

Wissen Sie, wie viel Wasser in einer Gewitterwolke steckt oder wie viel Prozent unseres Körpers aus Wasser bestehen? Erstaunliche Fakten rund um ein ganz besonderes Element. 903 l Regen fielen 2024 durchschnittlich auf jeden m in Deutschland, 14 % mehr als in der Referenzperiode 1991 – 2020.

4 Mrd. Jahre ist es her, dass der Urozean entstand. Das bedeutet nicht nur, dass Wasser ständig verdunstet und wieder als Regen zurückkommt – sondern auch, dass wir noch immer dasselbe Wasser trinken, das vor Mio. von Jahren bereits von den Dinosauriern getrunken wurde.

Eine 1 km breite und 6 km hohe Gewitterwolke enthält rd. 18 Mio. l Wasser, haben Meteorologen berechnet. Ein olympisches Schwimmbecken fast 2,5 Mio. l. Die Gewitterwolke könnte also rd. sieben solcher Becken mit Wasser füllen.
80 % Wasser sind in unserer menschlichen Muskulatur gespeichert. Das Gehirn besteht aus 77 %, der gesamte menschliche Organismus zu fast ⅔ aus Wasser. Es gilt daher in seiner flüssigen Form als Quell des Lebens, als Elixier des Organischen.

4°C ist die Temperatur, bei der Wasser die höchste Dichte und das geringste Volumen erreicht. Durch diese s.g. Dichteanomalie schwimmt Eis auf Wasser, sodass Fische im Winter unter der Eisschicht überleben können. Wasser weist insgesamt 79 Anomalien oder Besonderheiten im Vergleich zu anderen Stoffen auf und gilt daher als besonders rätselhafte chemische Verbindung.

1,4 Mrd. km³ Wasser gibt es auf der Erde. Das entspricht einem Würfel mit einer Seitenlänge von 1.119 km – etwa der Entfernung zwischen Hamburg u. Mailand, 97 % davon sind Salzwasser in den Ozeanen. Der größte Teil des Süßwassers ist als Eis an den Polen gespeichert: Nur 0,3 % des Wassers unseres Planeten stehen uns als Trinkwasser zur Verfügung.


Anmerkung: Das sollte uns zu bedenken geben! 140 l Wasser werden für die Produktion einer Tasse Kaffee benötigt. (Dieses „virtuelle Wasser“ ist die Menge, die man für Anbau oder Herstellung, Verarbeitung und Transport braucht). So fließen z.B. in die Produktion von 1 kg Käse 5.000 – 5.500 l. Für 1 kg Rindfleisch veranschlagen Experten sogar 14.000 – 22.000 l virtuelles Wasser. (Quelle: EVF aktuell 1/2026; SWP/WISSEN 31.10.25).
Wie viel Wasser kommt im Boden an? Jahresdaten zur Sickerwasserrate bei der LUBW: Grundwasser reagiert langsam. Sickerwasserraten eignen sich für die Analyse langfristiger Veränderungen. Mit entsprechendem Fachwissen können auch Landwirte oder eine wissenschaftlich interessierte Öffentlichkeit die Informationen nutzen. Für alle 1.101 Gemeinden und 44 Stadt- und Land-kreise lassen sich die Daten bei der LUBW abrufen, sowohl für einzelne Jahre (1951 bis 2024) als auch als 30-jährige Mittelwerte (1951-1980, 1961-1990, 1971-2000, 1981-2010 u. 1991-2020). Die Aktualisierung betrifft die Grundwasser-neubildungsdaten für das Jahr 2024. >>> (LNV.Info/Tr 3/2026; siehe auch „Jeder Tropfen zählt“ NABU-Studie).
Vorräte an Grundwasser schrumpfen – Trockenheit und Verdunstung wirken sich aus: Jede dritte Messstelle im Südwesten meldet niedrige Werte. (SWP / SÜDWESTUMSCHAU / dpa 3.7.26)




Niedrigwasser (siehe Fotos) verschärft sich weiter – Trockenheit sorgt für extreme Pegel an Flüssen und Seen. Besonders sichtbar sind die Folgen an Bodensee und Die Trockenheit setzt vielen Bächen, Flüssen und Seen in BW zu. Inzwischen weisen 34 % der Messstellen extrem niedrige und weitere 43 % sehr niedrige Wasserstände auf, teilt die Landesanstalt für Umwelt BW ‚LUBW‘ mit. Damit habe sich das Niedrigwasser aufs gesamte Land ausgeweitet. Die aktuelle Niedrigwasserlage ist nach Angaben von LUBW-Präsident Ulrich Maurer das Ergebnis mehrerer trockener Monate, insbesondere im Südosten BW’s. Im Mai und Juni sei deutlich weniger Regen gefallen als im langjährigen Mittel. „Ohne flächendeckende Niederschläge müssen wir damit rechnen, dass sich die Situation in den kommenden Wochen weiter verschärft“, teilte Maurer mit.

