Tierisch schwanger – Affen, Elefanten und Giraffen: So tragen Säugetiere ihre Babys aus.

Nicht alle Tiere bekommen ihre Babys auf die gleiche Weise. Viele Tiere, wie Vögel oder Reptilien, legen Eier. Aber alle Säugetiere (mit einer kleinen Ausnahme) werden schwanger, genau wie wir Menschen. Dazu gehören zum Beispiel Hunde, Katzen, Elefanten (F: Hlosi Game Lodge, Amakhala Game Reserve/ZA -© Ranger , Giraffen (F: Amakhala Game Reserve/ZA -© Sonja Felgner), Delfine u.v.a.. Ein großer Unter-schied zu uns: Viele Tierbabys sind bei der Geburt viel weiter entwickelt als Menschenbabys. Sie können oft schon kurz nach der Geburt stehen oder sogar laufen. Das ist wichtig, weil sie sich in der Natur schnell vor Feinden schützen müssen.

Babys im Beutel: Kängurus gehören zu den Beuteltieren. Bei ihnen ist die Schwangerschaft besonders kurz – sie dauert nur etwa einen Monat. Wenn das Baby geboren wird, ist es winzig klein, nur ungefähr 2 cm groß. Nach der Geburt krabbelt das Kängurubaby selbstständig in den Beutel der Mutter. Dort wächst es weiter heran und wird rund neun Monate lang gesäugt, bis es erstmals aus dem Beutel herauskrabbelt. Ähnlich läuft es bei den Koalas, die ebenfalls Beuteltiere sind. Hier verbringt das Junge die ersten 5 – 7 Monate im Beutel der Mutter.

Tiefer Fall: Giraffen sind etwa 15 Monate schwanger. Nach dieser langen Zeit ist der Nachwuchs bei der Geburt bereits sehr groß und gut entwickelt. Wenn das Giraffenbaby geboren wird, fällt es aus etwa 1,5 – 2 m Höhe auf den Boden. Das klingt gefährlich, ist aber Teil einer ganz normalen Giraffengeburt und hilft sogar, die Lungen des Giraffenbabys in Gang zu bringen. Schon innerhalb der ersten Stunde kann das Jungtier stehen und kurze Zeit später auch laufen. Das ist lebenswichtig, denn Giraffen leben in Gebieten mit Raubtieren wie Löwen und Hyänen. Ein hilfloses Jungtier hätte dort kaum eine Überlebenschance.

Westlicher Flachland-Gorilla mit Baby (F: WILHELMA) © Jonas Bärtle

Wie bei uns: Zu den Menschenaffen gehören Gorillas, Schimpansen und Orang-Utans. Ihre Schwangerschaft dauert – ähnlich wie beim Menschen – etwa neun Monate. Meist wird nur ein Jungtier geboren. Die Babys sind bei der Geburt noch sehr hilflos und bleiben lange Zeit bei ihrer Mutter, oft bis zu fünf Jahre. In Zoos werden Menschenaffen besonders gut betreut. Wenn es bei der Geburt gefährlich wird, können Tierärztinnen und Tierärzte sogar einen Kaiserschnitt durchführen – so wie bei Menschen.

Unsere Haustiere: Auch unsere Haustiere sind schwanger, nur viel kürzer als viele Wildtiere. Katzen sind etwa neun Wochen trächtig und bekommen meist 3 – 6 Kätzchen. Die Babys sind bei der Geburt noch blind und taub und völlig auf ihre Mutter angewiesen. In den ersten Wochen verbringen sie fast ihre ganze Zeit mit Trinken und. Schlafen. Nach etwa einer Woche öffnen sich die Augen und nach einigen Wochen beginnen die Kätzchen, vorsichtig zu laufen und ihre Umgebung zu erkunden. Auch Hündinnen sind ungefähr 9 Wochen schwanger. Wie viele Welpen geboren werden, hängt stark von der Hunderasse und Größe der Mutter ab. Kleine Hunderassen bekommen oft nur 1 -3 Welpen, während große Rassen wie Labradore oder Schäferhunde auch 8 – 10 oder sogar mehr Welpen zur Welt bringen können.

Rekorde! Die kürzeste Schwangerschaft unter den Säugetieren hat das Opossum – sie dauert nur etwa zwölf Tage. Trotzdem bringt es bis zu 20 Jungtiere zur Welt. Die Opossum-Babys leben dann erst einmal im Beutel ihrer Mutter. Den entgegengesetzten Rekord hält der Elefant. Er ist ungefähr 22 Monate schwanger, das sind fast zwei Jahre! Dafür kommt ein großes, starkes Baby zur Welt, das schon bald laufen kann.

Schwanger im Meer: Auch im Meer gibt es schwangere Säugetiere. Delfine sind ungefähr neun Monate schwanger. Delfin-Weibchen helfen sich oft gegenseitig bei der Geburt und passen auf die Jungen auf. Orcas sind sogar 17 – 18 Monate schwanger. Ein Orca-Baby wiegt bei der Geburt etwa 150 Kilogramm und ist fast zwei Meter lang. Besonders spannend ist hierbei: Meeressäuger-Babys kommen mit der Schwanzflosse zuerst zur Welt. So können sie nicht ertrinken und werden sofort an die Wasseroberfläche gebracht, um ihren ersten Atemzug zu machen.

Kurzschnabeligel/Ameisenigel (F: Caversham Wildlife Park Perth/AUS) © Jerzy Jan Lipiński

Gewusst? Nicht alle Säugetiere werden schwanger. Das Schnabeltier und der Schnabeligel gehören zwar zu den Säugetieren, legen aber Eier. Nach dem Schlüpfen werden die Jungen trotzdem mit Muttermilch versorgt – genau wie bei den anderen Säugetieren. Diese besondere Gruppe nennt man Kloakentiere.(NWZ/KRUSCHEL/Leonie Dries 17.3.26; Wikipedia).