
Wer kennt ihn nicht, den bekanntesten nächtlichen Eulenruf: „Huh-Huhuhu-Huuuh“? Er stammt vom Waldkauzmännchen (Foto ff. – Strix aluco: …ein in einem Schafzaun verwickeltes und vom NABU in Schlat wieder ausgewildertes Exemplar), das dadurch ♀♀ anlocken oder sein Revier verteidigen möchte. Wenn Eulen jagen, werden sie aber mucksmäuschenstill. Lies, was Eulen noch zu ganz besonderen Tieren macht!

Kauz steckt im Kamin fest: Aufwendige Rettungsaktion für einen Unglücks-Vogel. Mit einigem Aufwand hat die Feuerwehr in Herdecke/NRW einen Kauz aus einem Schornstein befreit. Wie die Einsatzkräfte mitteilten, waren sie morgens nach einer Alarmierung zu den „ungewöhnlichen Einsatz“ ausgerückt. „Die Rettung veranstaltete sich vor Ort aufwendig, da der Kamin stark verrußt war und der Vogel tief im Schacht saß“, hieß es im Bericht. Einer Feuerwehrfrau sei es schließlich gelungen, das Tier „behutsam aus seiner misslichen Lage zu befreien“. Der abgemagerte Vogel sei zur Versorgung in eine Tierauffangstation gekommen. (SWP/afp 17.1.26(.
Ziemlich groß: Eulen gibt es in fast allen Größen – vom kleinsten Sperlings-kauz mit nur 70 Gramm Gewicht über unseren Steinkauz (160 – 250 gr) bis hin zum fast 3 kg schweren Uhu mit einer Flügelspannweite von rd. 1,80 m – das entspricht der Größe eines erwachsenen Mannes. Für alle Eulen, Uhus und Käuze ist ein gedrungener Körper mit einem dicken runden Kopf und einem kurzen Hakenschnabel sowie nebeneinanderliegenden große Augen typisch.



Manche Eulen haben riesige Augen, mit denen sie im Dunkeln ihre Beute gut sehen können. Faszinierend ist die goldgelbe Augenfarbe beim Raufußkauz oder das Orange bei Wald- und Sumpfohreulen. Das Federkleid der Vögel ist zumeist in Brauntönen gehalten. Eine Ausnahme ist die Schnee-Eule mit ihrem weißen Gefieder.
Unter Schutz: Mehr als 200 Eulenarten gibt es weltweit. In Deutschland leben 13 Eulenarten in Wäldern oder in der Nähe von Feldern, in Städte, auf Friedhöfen, in Parks und Gärten. Fast alle Eulenarten sind dämmerungs- und nachtaktiv Die meisten Eulen und Käuzchen sind bereits selten geworden. Deshalb stehen sie unter Naturschutz (je nach Art CITES/ArtSchVO-A/V-I/BArtSchV-s/IUCN-gefährdet – siehe HF + F-Serie „Eulen & Käuze“!).




i Sumpfohreule vom Aussterben bedroht: Die Sumpfohreule streift das ganze Jahr über die Inseln und Marschen der norddeutschen Küsten. Doch sie ist vom Aussterben bedroht. In Deutschland brüteten in den letzten Jahren weniger als 50 Sumpfohreulenpaare. Ihr Lebensraum schrumpft immer mehr zusammen. (BUND 15.5.24).
Aberglaube: (Der Aberglaube differenziert dabei meistens nicht zwischen den einzelnen Eulenarten. Da die Schleiereule mit ihrem bevorzugten Brutplatz in Scheunen, Ställen, Ruinen und Kirchtürmen als Art jedoch in der größten Nähe zum Menschen lebt, war bzw. ist sie in abergläubische Rituale am ehesten involviert.) Eulen kommen in vielen Büchern und Filmen vor. Mal treten sie als Dämonen, Waldgeister oder Hexenvögel auf. Doch häufig auch als kluge und weise Eulen. Ein berühmtes Beispiel dafür ist die Schnee-Eule Hedwig bei Harry Potter, die für das Überbringen von Botschaften und Päckchen zuständig ist.