Die Trockenheit zeigt sich demnach nicht nur an kleineren Flüssen, sondern auch an großen Gewässern: Der Bodensee liege derzeit 76 cm unter seinem für diese Jahreszeit üblichen Wasserstand. An einem 5. Juli sei seit Beginn der Messungen nur einmal ein niedrigerer Wert registriert worden. Die Prognosen gehen von einem weiteren Rückgang in den nächsten Tagen aus. Auch die Donau führt so wenig Wasser wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Dort haben Experten am 5. Juli einen neuen historischen Niedrigstwert für den Abfluss ge-messen. Die Folgen sind sichtbar: Kiesbänke ragen aus dem Wasser, Ufer-bereiche trocknen aus. Am Oberrhein wird von Dienstag an Niedrigwasser erwartet. Auch der Neckar weise weiterhin sehr niedrige Abflüsse auf, hieß es. Neben den niedrigen Pegelständen belasten demnach die überdurchschnittlich hohen Wassertemperaturen die Gewässer. Die Sauerstoffgehalte in Rhein, Donau und Neckar lägen aber noch in einem zufriedenstellenden Bereich, teilte Maurer weiter mit. Die Situation werde fortlaufend überwacht. Auch die Böden leiden: Dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung zufolge gibt es in großen Teilen BW’s eine Dürre im Gesamtboden. (SWP/SÜDWESTUMSCHAU/ dpa 8.7.26; siehe auch Andreas Scholz „Gewässer im Klimastress“ vögel Nr. 68 9/10/2023)
Mehr Transparenz bei Niedrigwasser: In Deutschland wird das Wasser knapp. Erste Kommunen ergreifen bereits Gegenmaßnahmen. Eine neue Informationsplattform soll nun bei der Vorsorge helfen. Erstmals gibt es eine bundesweit einheitliche Datengrundlage. NIWIS ist öffentlich zugänglich und soll dafür sorgen, dass die Bürger Entscheidungen der Kommunen besser nachvollziehen können. Wie funktioniert NIWIS? Das Informationssystem bietet Daten zu Wasserstand, Bodenfeuchte und Niederschlagsmenge, sowohl bundesweit als auch für einzelne Regionen. Sie stammen von zahlreichen Messstationen, die über das ganze Land verteilt sind, sowie vom Deutschen Wetterdienst. Die Daten lassen sich auch im zeitlichen Verlauf vergleichen. (Auszug SWP/POLITIK/Julian Meier 16.7.26)
Alles im Fluss? Wie reagiert der Wald auf den Klimawandel und was bedeutet das für seinen Wasserhaushalt? Bei der 15. Fachtagung „Wald und Wasser“ an der FVA tauschten sich über 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus. >>> Zur Pressemitteilung

Ein Indikator freier Flüsse: Die hoffnungsvolle Geschichte des Flussuferläufers
Der kleine, unscheinbare Vogel mit seinen flauschigen Küken steht stv. für die dramatische Lage der Gewässer in Deutschland. Der Flussuferläufer gilt als stark gefährdet. Dort, wo es ihn gibt, ist die Flusslandschaft intakt. Leider sind viele unserer Flüsse heute verbaut, begradigt und durch Querbauwerke unterbrochen.Doch es gibt Hoffnung! Denn dort, wo Bäche und Flüsse wieder frei fließen dürfen, kehrt der Flussuferläufer zurück. Um den Tieren zu helfen, müssen wir ihre Lebensräume wiederherstellen – und genau das macht der WWF. Unter dem Motto: „Barrieren raus – Lebensraum rein“ engagiert wir uns mit Projekten wie „Fluss.Frei.Raum“ für die Wiederherstellung natürlicher Flusslandschaften. Der Flussuferläufer zeigt uns: Wenn wir der Natur Raum geben, kehrt sie zurück. Aber sie braucht unsere Unterstützung. Haben Sie schon unsere Kampagne „Hands off Nature“ unterzeichnet? Helfen Sie mit, politische Rahmenlinien für den Schutz sensibler Lebensräume zu schaffen. >>> MEHR ZUM FLUSSUFERLÄUFER!
Lebenswichtiges Nass von oben – Dinge, die man über Regen noch nicht weiß: 500 000 km³ Wasser regnen jährlich auf unseren Planeten. Würde diese Menge nur auf Deutschland niedergehen, stünde das Land 1,4 km tief unter Wasser.

