WASSER ZÄHLT…

Gewitterwolfen über dem Wasserberg
Kumuluswolken sie gelten meist als klassische Schönwetterwolken, können sich aber bei starker Sonneneinstrahlung zu massiven Gewitterwolken entwickeln. Entstehen sie mittags und lösen sich abends wieder auf, bleibt das Wetter oft schön; bilden sie sich morgens oder abends, kann das Wetter schlechter werden.

Wissen Sie, wie viel Wasser in einer Gewitterwolke steckt oder wie viel Prozent unseres Körpers aus Wasser bestehen? Erstaunliche Fakten rund um ein ganz besonderes Element. 903 l Regen fielen 2024 durchschnittlich auf jeden m in Deutschland, 14 % mehr als in der Referenzperiode 1991 – 2020.

…Unwetter mit Starkregen (F: Narew-Fluss/PL) – Mit rund 30 km/h stürzen große Regentropfen vom Himmel. Dabei sind sie von einer 800 m hoch schwenden Wolke etwa 100 sec. lang unterwegs, bis sie den Boden erreichen. Kleine Tröpfchen sind langsamer, sie können für die gleise Strecke etwa 7 Min. benötigen.

4 Mrd. Jahre ist es her, dass der Urozean entstand. Das bedeutet nicht nur, dass Wasser ständig verdunstet und wieder als Regen zurückkommt – sondern auch, dass wir noch immer dasselbe Wasser trinken, das vor Mio. von Jahren bereits von den Dinosauriern getrunken wurde.

Von den 10 verschiedenen Wolkengattungen ist die Schauer- und Gewitterwolke Cumulonimbus: besonders beeindruckend. Bis zu 12 km kann sie sich auftürmen und mehrere Mio. l Wasser in sich tragen. 3 gr pro m³ beträgt der Wassergehalt einer Gewitterwolke.

Eine 1 km breite und 6 km hohe Gewitterwolke enthält rd. 18 Mio. l Wasser, haben Meteorologen berechnet. Ein olympisches Schwimmbecken fast 2,5 Mio. l. Die Gewitterwolke könnte also rd. sieben solcher Becken mit Wasser füllen.

80 % Wasser sind in unserer menschlichen Muskulatur gespeichert. Das Gehirn besteht aus 77 %, der gesamte menschliche Organismus zu fast ⅔ aus Wasser. Es gilt daher in seiner flüssigen Form als Quell des Lebens, als Elixier des Organischen.

Eiskreuzfahrt mit der MS Aurora Botnia im Bottnischen Meerbusen

4°C ist die Temperatur, bei der Wasser die höchste Dichte und das geringste Volumen erreicht. Durch diese s.g. Dichteanomalie schwimmt Eis auf Wasser, sodass Fische im Winter unter der Eisschicht überleben können. Wasser weist insgesamt 79 Anomalien oder Besonderheiten im Vergleich zu anderen Stoffen auf und gilt daher als besonders rätselhafte chemische Verbindung.

Indischer Ozean/Australien

1,4 Mrd. km³ Wasser gibt es auf der Erde. Das entspricht einem Würfel mit einer Seitenlänge von 1.119 km – etwa der Entfernung zwischen Hamburg u. Mailand, 97 % davon sind Salzwasser in den Ozeanen. Der größte Teil des Süßwassers ist als Eis an den Polen gespeichert: Nur 0,3 % des Wassers unseres Planeten stehen uns als Trinkwasser zur Verfügung.

Anmerkung: Das sollte uns zu bedenken geben! 140 l Wasser werden für die Produktion einer Tasse Kaffee benötigt. (Dieses „virtuelle Wasser“ ist die Menge, die man für Anbau oder Herstellung, Verarbeitung und Transport braucht). So fließen z.B. in die Produktion von 1 kg Käse 5.000 – 5.500 l. Für 1 kg Rindfleisch veranschlagen Experten sogar 14.000 – 22.000 l virtuelles Wasser. (Quelle: EVF aktuell 1/2026; SWP/WISSEN 31.10.25).

Wie viel Wasser kommt im Boden an? Jahresdaten zur Sickerwasserrate bei der LUBW: Grundwasser reagiert langsam. Sickerwasserraten eignen sich für die Analyse langfristiger Veränderungen. Mit entsprechendem Fachwissen können auch Landwirte oder eine wissenschaftlich interessierte Öffentlichkeit die Informationen nutzen. Für alle 1.101 Gemeinden und 44 Stadt- und Land-kreise lassen sich die Daten bei der LUBW abrufen, sowohl für einzelne Jahre (1951 bis 2024) als auch als 30-jährige Mittelwerte (1951-1980, 1961-1990, 1971-2000, 1981-2010 u. 1991-2020). Die Aktualisierung betrifft die Grundwasser-neubildungsdaten für das Jahr 2024. (LNV.Info/Tr 3/2026) >>>

