Klimaschutz ist Staatsauftrag. Das Bundesverfassungsgericht hat das 2021 eindeutig festgestellt. Trotzdem verschleppt die Bundesregierung wichtige Entscheidungen. Und noch schlimmer: Dreht klimapolitische Errungenschaften wieder zurück. Der Bundeskanzler und seine Ministerinnen und Minister riskieren damit steigende Kosten, weniger wirtschaftliche Stabilität und verlorene Chancen in Zukunftsbranchen. Jetzt ist der Zeitpunkt zum Umsteuern. Bis Mitte März ist die Regierung gesetzlich verpflichtet, ein Klimaschutzprogramm vorzulegen. Richtig ausgestaltet kann es Deutschland auf Kurs bringen – mit mehr Bussen und Bahnen, E-Autos, Wärmepumpen und erneuerbaren Energien, die Menschen vor den Risiken und Kosten fossiler Abhängigkeit schützen. (Auszug WWF-Petitionaufruf 15.1.26)
Europas Umwelt kränkelt – Studie: Unser Kontinent gilt als Vorreiter beim Klima- und Naturschutz. Dennoch gibt es Probleme – etwa im Kampf gegen das Artensterben. Trotz großer Fortschritte im Kampf gegen hohe Emissionen und Luftverschmutzung steht es um die Umwelt in Europa insgesamt nicht gut. Zu dieser Einschätzung kommt die Europäische Umweltagentur ‚EEA‘ in einem neuen Bericht. Die europäische Natur müsse u.a. mit zunehmend schlechteren Umweltbedingungen, Überbeanspruchung und Artensterben fertig werden, warnt die in Kopenhagen ansässige EU-Behörde. Eine weitere große Heraus-forderung seien die Folgen des zunehmenden Klimawandels. Dem Bericht zufolge sind die Aussichten für die Umwelt in vielerlei Hinsicht besorgnis-erregend. Dies bringe auch große Gefahren für wirtschaftlichen Wohlstand, die Sicherheit und den Lebensstandard in Europa mit sich. Die Umsetzung von bereits vereinbarten Richtlinien und Maßnahmen müsse daher dringend beschleunigt werden. Jüngste Extremwetterereignisse hätten gezeigt, wie anfällig Wohlstand und Sicherheit seien, wenn die Natur zerstört werde und sich die Klimawandelfolgen verstärkten, erklärte die Vizepräsidentin der EU-Kommission, Teresa Ribera. Der Schutz der Natur sei daher kein Kostenpunkt, sondern eine Investition in Wettbewerbsfähigkeit, Widerstandsfähigkeit und Wohlbefinden der Bürger. „Wir können es uns nicht leisten, unsere Ambitionen bei Klima, Umwelt und Nachhaltigkeit zu senken“, forderte die EEA-Exekutiv-direktorin Leena Ylä-Mononen. Der Umweltbericht zeige deutlich auf, warum man handeln müsse. Die Autoren machen kein Geheimnis daraus, dass die EU ein globaler Vorreiter in Sachen Klimaschutz ist. Die klimaschädlichen Treib-hausgasemissionen seien in der EU v.a. dank der Verringerung des Gebrauchs von fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl und Gas seit 1990 um 37 % zurück-gegangen, während sich der Anteil der erneuerbaren Energien an der Strom-erzeugung seit 2005 verdoppelt habe. Gut vorangegangen sei es außerdem bei der Verbesserung der Luftqualität, beim Recyceln von Müll u. der Ressourcen-effizienz. Weitere Fortschritte auf dem Weg zur Nachhaltigkeit, darunter etwa Investitionen und Jobs in grünen Branchen, geben demnach ebenfalls Grund zur Hoffnung.
Umfassende Daten nur alle fünf Jahre: Der Bericht der Europäischen Umweltagentur ‚EEA‘, die ihren Sitz in Kopenhagen hat, ist die europaweit umfassendste Analyse zur aktuellen Lage von Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit in der Region. Er fußt auf Daten aus 38 Staaten (aus der EU und darüber hinaus) und wird von der EEA nur alle 5 Jahre veröffentlicht. Auch umfassende Daten aus Deutschland sind in den Bericht eingeflossen. (SWP/ BLICK IN DIE WELT/Steffen Trumpf, dpa 30.9.25).


Auch 2025 war weltweit zu warm: Die globale Erwärmung setzt sich fort. Das vergangene Jahr war das drittheißestes Jahr überhaupt. Die globale Erwärmung hat sich vergangenes Jahr lt. dem EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus weiter fortgesetzt: ’25 war demnach das drittheißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen und fast ebenso heiß wie die beiden Rekordjahre ’24 und ’23. Erstmals lag die globale Durchschnittstemperatur der drei voran-gegangenen Jahre mehr als 1,5° über dem vorindustriellen Niveau. Das war fast soviel wie im global zweitheißesten Jahr ’23 mit 1,48° über dem vorindustriel-len Niveau und reicht an das Rekordjahr ’24 heran, als das vorindustrielle Niveau um 1,60° überschritten worden war. (SWP/BLICK IN DIE WELT/dpa 15.1.26)
BMUKN zum Urteil über das Klimaschutzprogramm 2023: Das BVerwG hat die Bundesregierung verpflichtet, das Klimaschutzprogramm nachzubessern, um das nationale Klimaschutzziel für 2030 zu erreichen. Mit dem Urteil gibt es nun rechtliche Klarheit. Die Bundesregierung wird mit dem neuen Klima-schutzprogramm den Anforderungen des Urteils nachkommen und die bestehende Ziellücke schließen. (Auszug BMUKN-Newsletter 2.3.26) > Mehr lesen
Erwärmung der Erde stark beschleunigt – Studie: Wissenschaftler belegen deutlichen Anstieg der Temperatur • Klimaphänomene wurden herausgerechnet. Die Erderwärmung hat sich einer Studie zufolge seit etwa 2015 deutlich beschleunigt. Wahrend die globale Temperatur von 1970 – 2015 um durchschnittlich 0,2°C pro Jahrzehnt gestiegen sei, seien es in der Dekade danach etwa 0,35° gewesen, schreibt ein deutsch-amerikanisches Autorenduo im Fachjournal „Geophysical Research Letters“. Ein unabhängiger Experte spricht von einer gut gemachten Analyse. Dass die Erde sich seit geraumer Zeit erwärmt, steht zweifelsfrei fest. Die Jahre ’23 und v.a. ’24 waren die bisher wärmsten seit Beginn der Messungen. Da die Temperatur auch natürlichen Schwankungen unterliegt, war bislang unklar, ob sich die Erwärmung beschleunigt hat. Um dies zu klären, haben der US-Statistiker Grant Foster und Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung nun Einflüsse etwa durch Vulkanismus, Sonnenzyklen oder das Klimaphänomen El Niño herausgerechnet. „Wir können nun erstmals eine starke und statistisch signifikante Beschleunigung der Erderwärmung nach 2015 belegen“, betont Foster. „Wie schnell sich die Erde weiter erwärmt, hängt letztlich davon ab, wie rasch wir die globalen CO₂-Emissionen aus fossilen Energien auf null reduzieren“, sagt Rahmstorf. (SWP/BLICK IN DIE WELT/apa 7.3.26).
😜 Glosse „Klimawandel: Immer mehr Milchbauern steigen von Kühen auf Kamele um (Der Postillon 22.7.22).