Boden und hält ihn feucht.

Glaubt man verschiedenen wissenschaftlichen Stimmen, so lässt sich der Name des Regenwurms gar nicht unbedingt auf das Wetterereignis zurückführen, sondern auf die Beobachtung der Menschen in früheren Jh., dass es sich um einen „regen Wurm“ handelt.
Weitere interessante Fakten: Meteorologen und Wetterdienste geben Niederschlagsmengen meist in mm an. Ein Trick, sich diese Menge besser vorstellen zu können, ist die Umrechnung auf Liter je Fläche: Ein mm Wasserhöhe entspricht genau 1 l Wasser/m².

Bei dem Wetterphänomen über dem Bodensee Anfang Juli 2026 handelte es sich nicht um einen Hurrikan, sondern um eine riesige Wasserhose – als einen Tornado über dem Wasser. Der gewaltige Wolkenschlauch bildete sich am 1.7. gegen 13:10 h vor Friedrichshafen und zog rund 15 Minuten lang spektakulär über den See, bevor er sich in Richtung Lindau wieder auflöste. Heimische Hurrikane – Können in Deutschland tatsächlich auch Hurrikans entstehen? Traditionell werden „Hurrikane“ zwar Wirbelstürme genannt, die sich über dem Atlantik bilden und dann über Amerika ziehen. Wirbelstürme gibt es aber, auch wegen des Klimawandels, zunehmend sowohl in Deutschland als auch in anderen Teilen Europas. Allerdings handelt es sich um Tornados, die sich über Land oder Wasser bilden können. In ihrer Zerstörungskraft stehen sie einem Hurrikan mitunter nicht nach. Voraussetzung für die Bildung eines Tornados ist zunächst; feucht-warmes Wetter und eine starke Temperaturdifferenz von oben nach unten – unter diesen Bedingungen bilden sich auch Gewitter, aus denen ein Tornado hervorgeht. Dazu kann es kommen, wenn mit dem Gewitter stark zunehmende Winde einhergehen, die aus unterschiedlichen Richtungen wehen. Wann genau diese Bedingungen zu einem Tornado führen, ist unklar. (Quellen SWP/WISSEN/yel, Deutscher Wetterdienst, WMO, MeteoSchweiz, GEO, NABU 21.8.21; Wikipedia/KI).

Bodensee auf historischem Tiefstand: Der Bodensee verzeichnet für Anfang Juli einen historischen Niedrigstand. Am 7.7. wurde mit 321 cm der niedrigste Wert seit Beginn der Messungen 1850 gemessen. Ursache ist v.a. anhaltende Trockenheit und wenig Niederschlag im Frühjahr. Normalerweise erreicht der See zu dieser Jahreszeit Höchststände. Folgen sind Einschränkungen für die Schifffahrt und freigelegter Seegrund. (SWP/dpa 10.7.26). Aktuelle Warnung vor Blaualgen: Das Gesundheitsamt warnt vor dem Baden im Kleinen See (einem Seitenarm), da Wasserproben den Verdacht auf benthische Cyanobakterien (Blaualgen) mit grün-braunen Schleimklumpen bestätigt haben. (SWR 14.7.26; siehe auch „Tödliche Gefahr für Hunde“ Augsburger Allgemeine 15.7.26 + NABU-AGRAR-BLOG „Wassersicherheit“).

S.O.S. Mittelmeer (Gr/D/F26 – In der Mittelmeerregion verändert der Klimawandel Landschaften und das Leben der Menschen: Dürren, Überschwemmungen oder Waldbrände bringen Ökosysteme aus dem Gleichgewicht. (Doku arte 28.7.26).