Vorräte an Grundwasser schrumpfen – Trockenheit und Verdunstung wirken sich aus: Jede dritte Messstelle im Südwesten meldet niedrige Werte. (SWP / SÜDWESTUMSCHAU / dpa 3.7.26)

Niedrigwasser (siehe Fotos) verschärft sich weiter – Trockenheit sorgt für extreme Pegel an Flüssen und Seen. Besonders sichtbar sind die Folgen an Bodensee und Die Trockenheit setzt vielen Bächen, Flüssen und Seen in BW zu. Inzwischen weisen 34 % der Messstellen extrem niedrige und weitere 43 % sehr niedrige Wasserstände auf, teilt die Landesanstalt für Umwelt BW ‚LUBW‘ mit. Damit habe sich das Niedrigwasser aufs gesamte Land ausgeweitet. Die aktuelle Niedrigwasserlage ist nach Angaben von LUBW-Präsident Ulrich Maurer das Ergebnis mehrerer trockener Monate, insbesondere im Südosten BW’s. Im Mai und Juni sei deutlich weniger Regen gefallen als im langjährigen Mittel. „Ohne flächendeckende Niederschläge müssen wir damit rechnen, dass sich die Situation in den kommenden Wochen weiter verschärft“, teilte Maurer mit.

UNESCO Oberes Mittelrheintal mit Burg Maus und St. Goarshausen/OT Wellmich – zum Foto: Das extreme Niedrigwasser 11/2011 am Mittelrhein wurde durch einen der trockensten Nov.-Monate seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1864 ausgelöst. Ausbleibende Niederschläge und das Fehlen von Schmelzwasser führten dazu, dass die Pegelstände entlang des Rheins wochenlang drastisch sanken. Dies hatte erhebliche Auswirkungen auf die Schifffahrt, legte historische Orte trocken und führte zu spektakulären Bombenfunden. (Wikipedia/KI).

Die Trockenheit zeigt sich demnach nicht nur an kleineren Flüssen, sondern auch an großen Gewässern: Der Bodensee liege derzeit 76 cm unter seinem für diese Jahreszeit üblichen Wasserstand. An einem 5. Juli sei seit Beginn der Messungen nur einmal ein niedrigerer Wert registriert worden. Die Prognosen gehen von einem weiteren Rückgang in den nächsten Tagen aus. Auch die Donau führt so wenig Wasser wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Dort haben Experten am 5. Juli einen neuen historischen Niedrigstwert für den Abfluss ge-messen. Die Folgen sind sichtbar: Kiesbänke ragen aus dem Wasser, Ufer-bereiche trocknen aus. Am Oberrhein wird von Dienstag an Niedrigwasser erwartet. Auch der Neckar weise weiterhin sehr niedrige Abflüsse auf, hieß es. Neben den niedrigen Pegelständen belasten demnach die überdurchschnittlich hohen Wassertemperaturen die Gewässer. Die Sauerstoffgehalte in Rhein, Donau und Neckar lägen aber noch in einem zufriedenstellenden Bereich, teilte Maurer weiter mit. Die Situation werde fortlaufend überwacht. Auch die Böden leiden: Dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung zufolge gibt es in großen Teilen BW’s eine Dürre im Gesamtboden. (SWP/SÜDWESTUMSCHAU/ dpa 8.7.26)

Mehr Transparenz bei Niedrigwasser: In Deutschland wird das Wasser knapp. Erste Kommunen ergreifen bereits Gegenmaßnahmen. Eine neue Informationsplattform soll nun bei der Vorsorge helfen. Erstmals gibt es eine bundesweit einheitliche Datengrundlage. NIWIS ist öffentlich zugänglich und soll dafür sorgen, dass die Bürger Entscheidungen der Kommunen besser nachvollziehen können. Wie funktioniert NIWIS? Das Informationssystem bietet Daten zu Wasserstand, Bodenfeuchte und Niederschlagsmenge, sowohl bundesweit als auch für einzelne Regionen. Sie stammen von zahlreichen Messstationen, die über das ganze Land verteilt sind, sowie vom Deutschen Wetterdienst. Die Daten lassen sich auch im zeitlichen Verlauf vergleichen. (Auszug SWP/POLITIK/Julian Meier 16.7.26)

Alles im Fluss? Wie reagiert der Wald auf den Klimawandel und was bedeutet das für seinen Wasserhaushalt? Bei der 15. Fachtagung „Wald und Wasser“ an der FVA tauschten sich über 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus. >>> Zur Pressemitteilung

Flussuferläufer (F: Donau-Staustufe Oberelchingen)

