesund. Auch als Zaubertrank für andere Pflanzen im Garten: Denn eine Brennnessel-Jauche schützt vor Läusen und anderen Schädlingen. Dafür muss man die Brenn-nesseln einfach einige Tage in Wasser einlegen.
* Warum tut das weh? Berührst du eine Brennnessel mit deiner Haut, kann es an der Stelle ganz schon brennen. Schon die kleinste Berührung reicht aus! Schuld daran sind die vielen kleinen Brennhaare, die überall am Stängel und an den Blättern der Pflanze sitzen. Berührst du oder berührt ein Tier die Brenn-nessel auch nur ganz leicht, brechen die oberen Spitzen der Brennhaare ab. Ihr unterer Teil, der noch an der Pflanze sitzt, wird so zu einer Art winzigen Spritze. Er sticht in die Haut und gibt dabei eine giftige Flüssigkeit ab. Diese brennt, weil sie mehrere Stoffe. enthält, die zum Beispiel kleine Entzündungen verursachen. Deshalb wird die Haut rot und schwillt an. Andere Stoffe lösen die Schmerzen und das Jucken aus. Die giftigen Stoffe werden vom Körper übrigens problem-los wieder abgebaut, es dauert nur einige Zeit. Für die Pflanze ist das ziemlich schlau: Die Brennnessel kann sich damit Feinde vom Hals halten! Kühe (F: „Hinterwälder“ Süd-Schwarzwald), Schweine (F: „Waldschweine“ Strandzha Natural Park/BG) oder Schafe (F: Schlat-Unterdorf) meiden Brennnesseln.



(Quellen: SWP/PAULS KINDERWISSEN/Tanja Volz 12.5.26; nationale-naturlandschaften.de; NABU; Wikipedia).