Wenn Flüsse Rinnsale werden – Die Hitze wirkt sich auch auf Rhein, Oder und Co. aus: Die Wassertemperatur steigt. Pegelstände sinken. Nicht nur die Schifffahrt leidet. 30°C. So warm war das Wasser in Main und Oder kürzlich an einigen Stellen. Man muss kein Experte sein, um zu wissen: Dass Flüsse in Deutschland fast Duschtemperatur haben, ist nicht normal. Uber ihren Zustand ist gerade viel zu lesen. In der Donau floss stellenweise nur 1/6 der üblichen Wassermenge, auch andere Flüsse hatten niedrige Pegel. Der Schiffsverkehr ist eingeschränkt, teilweise sogar eingestellt. Aber es geht natürlich um mehr: Flüsse sind wichtige Ökosysteme. Wie Adern durchziehen sie das Land und versorgen es mit Wasser, Warum geht es den Flüssen so schlecht? Und welche Folgen hat das?…Das hat nicht nur mit der Hitze zu tun. Sondern auch mit etwas, das Markus Weitere , Leiter der Abteilung Fließgewässerökologie am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung ‚UFZ‘, mit einem kunstvollen Fachbegriff bezeichnet: Eingriffe in die Hydromorphologie. „So nennt man es, wenn Gewässer verbaut werden, etwa durch Schleusen oder Stauanlagen. Oft wird auch der Verlauf des Gewässers begradigt.“ Das ist ein Vorteil für die Schifffahrt. Aber nur, wenn es nicht zu Niedrigwasser kommt. Die Begradigung trage selbst zur Dürre bei, erklärt Weitere. ,Das Wasser fließt schneller aus der Landschaft ab. Zudem trägt das schneller fließende Wasser das Flussbett ab – und der Pegel sinkt.“ Die Elbe sei z.B. stellenweise fast 2 m tiefer geworden. Durch den Ausbau verschwänden wichtige Teile des Ökosystems, sagt Weitere. „Z.B. die Auen, also die Feuchtgebiete an Flussufern.“ Das hat Folgen. Auen dienen als Wasserspeicher, so der Ökologe. Fallen sie weg, wird das Wasser schneller über die Flüsse abtransportiert. „Die Hochwassergefahr steigt und das Wasser fehlt in Zeiten von Trockenheit.“ Auch Fische leiden – gerade solche, die sonst zwischen Meer und Flüssen hin- und herwandern, etwa Meerforellen oder der in Mitteleuropa inzwischen ausgestorbene Stör. Wehre und Stauanlagen schneiden ihre Routen ab.
| Diskussion: Was wäre, wenn gesunde Auen nicht mehr Ausnahme, sondern Normalität wären? 90 Prozent intakter Auen – ein Zukunftsszenario. Wasserrückhalt in der Landschaft – ganz einfach durch intakte Auen. Wie sähe eine solche Welt aus? Und wieso ist die Realität eine andere? Veronika Rivera spannt den Bogen zwischen dem Jetzt und einer potenziellen Zukunft. lesen (nul Ausgabe 3+4 17.7.25). |

Viele Flüsse mit niedrigen Pegelständen – Fast alle Landkreise haben mittlerweile die Entnahme aus Oberflächengewässern eingeschränkt. Kein Regen in Sicht. Viele Landkreise reagieren jetztt mit Einschränkungen. Nach Angaben der Landesanstalt für Umwelt, die seit 2024 ein Niedrigwasser-Infor-mationszentrum ‚NIZ‘ betreibt, zeigen 72 % aller Pegel im Land aktuell extrem niedrige Wasserstände an. Davon betroffen sind auch Oberrhein und Donau. Weitere 24 % weisen sehr niedrige Stände auf, darunter der Neckar, 3 % zumindest niedrige. Kurzfristige starke Niederschläge bei Gewittern brächten keine nachhaltige Verbesserung, heißt es im jüngsten Lagebericht, weil der Boden sie gar nicht aufnehmen könne. Von den 44 Stadt- und Landkreisen in BW hatten dem NIZ zufolge am Montag 37 Einschränkungen des wasser-rechtlichen Gemeingebrauchs erlassen. Dabei geht es um die Entnahme geringer Wassermengen aus Oberflächengewässern für die Landwirtschaft, die Forstwirtschaft und den Gartenbau. Bis zum Mittag stieg die Zahl der Kreise mit Einschränkungen auf 38… Einschränkungen des Trinkwassergebrauchs wiederum können nur die Kommunen verhängen. Den zuständigen Verbänden sind bislang keine bekannt. „Diskussionen über Einschränkungen beim Befüllen privater Pools oder bei der Gartenbewässerung hat es vereinzelt gegeben“, erklärte eine Sprecherin des Gemeindetags. Aber: „Nach unserer Kenntnis bestehen derzeit keine flächendeckenden Einschränkungen der Trinkwasserversorgung in BW.“ (Auszug SWP/SÜDWESTUMSCHAU/Jens Schmitz 4.8.26).

