
Nachrichtlich: Huhn und Taube. Dinosaurier sind vor sehr langer Zeit ausgestorben, Nämlich vor ungefähr 66 Mio. Jahren.Das kannst du überall nachlesen; doch so ganz richtig ist das nicht: Denn es gibt immer noch lebende Verwandte der Dinos. Du siehst sie sogar jeden Tag. Sie sitzen in Bäumen (F: Weißstörche), fliegen durch die Luft (F: Grünspecht) oder schwimmen auf dem See (Stock-enten-Küken). Genau. Vögel sind die Nachfahren der Dinos. Doch wie kann das sein?



Du weißt vielleicht, dass vor 66 Mio. Jahren ein riesiger Gesteinsbrocken aus dem Weltall auf die Erde gestürzt ist. Sein Aufprall war so heftig, dass er Vulkanausbrüche und Erbeben auslöste. Übreall brannte es und über die Erde legte sich eine dicke Staubwolke. Mehrere Jahre lang war es auf unserem Planeten sehr dunkel und bitterkalt. In dieser Zeit starben viele Arten von Tieren und Pflanzen aus. Aber einige überleben auch. Dazu gehören z.B. Bienen (F: Große Blaue Holzbiene), Haie oder Meeresschildkröten (F: Grüne – © Jerzy Jan Lipiński). Die gab es nämlich schon z.Z. der Dinosaurier.



Und von all den unterschiedlichen Arten von Dinos hat auch eine Gruppe überlebt die s.g. Coelurosaurier. Das waren kleine gefiederte Dinos. Seitdem haben sich die Coelurosaurier natürlich stark verändert und weiterentwickelt. Es gab eine Zeit, in der man nicht sagen konnte, ob die Tiere noch zur Gruppe der Dinosaurier gehörten oder schon zur Gruppe der Vögel. Fakt ist: In all den Jahren sind aus den kleinen, gefiederten Dinos viele unterschiedliche Vögel entstanden: Spatzen (F: Haussperling/Spatz), Tauben (F: Haustaube ♂), Hühner (NL-Hühnerrasse „Barnevelder“ ♂), Kolibris (F: Rubinkehlkolibri Archilochus colubris), Flamingos (Rosa- Phoenicopterus ruber u. Chileflamingo Ph. chilensis usw.






Bunter als gedacht: Welche Farben haben Dinosaurier getragen? Hatten sie Muster wie Punkte oder Streifen? Noch vor einigen Jahren konnte man das nur raten. Denn die versteinerten Knochen lieferten zu wenige Informationen darüber. Inzwischen ist aber bekannt, dass viele Saurier wohl farbig waren. Denn Forschende entdeckten in Dinoknochen winzige Kapseln. Darin steckten Farbpigmente, die Melanosome. Je nach Form und Ausrichtung kann man mittlerweile auf die Färbung schließen. Außerdem sind die Saurier die Vorfahren der Vögel. Deren Augen können Farben viel besser wahrnehmen als wir Menschen. Farben spielen demnach für Vögel eine größere Rolle als für Säugetiere. Für Dinosaurier galt das vermutlich ebenso. (NWZ/KRUSCHEL/ dpa 23.2.26)


Domestizierte Wildtiere: Im Laufe der vergangenen Jahrtausende hat der Mensch eine Reihe von Arten vom Wild- zum Haustier umgeformt, so auch das heutige Haushuhn, das seine Wurzeln im ostasiatischen Raum hat. Wildlebender Vorfahr ist das Bankivahuhn.


Gackernde Freunde- Hühner sind tolle Hautiere – was du über die wissen solltest: Hunde, Katzen, Hamster – klar, das sind typische Haustiere. Aber Hühner? Die sind viel spannender, als man denkt. Jedes Tier hat einen eigenen Charakter: Manche sind mutig, andere schüchtern. Sie können sich die Gesichter von Menschen merken, kleine Tricks lernen und lieben es, im Garten zu scharren. Wer Hühner hat, bekommt fast jeden Tag frische Eier (siehe unten) und hat immer etwas zum Beobachten.

Viele glauben Hühner gehören nur auf den Bauernhof. Doch immer mehr Familien halten sie im eigenen Garten – als neugierige Haustiere, die Früh-stückseier geben. Wir zeigen dir warum Hühner so spannend sind, welche Pflege sie brauchen und welche Rekorde sie aufgestellt haben.


Darauf muss man achten: Damit Hühner sich wohlfühlen, brauchen sie einen sicheren Stall, der nachts vor Waschbären, Mardern oder Füchsen (ff. Fotos von lks.; Mitte: Steinmarder F: Gehege „Lusen“, N.P. Bayer. Wald) schützt.