Der Habichtskauz oder Uralkauz Strix uralensis ist eine große Eule aus der Gattung Strix innerhalb der Familie der Eigentlichen Eulen Strigidae. Er ähnelt dem Waldkauz, ist aber kontrastreicher gefärbt, bedeutend größer und oft mehr als doppelt so schwer wie dieser.

Das geschlossene Verbreitungsgebiet der Art liegt im borealen Waldgürtel der Paläarktis und reicht ostwärts bis Kara und Japan. Zusätzlich bestehen Reliktvorkommen in den Karpaten, den Beskiden und im Dinarischen Gebirge. Im deutsch-österreichisch-tschechischen Grenzgebiet (Bayerischer Wald, Böhmerwald und Šumava) und zuletzt auch im Wienerwald laufen z.T. erfolgreiche Wiederansiedelungsver-suche. Zurzeit werden bis zu 15 Unterarten beschrieben; mindestens 8 sind allgemein anerkannt, wovon S. u. liturata, S. u. macroura und S. u. uralensis in Europa brüten. Die Färbung der Unterflügel und des Schwanzes weist eine gewisse Ähnlichkeit mit der junger Habichte auf, ein Umstand, dem der deutsche Trivialname Rechnung trägt.
Die Schnee-Eule – Märchenhafter Vogel: Ihr besonderes Gefieder und die goldgelben, klugen Augen verleihen der Schnee-Eule etwas Magisches und Märchenhaftes. Zauberhaft wir eine Schneelandschaft wirken die schnee-weißen Federn dieser Eulenart. Das Gefieder der ♀♀ und jungen Eulen ist mit dunklen Flecken versehen. Ausgewachsene ♂♂ sind hingegen fast völlig weiss. Da wie in kalten arktischen Gebieten leben, dient das Federkleid als Tarnung und Kälteschutz. Selbst der Schnabel, die Füße und die Zehen sind mit feinsten Federn versehen, sodass dieser Eule sogar Temperaturen von bis zu -56 Grad nichts ausmachen. Das schafft sonst kein anderer Vogel!

Anders als die meisten Eulenarten jagen Schnee-Eulen auch tagsüber. Sie richten sich hier nach den Zeiten, in denen ihre Beute aktiv ist. Geduld und Lautlosigkeit sind dabei ihre besonderen Eigenschaften. Selbst Regen, Kälte und Schnee stören sie dabei nicht. Ihre großen Flügel mit einer Spannweite von bis zu 150 cm und die weichen, kammförmigen Flugfedern ermögliche ihr einen beinahe geräuschlosen Flug. Bei der Jagd gleitet sie geradlinig auf ein Beutetier zu und packt es mit ihren vorgesteckten Krallen. Mit ihren großen, nach vorn gerichteten Augen kann sie sehr gut sehen und Entfernungen abschätzen. Wie bei allen Eulenarten sind ihre Augen unbeweglich. Dafür kann sie ihren Kopf um bis zu 270 Grad drehen. So hat sie immer alles im Blick. Was die Eule nicht sieht, kann sie hören. Mithilfe der kranzförmigen Einfassungen im Gesicht, s.g. Gesichtsschleier, werden Schallwellen in Richtung der Ohren weitergeleitet. So hört sie selbst leiseste Geräusche unter der Schneedecke. (JUNIOR 2/2026).
Nachwuchs: Die meisten Eulen bauen keine Nester. Ihre Eier legen sie im Frühjahr einfach in Felswänden, alten Baumhöhlen oder bspw. verlassenen Greifvogelnestern ab. Die Kleinen werden gewärmt und rund um die Uhr von den Euleneltern gefüttert, bis sie nach 1 – 2 Monaten flügge werden. Die Kleinen verlassen den Nistplatz bereits, bevor sie fliegen können und kraxeln auf naheliegenden Ästen herum (F ff: juv. Waldohreulen). Daher wird der Eulen-nachwuchs auch als „Ästling“ bezeichnet. Mit den ersten Flug- und Jagderfolgen endet die Kindheit der Eulen.

Hergehört: Alle Eulen haben statt Ohren nur Ohrschlitze. Aber was heißt hier nur? Die Schlitze sind richtige Superohren. Damit hören sie eine Maus in 70 m Entfernung rascheln, selbst wenn sie sich, wie z.B. beim Bartkauz, unter einem halben Meter Schnee befindet!