Grundwasser extrem niedrig – Die Trockenheit im Südwesten hat gravierende Folgen. Mehr als die Hälfte der Messstellen zeigt sehr niedrige Werte. Die anhaltende Trockenheit fordert ihren Tribut und führt in BW zu weiter niedrigen Grundwasserverhältnissen mit rückläufiger Tendenz. Sollte es mit dem Wetter so weitergehen, könne es im weiteren Verlauf des Jahres zu zunehmenden Beschwerlichkeiten in Spitzenverbrauchszeiten kommen sowie zu Wasserknappheit in Gebieten, die vorwiegend mit Quellwasser versorgt werden. Das berichtete die Landesanstalt für Umwelt BW ‚LUBW‘ in Karlsruhe. Es habe im Juli keine Sickerungen zum Grundwasser gegeben. Niedrige Verhältnisse würden in allen Landesteilen gemessen. „Mittlerweile bewegen sich 52 % der Messstellen unterhalb des Normalbereichs auf niedrigem Niveau“, hieß es. Anfang Juli seien es noch 36 % gewesen. An einem Drittel der Messstellen lägen die aktuellen Werte unter den bisherigen Juli-Niedrigst-werten aus den vergangenen 30 Jahren. Noch seien großräumige Engpässe in der Wasserversorgung aber nicht absehbar. Für die Bewertung berücksichtigt die LUBW die aktuelle Situation, setzt sie in Bezug zur bisherigen Entwicklung und erstellt Prognosen. Dabei werden Faktoren herangezogen wie Boden-feuchte sowie meteorologische Daten wie Temperatur und Niederschlag. (SWP/ SÜDWESTUMSCHAU/dpa 5.8.26).
Todeszonen für Fische: Noch ein Problem sind Nährstoffe und Chemikalien. „Stoffe wie Dünger oder Pflanzenschutzmittel aus der Landwirtschaft gelangen z.B. bei Regenabfluss in die Flüsse„, erklärt Weitere. „Durch die erhöhte Nährstoffbelastung können die einzelligen Algen im Wasser von großen Flüssen übermäßig stark wachsen.“ Wenn es warm ist, vermehren sich die Pflanzen noch stärker. Das verbraucht ungewöhnlich viel Sauerstoff. Es bilden sich s.g. Todeszonen, in denen Fische ersticken. 2022 kam es zu einem großen Fischsterben in der Oder, Chemikalien hatten eine Algenblüte ausgelöst. Aber auch sonst verenden viele Fische in deutschen Gewässern: Allein 2026 gab es schon Meldungen über Fischsterben in der Ach, im Bodensee oder im Stein-huder Meer… Weitere sieht aber auch positive Entwicklungen. Er verweist auf Maßnahmen in Folge der Wasserrahmenrichtlinie der EU. Sie gibt den Mitgliedstaaten vor, dass ihre Gewässer bis 2027 in einem „guten Zustand“ sein sollen. Dass das so bald gelingt, ist allerdings unwahrscheinlich. Weitere zählt eine ganze Reihe von Ansätzen auf, die erforderlich seien, um die Temperatur von Flüssen zu stabilisieren und mehr Wasser in der Landschaft zu halten: etwa bewaldete Randstreifen an den Ufern oder die Wiedervernässung von Auen. „Solche Malsnahmen helfen, besser mit Hitze und Trockenheit umzugehen.“(Auszug SWP/THEMEN DES TAGES/POLITIK/Rebekka Wiese 31.7.26).
Mehr Frische für Fische – Das Land baut Kühlhilfen in der Elz, einem Nebenfluss des Rheins. In der südbadischen Elz werden zwei künstliche Kaltwasserbecken für Fische und Kleinlebewesen angelegt. Mit dem Projekt reagiert der Landesbetrieb Gewässer auf die zunehmende Belastung der Tiere durch Hitze und niedrige Wasserstände. Die Bauarbeiten für die neuen Rückzugsgebiete beginnen am 3.8. und sollen etwa 2 Wochen dauern, wie das Regierungspräsidium Freiburg am Mittwoch mitteilte. Ein Vorbildprojekt in der Dreisam hat den Angaben zufolge bereits nach wenigen Jahren bemerkens-werte Erfolge gezeigt. Laut einer Untersuchung konnten dort erstmals seit Jz. wieder laichende Forellen nachgewiesen werden. Auch die als kälteliebend bekannte Äsche sei wieder in allen Größen in den 2022 angelegten Schutzräumen zu finden. (SWP/SÜDWESTUMSCHAU/dpa 31.7.26)
Mehr Wasser speichern: Wer kennt noch das Märchen vom Sterntaler? Es geht um ein Waisenkind, das fast alle seine Habseligkeiten verschenkt. Dann fallen die Sterne als Silbertaler vom Himmel. Das Kind fängt die Münzen in seinem Leinenhemd auf und ist reich bis an sein Lebensende. Wie aber wäre die Geschichte ausgegangen, hätte es die Taler nicht eingesammelt? Das mag abwegig klingen. So aber kann man sich den Umgang mit Wasser in Deutschland vorstellen. Dass die Ressource knapper wird, ist leider kein Märchen. Wenn man in diesen Tagen Bilder von ausgetrockneten Seen und von Niedrigwasser in Flüssen sieht, wenn das Wirtschaftswachstum wegen niedriger Pegel einzubrechen droht, wenn Kommunen ihren Bürgern verbieten, ihre Gärten zu bewässern, ist die Wasserknappheit sehr real. „Wir werden ernsthafte Konflikte um Wasser haben – auch in Deutschland“, sagte Bundesumweltminister Carsten Schneider kürzlich dem „Spiegel“. Der Minister hat recht. Zur Wahrheit gehört aber auch: Ob das Wasser knapp wird, haben die politisch Verantwortlichen zu großen Teilen selbst in der Hand. Bisher geht Deutschland extrem verschwenderisch mit dieser Ressource um. Das muss sich ändern. Damit sind nicht die einzelnen Bürger gemeint. Es mag zwar helfen, kürzer zu duschen, den Rasen vorm Haus kürzer zu sprengen und das Auto seltener zu waschen. Aber all das macht nur einen Bruchteil der Verschwendung aus. Viel problematischer ist, wie Deutschland Wasser speichert – oder eben nicht. Deutsche Böden sind oft von Asphalt, Beton oder Pflastersteinen bedeckt. Viele dieser Steinwüsten ließen sich entsiegeln. Das gilt für etliche Plätze in deutschen Innenstädten, für die Gleisbetten von Straßen-bahnen, für Hinterhöfe, Vorgärten, Fußgängerzone, Schulhöfe u.s.w. Sind die Böden versiegelt, kann der Regen nur schwer im Boden versickern. Das Wasser wird nicht gespeichert, stattdessen Aießt es ab oder verdunstet. Solange es regelmäßige Niederschläge gab, fiel das nicht so auf. Doch durch die Erderwärmung hat sich das Klima verändert. In Deutschland regnet es seltener. Es gibt weniger Niesel- und häufiger Starkregen, dazu häufige Dürren.