Tagsüber brauchen sie Auslauf im Freien – dort picken sie Gras, suchen Würmer oder nehmen ein „Staubbad“. Futter ist wichtig. Es gibt spezielles Körnerfutter, dazu frisches Wasser, ein bisschen Gemüse und ab und zu Leckerli wie Mehlwürmer. Wer Hühner hält, sollte daran denken,: Sie brauchen Pflege, der Stall muss regelmäßig sauber gemacht werden und wenn man in Urlaub fährt, muss sich jemand anderes kümmern.


Steckbrief GB-Rasse „Sussex“ (F: Reichenbach): Ideal für Anfänger – Ich mag: Familien, die gerne Eier futtern – Ich mag nicht: Langeweile – Ich bin: freundlich, robust und fleißig – Fliegen kann ich: kaum – Markenzeichen: weißes Gefieder mit schwarzem Halskragen – Ich lege: 220 – 250 Eier im Jahr!
Alles über Eier: Ein Huhn braucht etwa 24 – 26 Stunden, um ein Ei zu legen. Das bedeutet: Fast jeden Tag liegt eins im Nest! Aber nicht alle Hühner legen gleich viele Eier. Manche schaffen über 300 Eier pro Jahr, andere nur 150. Das hängt von der Rasse ab, vom Alter und auch vom Licht. Im Winter legen Hühner weniger, weil es dunkler ist. Die Eierfarbe hat übrigens nichts mit der Qualität zu tun, sondern nur mit der Rasse (38 der 55 einheimischen Geflügelrassen gelten als gefährdet). Die durchschnittliche Legeleistung deutscher Hennen lag ’24 bei 302 Eiern im Jahr.

DENKEN WIE DIE HÜHNER: Vögel haben im Laufe der Evolution andere Gehirnstrukturen entwickelt als Säugetiere. Dennoch zeigen einige Arten ähnliche komplexe kognitive Fähigkeiten wie Primaten. Das s.g. Pallium ist bei beiden Gruppen zentral für das Denken, das Lernen und das Gedächtnis. Während es bei Säugetieren die Großhirnrinde bildet, ist es bei Vögeln anders aufgebaut. Ein Forschungsteam der Universität Heidelberg untersuchte die Zellzusammensetzung des Palliums bei Hühnern. Die Ergebnisse wurden mit Daten von Mäusen uND Reptilien verglichen. (Auszug vögel 5/2025/ NACH-RICHTEN/nk/Quelle: https://www.schience.org/dol/ 10.1126/schience. adp5182) >>>
i Schon gewusst? „Die schiere Menge an Hühnern, die die Menschheit verspeist (Anmerkung: ’19 über 703,40 Mio. in deutschen Geflügelschlachtereien †) werde in Form eines riesigen Knochenbergs die Ewigkeit überdauern. In unserem modernen Zeitalter leben stets ≈ 23 Mrd. Hühnchen auf der Erde. Durch menschliche Haltung übertreffe die Hühnerpopulation die jeder anderen Vogelart um das 10-fache“, so Wissenschaftler im Fachmagazin Royal Society Open Science 12.12.18, PS: 45,3 Mio. Legehennen werden in Deutschland gehalten (Pro-Kopf-Verbraucher ≈ 249 Eier, 13,6 kg Geflügelfleisch SWP 16.4.22/15.3./4.11.25).
Witzig 😜: In der Nacht hat sich der Wolf aus dem Stall einige Hühner geholt. Warnt die Mutter: „Siehst du Evilein, sie waren nicht brav, jetzt hat sie der Wolf gefressen.“ Evi daraufhin schlagfertig: …„Und wenn sie brav gewesen wären, dann hätten wir sie gegessen.“ (SWP/jungen und mädchen 7.12.13).

Der älteste domestizierte Vogel der Welt: In der Bibel kehrt die Taube mit einem Ölzweig im Schnabel zur Arche Noah zurück und zeigt das Ende der Sintflut an. Im Mittelmeer nutzten Seefahrer Tauben als Navigator. Die Taube gilt als der älteste domestizierte Vogel der Welt, zurückgehend auf das Alte Ägypten und Mesopotamien. Man nahm ihren Kot zum Düngen, verzehrte Eier und Fleisch, nutzte ihren Orientierungssinn für die Seefahrt und ihre Dienste als Brieftaube. Während der Weltkriege überbrachten sie lebensrettende Nachrichten. Im Christentum verkörpert die weiße Taube den Heiligen Geist und gilt weltweit als Friedenssymbol. Im Jahr 1966 bezeichnete der Yorker Parkbeauftragte Thomas Hoving Tauben als „Ratten der Lüfte“. * Dank Tier-schützern und „Pigeonfluencern“ konnte die Taube rehabilitiert werden. Ironie: Seit Oktober 2024 steht ausgerechnet in New York eine 5 m große hyperrealistische Taubenstatue mit dem Titel „Dinosaur“ im High Lane Park.