Ein Indikator freier Flüsse: Die hoffnungsvolle Geschichte des Flussuferläufers
Der kleine, unscheinbare Vogel mit seinen flauschigen Küken steht stv. für die dramatische Lage der Gewässer in Deutschland. Der Flussuferläufer gilt als stark gefährdet. Dort, wo es ihn gibt, ist die Flusslandschaft intakt. Leider sind viele unserer Flüsse heute verbaut, begradigt und durch Querbauwerke unterbrochen.Doch es gibt Hoffnung! Denn dort, wo Bäche und Flüsse wieder frei fließen dürfen, kehrt der Flussuferläufer zurück. Um den Tieren zu helfen, müssen wir ihre Lebensräume wiederherstellen – und genau das macht der WWF. Unter dem Motto: „Barrieren raus – Lebensraum rein“ engagiert wir uns mit Projekten wie „Fluss.Frei.Raum“ für die Wiederherstellung natürlicher Flusslandschaften. Der Flussuferläufer zeigt uns: Wenn wir der Natur Raum geben, kehrt sie zurück. Aber sie braucht unsere Unterstützung. Haben Sie schon unsere Kampagne „Hands off Nature“ unterzeichnet? Helfen Sie mit, politische Rahmenlinien für den Schutz sensibler Lebensräume zu schaffen. >>> MEHR ZUM FLUSSUFERLÄUFER!

Lebenswichtiges Nass von oben – Dinge, die man über Regen noch nicht weiß: 500 000 km³ Wasser regnen jährlich auf unseren Planeten. Würde diese Menge nur auf Deutschland niedergehen, stünde das Land 1,4 km tief unter Wasser.

F: Nadleśnictwa Szczebra / Puszczy Augustowskiej/NO-PL Auch wenn statistisch gesehen in den warmen Sommermonaten mehr Regen fällt, sind ständig nasse Straßen und Wege ein typisches Merkmal der kälteren Jahreszeit. Das liegt im Wesentlichen daran, dass Wasser bei Kälte erheblich langsamer verdunstet als bei warmem Wetter. Aus diesem Grund verbleibt es deutlich länger am
Boden und hält ihn feucht.

Glaubt man verschiedenen wissenschaftlichen Stimmen, so lässt sich der Name des Regenwurms gar nicht unbedingt auf das Wetterereignis zurückführen, sondern auf die Beobachtung der Menschen in früheren Jh., dass es sich um einen „regen Wurm“ handelt.

Weitere interessante Fakten: Meteorologen und Wetterdienste geben Niederschlagsmengen meist in mm an. Ein Trick, sich diese Menge besser vorstellen zu können, ist die Umrechnung auf Liter je Fläche: Ein mm Wasserhöhe entspricht genau 1 l Wasser/m².

Bei dem Wetterphänomen über dem Bodensee Anfang Juli 2026 handelte es sich nicht um einen Hurrikan, sondern um eine riesige Wasserhose – als einen Tornado über dem Wasser. Der gewaltige Wolkenschlauch bildete sich am 1.7. gegen 13:10 h vor Friedrichshafen und zog rund 15 Minuten lang spektakulär über den See, bevor er sich in Richtung Lindau wieder auflöste. Heimische Hurrikane – Können in Deutschland tatsächlich auch Hurrikans entstehen? Traditionell werden „Hurrikane“ zwar Wirbelstürme genannt, die sich über dem Atlantik bilden und dann über Amerika ziehen. Wirbelstürme gibt es aber, auch wegen des Klimawandels, zunehmend sowohl in Deutschland als auch in anderen Teilen Europas. Allerdings handelt es sich um Tornados, die sich über Land oder Wasser bilden können. In ihrer Zerstörungskraft stehen sie einem Hurrikan mitunter nicht nach. Voraussetzung für die Bildung eines Tornados ist zunächst; feucht-warmes Wetter und eine starke Temperaturdifferenz von oben nach unten – unter diesen Bedingungen bilden sich auch Gewitter, aus denen ein Tornado hervorgeht. Dazu kann es kommen, wenn mit dem Gewitter stark zunehmende Winde einhergehen, die aus unterschiedlichen Richtungen wehen. Wann genau diese Bedingungen zu einem Tornado führen, ist unklar. (Quellen SWP/WISSEN/yel, Deutscher Wetterdienst, WMO, MeteoSchweiz, GEO, NABU 21.8.21; Wikipedia/KI).

Bodensee („Landschaft 1989“ – Foto: 2018)

Bodensee auf historischem Tiefstand: Der Bodensee verzeichnet für Anfang Juli einen historischen Niedrigstand. Am 7.7. wurde mit 321 cm der niedrigste Wert seit Beginn der Messungen 1850 gemessen. Ursache ist v.a. anhaltende Trockenheit und wenig Niederschlag im Frühjahr. Normalerweise erreicht der See zu dieser Jahreszeit Höchststände. Folgen sind Einschränkungen für die Schifffahrt und freigelegter Seegrund. (SWP/dpa 10.7.26).