Trockene Böden können große Wassermengen nur schlecht aufnehmen. Und noch weniger, wenn die Oberflächen unter Steinen und Beton liegen. Es ist, als hätte sich das Sterntaler-Kind unter einem Schirm vor den herabregnenden Münzen versteckt, statt noch weniger, wenn die Oberflächen unter Steinen und Beton liegen. Es ist, als hätte sich das Sterntaler-Kind unter einem Schirm vor den herabregnenden Münzen versteckt, statt sie mit seinem Hemdchen aufzufangen. Dann sind da noch die großen Ressourcenfresser. Vor allem die Energiewirtschaft und die Chemieindustrie benötigen enorme Mengen Wasser, mehr als doppelt so viel wie die Privathaushalte. Künftig kommt noch der hohe Verbrauch von immer mehr Rechenzentren hinzu. Bemerkenswert ist, wie wenig Transparenz es über die Wasser-Entnahme in Deutschland gibt. Man muss sich fragen, ob das noch zeitgemäß ist. Und wie man für die Wirtschaft Anreize zur Sparsamkeit schaffen kann. Für Rechenzentren gibt es strikte Vorgaben zur Energieeffizienz, aber nicht zum Wasserverbrauch. In Deutschland galt Wasser mal als etwas Selbstverständliches. Doch das ist es nicht mehr. Das heißt nicht, dass es knapp werden muss. Es sei denn, man macht weiter wie bisher. (SWP/THEMEN DES TAGES, POLITIK/Leitartikel zur Wasserknappheit in Deutschland von Rebekka Wiese 5.8.26).