Bartkauz Strix nebulosa / Great Grey Owl (mit Kaiser-Wilhelm-Bart) – In Europa ist er nur im nördlichen Schweden, Finnland und in Weißrussland anzutreffen. In sehr strengen Wintern ist er auch im polnischen Białowieża-Urwald zu Gast.
Übrigens: Was bei diesem Uhu (Foto ff.) aussieht wie Ohren, sind s.g. Feder-ohren. Damit drücken Eulen ihre Stimmung aus. Mit dem eigentlichen Hören haben sie nichts zu tun.

Nachtjäger: Eulen sind die perfekten Nachtjäger. Im Dunkeln können sie nicht nur super sehen und extrem gut hören, sondern auch lautes fliegen. Das liegt an ihren ganz besonderen Federn. Dazu kommt ihr Rundblick, den nur Eulen machen können. Dabei drehen sie ihren Kopf dank der 14 Halswirbel – wir Menschen haben nur 7 – fast komplett herum. Mucksmäuschenstill beobachtet die Eule ihre Beute, bevor sie lautlos anfliegt und dann mit messerscharfen






Krallen zupackt. Da haben Beutetiere wie Mäuse (F: Rötelmaus Myodes glareo-lus – Wildpark „Eichert“ Heidenheim/Brenz), Insekten (F: Grünes Heupferd mit schwertförmigen Legebohrer Tettigonia virridissima – NSG Haarberg/Ldkrs. GP), kleinere Vögel (F: Rotkehlchen juv. Erithacus rubecula – N.P. Hohe Tatra/ SK), bei der Schnee-Eule durchaus Tiere bis zur Größe von Schneehasen und Enten (F: Moorschneehuhn Lagopus lagopus – Pyhä-Luosto N.P./FIN) und beim Uhu Säugetiere bis etwa Fuchsgröße (F: Kaninchen Oryctolagus cuniculus – NSG „Hohes Elbufer zw. Tesperhude und Lauenburg“ / UNESCO BSR Fluß-landschaft Elbe“/SH) oder Marderhund – Todfund „Zarenweg“ / Biebrzański Park Narodowy/PL) keine Chance. Nach der Mahlzeit spuckt die Eule die unverdaulichen Reste wie Knochen oder Federn in einem Spuckballen, dem s.g. Gewölle, wieder aus.
i Schon gewusst? Wiederaussiedlungen stehen bei Zoologen hoch im Kurs, sie können bei intensiver Begleitung durch Experten gelingen. Dabei geht es auch um den Erhalt von Ökosystemen. Uhus sind in Deutschland an unterschied-lichen Orten wieder ausgewildert worden. Sie waren zur Mitte des vergangenen Jh’s hierzulande fast ganz ausgerottet.Die Gründe dafür: Uhus wurden seit dem 18.Jh. massiv und gezielt bejagt. Zum einen, weil sie sich vo Hasen, Kaninchen u.a. Tiere, die auch auf dem Speiseplan der Menschen stehen, ernähren – ein Konkurrent! Zum anderen wurden die nachtaktiven Uhus weithin als Toten-vögel gefürchtet. Nach einem Tiefstand um das Jahr 1960 herum aber wendete sich das Blatt, wurden erste Anstrengungen zur Stärkung der minimalen Rest-population – es gab nur vereinzelt noch brütende Paare in den waldreichen Regionen von Bayern, Sachsen und Thüringen sowie in den Alpen – unternommen. Derzeit gibt es nach den Angaben des NABU in Deutschland immerhin wieder rd. 850 brütende Paare. (Auszug Boris Kruse „Nur mit viel Hilfe“ SWP/TITEL 21.8.21).
i Schon gewusst? Sehr praktisch ist die „Wendezehe“ der Eulen, die nach vorne oder nach hinten gedreht werden kann. Ein nützlicher Vorteil beim Jagen.
Quellen: Silvia Lorek „Lautlos durch die Nacht“ SWP/KRUSCHEL 10.9.24; Wikipedia.
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