Zu den Fotos – oben: Felsentaube – die alleinige Stammform der Haus-/Stadt-taube; unten – optisch fast nicht zu unterscheiden: balzende Haus-/Stadttauben; Beim ersten Sonnenstrahl fangen sie an zu gurren. Manche Anwohner empfinden das als Lärmbelästigung.


In Intelligenztests halten Tauben locker mit Affen und Kleinkindern mit. Studien der Ruhr Universität Bochum zeigten: Neben ihrem erstaunlichen Orientierungssinn können sie sich Gesichter merken, Mengenverhältnisse zuordnen und sogar Orthografie erlernen. Im übertragenen Sinne „Rechnen und Schreiben. * Charles Darwin, Begründer der Evolutionslehre, zählt zu den größten Taubenfans und war Mitglied in zwei Londoner Taubenclubs.
Flora und Faune in den Städten verändern sich: Mit steigenden Temperaturen erobern neue Bewohner die urbanen Räume. Auch manche einheimische Arten treffen in Städten kaum noch auf Feinde, die sie an der Ausbreitung verhindern würden. Hier prallen Mensch, Tier und Vorurteile aufeinander: Zahlreiche Kommunen klagen über wachsende Taubenpopulationen. Vielerorts wird zu drastischen Schritten gegriffen. Betreute Taubenhäuser gelten als artgerechte Lösung, mit der auch die Sauberkeit der Städte verbessert wird.

Mit einem Taubenturm, -Haus oder -Wagen kann die Taubenpopulation reduziert (echte Eier werden gegen Attrappen ausgetauscht und die Population so Stück und Stück reduziert; ab und zu müssen die Tauben ein echtes Ei ausbrüten können – bliebe der Bruterfolg permanent aus, würden sie sich eine neue Bleibe suchen), die Vögel artgerecht versorgt (Tauben sind Körnerfresser! Doch in den Städten finden sie diese Nahrung kaum, so dass sie auf Abfälle wie z.B. Pommes oder verschimmelte Brotreste zurückgreifen müssen. Für diese Nahrung sind die Vögel nicht gemacht: Es entsteht der weißgrünliche, flüssige Hungerkot, der Gebäudefassaden, Denkmäler und Autodächer ruinieren kann. Werden sie artgerecht ernährt, ist ihr Kot braun und fest.) und kranke Tiere separiert und behandelt werden. Ursprünglich brüteten Tauben zwei Mal pro Jahr. Der Mensch hat ihnen jedoch ein starkes Brut-verhalten angerichtet, so dass sie nun 7 bis 8 Mal pro Jahr Eier legen. Durch die gezielte Fütterung sammeln sich rd. 80 % des Kots in der Taubenherberge an. Die regelmässige Reinigung dient der Sauberkeit der Stadt.


Friedenssymbol und Hassfigur: * Tauben haben ein Imageproblem. Dabei sind viele der Vorurteile rd. um Kot u. Krankheitskeime wissenschaftlich widerlegt; bspw. untersuchte eine Studie der Technischen Universität Darmstadt 2004 die Auswirkungen von Taubenkot auf verschiedene Baustoffe. Ergebnis: Bei Natur-materialien wie Sandstein, Granit, Holz sowie bei Beton u. Zement traten keine Schäden auf. Lediglich bei Blech-materialien aus Stahl, Kupfer oder Bronze kam es zu Oxidationsprozessen. Übrigens: Gebäude haben mittlerweile viel mehr unter Abgasen und Giften in der Atmosphäre zu leiden. PS zu Krankheits-keimen: Die Gefahr durch Tauben sei nicht größer als bei anderen Haus- und Wildtieren (lt. Bundesministerium für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin im Jahr 1998).

Quellen: Kerstin Petry „Gackernde Freunde“NWZ/KRUSCHEL 11.11.25, Angela Sommersberg „gefiederte Dinos“ 5.2.26; Daniel Lingenhöhl „Vögel und Dinos in der Arktis“ vögel 5/2025/NACHRICHTEN; SWP/WISSEN/BZL Landwirtschaft, Bundesministerium für Ernährung & Landwirtschaft, Statista, wissenschaft.de, ARD Alpha, Peta, FN 7.10.23; BZL 20.2.24; Auszug Diana Wieser „Gefiederte Stadtbewohner“ SWP/magazin AM WOCHENENDE 19.7.25.