Fische ersticken, Amphibien verlieren den Nachwuchs – Sauerstoffmangel, versiegende Quellen und ausgetrocknete Laichgewässer machen Fisch-und Amphibienbeständen zu schaffen. Wer Reinhart Sosat, Geschäftsführer des Landesfischereiverbands BW ‚LFV BW‘, fragt, welche Auswirkungen die lang anhaltende Hitze für Fische hat, bekommt eine klare Antwort: Sie sterben.“ Genauer gesagt: Die Fische ersticken in ihrem eigenen Lebensraum. Je wärmer das Wasser um sie herum wird, desto weniger Sauerstoff kann sich darin lösen. Ihr Stoffwechsel wird durch die erhöhte Temperatur angekurbelt und das Bedürfnis nach Sauerstoff immer größer, doch die überlebenswichtige Ressource fehlt. Äschen und Forellen sind die Fische, die gerade leise wegsterben“, sagt Sosat. Zwar gebe es auch Arten wie die Karpfen, die die momentane Hitze besser wegstecken. Generell lässt sich aber zur Lage der Fische in BW sagen: „Es sieht nicht gut aus.“

Nicht nur Fischen macht die Situation zu schaffen. Erst mal ist es vorteilhaft für Amphibien, wenn es im Gewässer wärmer ist“, erklärt Jonathan Bauder, Leiter des Projektes 220 Amphibiengewässer“ vom BUND Landesverband BW. Die Entwicklung der Kaulquappen gehe dann schneller voran. Doch bei 35 – 37° Wassertemperatur kann es für die „doppellebigen“ Tiere, die sowohl im Wasser als auch an Land leben, kritisch werden. Wenn ein Gewässer dann ganz austrocknet, sterben die Jungtiere. Dieser Jahrgang sei verloren.

Für die Tiere an Land ist ihre feuchte, empfindliche Haut eine Herausforderung. Sie ist anfällig gegenüber einer langen Trockenheit. Wenn es durchgängig heiß ist, ziehen sich die Amphibien zurück und verstecken sich. Sonst würden sie Verenden“. beschreibt der BUND-Experte. Doch dann begeben die Amphibien sich nicht mehr auf Nahrungssuche oder finden zu wenig Futter. Dadurch nehmen sie keine Energie auf und gehen geschwächt in ihren Winterschlaf. Im nächsten Jahr wachen sie dann geschwächt wieder auf. Trotzdem würden wegen eines warmen Sommers nicht alle Amphibien aussterben, meint Bau-der. Durchgängig hohe Temperaturen wären auch insofern vertret-bar, wenn trotzdem genug Wasser da wäre. „Die Ballung macht es“, so der Experte. Wenn jedes Jahr so trocken werde, könne sich das auf den Tierbestand in BW auswirken.

Auch Fische stellen bei großer Hitze das Fressen ein und suchen nach Schutz-plätzen. Der massive Wassermangel im Land sei ein großes Problem, sagt Reinhart Sosat. Die Quellen, besonders im Schwarzwald, aber auch sonst in BW, versiegen. Wenn Gewässerbetten zu niedrig sind und ein Fluss durch Trocken-heit wenig Wasser führt, haben die Fische zu wenig Platz. Wenn der Fluss 5 cm führt und die Forelle 6 cm braucht, bekommt sie Sonnenbrand auf dem Kopf.“ Sosat hält es für verständlich, dass viele Interessensgruppen das Wasser nutzen wollten. Doch „der Druck auf die begrenzte Ressource Wasser wird größer“.

Würde der regnerische Wetterumschwung, der kommende Woche ansteht, helfen? Was laichende Amphibien angeht, sei es „wahrscheinlich eher ein Tropfen auf den heißen Stein“, meint Jonathan Bauder vom BUND. Die meisten Arten wie der Grasfrosch, die bereits im März ihre Eier ins Gewässer abgeben, seien mit ihrer Entwicklung schon durch.

Anders könnte es hingegen noch der Wechselkröte oder Gelbbauchunke ergehen. Aufgrund des Rückgangs der Auenwälder in BW sind sie heutzutage noch selten in Steinbrüchen und im Forst zu finden. Die beiden Pionierarten laichen erst im Mai oder Juni und setzen auf neues Gewässer, oftmals Pfützen. Sie seien nicht so konkurrenzstark, deshalb können ihre Larven schnell zur Beute für andere Amphibien in permanenten Gewässern werden. In einer Pfütze wird eine lange Dürrephase im Sommer jedoch zur Gefahr. Der angekündigte Regen könnte für sie vermutlich noch die Rettung sein, so der Experte. Starkregen wäre jedoch nicht von Vorteil, betont Sosat vom LFV BW. Es müsse zwar viel regnen, eine rauschende Flutwelle aber würde nicht versickern. Die Landschaft solle das Wasser auch aufnehmen können. Was könnte helfen? Seit Jahren fordert der LFV BW, für mehr Schatten Bäume an Gewässern zu pflanzen, damit diese nicht der prallen Sonne ausgesetzt sind. Es brauche mehr Struktur und tiefere Stellen und Rinnen im Fließgewässer, meint Geschäftsführer Sosat. Gumpen oder „Kaltwasser-Pools“ würden helfen, wie es bereits in der Dreisam in Freiburg der Fall ist. Dort habe man tiefe Löcher in den Fluss gegraben, in denen sich Kaltwasser sammeln und wohin sich die Fische zurückziehen können. Das brauchen wir flächendeckender, betont Sosat. Teilweise wurde schon mal mithilfe der Feuerwehr Wasser in stehendes Laichgewässer nachgefüllt, um stark gefährdeten Arten zu helfen, berichtet Bauder vom BUND BW. Da das Wasser jedoch auch für andere Dinge gebraucht werde, hätten Amphibien oftmals nicht Priorität. Grundsätzlich sei diese Maßnahme auch „eher ein Pflaster und keine Bekämpfung der eigentlichen Krankheit, sondern des Symptoms“. (SWP/SÜDWESTUMSCHAU/Lea Podschun 15.8.26).
Grundwasser auf niedrigem Niveau – Landesanstalt berichtet von rückläufigen Messergebnissen in allen Landesteilen. Engpässe drohen aber noch nicht. Im Südwesten werden immer niedrigere Grundwasserstände gemessen. Sie liegen inzwischen an jeder vierten Messstelle unter den bisherigen August-Niedrigstwerten der vergangenen 30 Jahre. »Seit Ende Juni gibt es keine nennenswerten Sickerungen zum Grundwasser, und die Grundwasserverhältnisse sind in allen Landesteilen permanent rückläufig“, berichtet die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg ‚LUBW‘ in Karlsruhe. An einigen Messstellen bewegten sich die Werte bereits auf historisch niedrigem Niveau, Entspannung sei nicht in Sicht. Großräumige Engpässe bei der Wasserversorgung werden laut LUBW in BW zwar nicht erwartet. Wasserversorger könnten aber zunehmend Probleme bekommen, den Spitzenwasserbedarf zu de-cken, warnen die Experten. Wasserknappheit sei vereinzelt im Hochschwarzwald und anderen Gebieten, die überwiegend mit Quellwasser versorgt werden, bereits aufgetreten. „Diese Situation könnte sich in den bevorstehenden Wochen weiter zuspitzen“ warnt die Landesanstalt. Angesichts der wochenlangen Trockenheit hatte die LUBW für ihre aktuelle Bewertung die Entwicklung der Grundwasserverhältnisse außerplanmäßig aktualısiert. (SWP/SÜDWESTUMSCHAU/dpa 19.8.26).
Heizen mithilfe von Flüssen – Gewässer bieten einer neuen Studie zufolge großes Potenzial, um klimafreundliche Wärme zu erzeugen. Gewässer in BW könnten nach Einschätzung von Fachleuten künftig einen deutlich größeren Beitrag zur klimafreundlichen Wärmeversorgung leisten als bislang. Bis 2030 könnten Großwärmepumpen jährlich mindestens 2,5 Terawattstunden Energie aus Flüssen und Seen gewinnen, bis 2040 könnte sich dieser Wert mehr als verdoppeln. Das geht aus einem Gutachten des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg ‚ifeu‘ hervor, das das Umweltministerium in Stuttgart veröffentlichte. Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) bezeichnete die sogenannte Aquathermie als große Chance für die Wärmewende, insbes. in Verbindung mit Nah- und Fernwärmenetzen. Bei der Technologie entziehen Wärmepumpen den Gewässern Energie, die durch Sonne und Regen kontinuierlich gespeichert wird. Positiver Nebeneffekt: Das Abkühlen des Wassers kann der Überhitzung von Flüssen im Sommer entgegenwirken. Bislang wird die Gewässerwärme im Südwesten kaum genutzt, eine Großanlage versorgt in Mannheim rund 3.500 Haushalte mit Wärme aus dem Neckar. Laut Studie wird das Potenzial in den kommunalen Wärmeplänen bislang noch unterschätzt. (SWP/SÜDWESTUMSCHAU/epd 21.9.26).